Willkommen

GENOSSENSCHAFTEN sind wichtiger Teil eines Modernen KOOPERATIONS-Wesens. Sie bilden die Struktur für einfaches, schnelles und effektives Zusammenwirken für MENSCHEN in unterschiedlichsten Situationen. Eine passende Struktur zu haben, ist eine gute Ausgangsposition. Wer in "GRUPPEN-VORTEILEN" denkt, hat ein wesentliches Prinzip von Kooperation (Coop) verstanden. Hinweis: Unsere CoopGo-Dialoge (per Mail, Telefon- o. Video) sind kostenfrei, sofern uns die Möglichkeit eingeräumt wird, diese Informationen zur Förderung des Kooperativen Wandels einzusetzen („Hilfen zur Selbsthilfe“). Ausschließlich, um eine bessere Lesbarkeit zu gewährleisten, können die Fragen (stilistisch) geringfügig an-gepasst werden. Danke für euere Hilfe zur Gestaltung einer Kooperations-Gesellschaft. Koordination / Redaktion: Gerd K. Schaumann
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18.10.2012

Rund um die Welt einer modernen GENO - Die FAQ-Runde

Es ist immer wieder interessant, welche Fragen uns täglich erreichen. Es macht Freude auf sie einzugehen, weil sie meist das darstellen, was MENSCHEN bewegt. Die nachfolgenden Fragen wurden sämtlich aus dem Bereich gestellt, den man gemeinhin als "akademisch" bezeichnet. Wir haben die Hoffnung nie aufgegeben, dass eine Auseinandersetzung im wissenschaftlichen Bereich das Thema Genossenschaft über den "Strukturansatz" einmal hinausgehen könnte und zum KERN des Phänomens KOOPERATION durchdringt.

Denn eigentlich geht es doch nie um GENOSSENSCHAFT an sich, sondern um MENSCHEN, die sich der Struktur einer Genossenschaft bedienen, die sozusagen für sich und vielleicht auch allgemein gesehen, sinnvolle (Wirtschafts- Kultur- oder Sozial-) Ziele erreichen wollen. So gesehen ist dann eine Moderne Genossenschaft kaum auf einen allgemein Rechtsformvergleich zu reduzieren.

"Modern" heißt in diesem Sinne, Wertefragen nicht gänzlich auszublenden.

Und was wäre dann ein "Modernes Genossenschaftswesen"? 

Vielleicht so etwas wie die Anbahnung einer neuen Form des Wirtschaftens, vielleicht so etwas, was Freude, Vertrauen, Selbstverantwortung, Mitwirkung oder TeamGeist der Mitwirkenden (MENSCHEN) nicht erst mühsam und künstlich erzeugen muss, sondern dies als integralen Bestandteil des Unternehmens sieht. Und der Erfolg - macht man sich zu Recht Sorgen?

Rückfrage: Warum sollte der ausbleiben, wenn man es Ernst meint und stimmig umsetzt?

Und die Form? Die ist dann eigentlich nicht viel mehr als das richtige (Form-)Mittel, um die vielen guten Absichten erfolgsbezogen umzusetzen.

Nur wenn vom MENSCHEN ausgehend, kooperative Intentionen gedacht, entwickelt und gemanagt werden, kommt so etwas wie Begeisterung auf, weil dann die Genossenschaft in der Tat die beweglichste Struktur ist, die dies ermöglichen kann.

Ein Blick in die Organisationsstruktur der meisten Verbände des Genossenschaftswesens spiegelt das Gemeinte wider. Die Hauptabteilungen heißen: Steuern, Prüfung, Recht, Organisation ... So etwas wie eine Abteilung "Führung in Kooperation(en)" ? 

Eine wirklich interessante Frage an  Verbände, die daran mitwirken könnten, so etwas wie einen "SOG" in Richtung Genossenschaft zu erzeugen - was auch mit dem Rückwind des UNO-Jahres 2012 (Jahr der Genossenschaften) augenscheinlich bisher nicht zu erzeugen war ...

 Unsere Antworten werden möglichst beide Teile berücksichtigen. Nennen wir die eine Sicht "Verbändeblick" und die erweiterte Antwort, die Sicht "Genossenschaft 2.0". So hoffen wir am Besten Nutzen stiften zu können... Denn manchmal sind schon kleine Schritte äußerst wertvoll, vielleicht sogar eine "Brücke" zu mehr Neuem ...

14.07.2012

Modernes GENOSSENSCHAFTSWESEN - jetzt!

Das deutsche Genossenschaftswesen ist – gemessen an europäischen Standards – nicht gerade „fortschrittsverdächtig“.
Stellt sich die Frage, ob zu erkennen ist, dass sich daran etwas ändert, vielleicht die Politik so etwas wie ein „Modernisierungskonzept für Genossenschaften“ vorbereitet? Falls dies jemand wirklich erwartet haben könnte, dem sei gesagt, „Sie werden nicht positiv überrascht werden“.
Aber – so könnte doch der Einwand lauten – im UNO-Jahr-Der Genossenschaften, also 2012 – reden doch so viele Politiker so Wohlwollendes über Genossenschaften. Das kann doch nicht nur „Effekthascherei“ sein? Und wenn doch?
Wie heißt ein recht bekannter Spruch? „An ihren Taten sollt ihr sie messen! ...
Und die Verbände des Genossenschaftswesens, na die müssten doch auf „Renovierung“ drängen! Leider können wir auch dort nichts positiv Überraschendes erkennen ..., zumindest nicht bei den traditionellen Groß-Verbänden ...
Schon eher sind solche Innovationen zu erwarten von Genossenschaftsverbänden, die nicht den „Traditionalisten“ und ganz Großen zuzurechnen sind. Dies eher kleiner, aber dafür zumindest schon recht flexibel in die richtige Richtung ...
Sie treten auch nicht „konzerniert“ auf, sondern bevorzugen das Element KOOPERATION, wenn sie ihre Kräfte bündeln, wie z.B. im Dachverband der UNABHÄNGIGEN und Freien Genossenschafts- und Prüfungsverbände (www.GenoKoop.de ) oder im VerbändeNetzwerk Menschen Machen Wirtschaft e.V. (www.menschen-machen-wirtschaft.de) .
Woher auch immer so etwas wie Anstoß in Richtung Reform des Genossenschaftswesens kommen mag, er macht nur Sinn, wenn dabei (mindestens) z.B. folgende Gedanken Berücksichtigung finden:
·         Zunächst sollte klar sein, welche Ziele – und warum – eine Reform erreichen soll.
·         Dabei wäre kaum auszublenden, ob grundsätzlich ein Genossenschaftswesen gewünscht wird, was eine kooperative Alternative bzw. Ergänzung, zu einem eher an Konkurrenzdenken orientierten Wirtschaftsleben darstellen soll oder eben nicht.
·         Würde ein kooperatives Wirtschaftssystem in einem echten Miteinander zu einem Konkurrenzsystem gewollt sein, hätte das zwangsläufig auch die Eröffnung von so etwas wie Anreizsystemen für die betroffenen Initiatoren / Unternehmer und Mitglieder zur Folge. Beispielhaft könnten die beim gewollten Energieumbau erfolgten Anreizsysteme als Vorbild dienen.
·         Ein staalich-politisches Grundbekenntnis zum Nebeneinander von Konkurrenz und Kooperation könnte durchaus in den Gesetzesmaterialien, ggf, sogar in Form einer Grundgesetzergänzung, seinen Niederschlag haben.
·         Jede sinnvolle Reform muss sich auch zu so etwas wie einem „Menschenbild“ äußern. Wird z.B. mehr Selbstverantwortung der dort handelnden und mitmachenden Menschen gesehen und gewollt?
·         Eine Reform muss auch die Bildung von genossenschaftlichen Unternehmen ermöglichen, die Kraft haben, sich auch z.B. mit großen Aktiengesellschaften messen zu können. Dazu gehört z.B. das wichtige Thema, der Eigenkapitalbildung. Das betrifft nicht nur den formalen Zugang zum Eigenkapital, sondern auch die (steuerliche) Belohnung einer Selbstfinanzierung und – zumindest teilweise – auch eine steuerliche Entlastung für die auszuschüttende Rendite.
Wir haben hier nur wenige Elemente dessen angeführt, was zu dem gehört, was eine echte Genossenschaftsreform beinhalten sollte.
Was jetzt benötigt wird, ist eine breit angelegte Diskussion zwischen und mit Menschen, die „genossenschaftsbewegt“ denken und handeln wollen und können.
Das Portal „Modernes GenossenschaftsWesen“ versteht sich als Teil dieses sinnvollen Veränderungsprozesses. Es will anregen, Menschen zusammenführen, Impulse geben.
Es will – ja es muss – dies auch in durchaus solcher Weise führen, die einige vielleicht als provokativ oder überzogen empfinden könnten.
Das nehmen wir gern in Kauf, weil es manchmal – im medialen Zeitalter – notwendig ist, auch etwas mehr zuzuspitzen...
Ein wichtiges Element könnte es z.B. sein, aus  noch trägen Genossenschafts- und Prüfungsverbänden, Bündnispartner für das Gesamtanliegen zu formen.
Wir wollen nicht „gegeneinander“ voranschreiten, sondern auch hier auf KOOPERATIONSKURS gehen. Das sollte jedoch nicht als „Schmusekurs“ missverstanden werden. ...
Jeden Tag entscheiden Initiatoren von Genossenschaften bereits aktuell mit darüber, wie Genossenschaftsverbände denken und handeln!
Es ist gut, dass es bei den Genossenschafts- und Prüfungsverbänden  inzwischen echte Alternativen gibt, man muss sie aber auch nutzen...
Wer nicht den Eindruck hat, dass der von ihm oder ihr angesprochene Verband aufgeschlossen für Reformen – und damit auch das aktuelle Anliegen -  ist, auch vielleicht preislich eine  „Gründungsförderung“ missversteht, hat heute die Wahl;  er oder sie muss mur entsprechend auswählen....
Reformen „von unten“, von den betroffenen Menschen initiiert und artikuliert, sind meist die besten Reformen. Man muss dazu nicht warten, bis sich der Gesetzgeber endlich regt ...
Deshalb bitten wir, uns neben den wichtigen Anregungen für eine wirkliche Reform, auch aktuelle Missstände zu nennen, gleich ob in Verbindung mit einer Gründung oder im Betrieb einer Genossenschaft. Wir werden sie aufgreifen und dazu Stellung nehmen, denn Sie können und sollen aktiv an den Ergebnissen der Plattform Modernes GenossenschaftsWesen“ mitgestalten.
Sie können uns natürlich auch Mails schreiben, z.B. an:  info@menschen-machen-wirtschaft.de oder an info@modernes-genossenschaftswesen.de       
Wir wünschen uns und Ihnen viel Spaß auf dem Weg zu einem wirklich lebendigen,  modernen deutschen GenossenschaftsWesen!

Ihr Redaktions-Team von
Modernes GenossenschaftsWesen



21.04.2012

GENOSSENSCHAFTEN 2012: Intelligent nach innen und außen kooperieren.

Das UN „Jahr der Genossenschaften“ vor allem auch zur Modernisierung des GENO-Wesens nutzen!

Die Genossenschaftsbewegung erinnert derzeit an das Bild des „Phönix“: Irgendwie im Schatten stehend, erwacht sie zu neuem Glanz und neuer Hoffnung. Die Rechtsform der Genossenschaft begeistert plötzlich sogar solche Gruppen, die mit Gemeinschaft und Kooperation bisher nur wenig am Hut zu haben schienen. Ein Beispiel dazu: Der liberale Wirtschaftsminister sieht die Genossenschaft sogar für so etwas wie einen Baustein der Marktwirtschaft. Grund genug, jetzt alles zu tun, dass die Faszination nicht wieder verpufft, sondern sich zu einem dynamischen, langfristig stabilen Trend entwickelt. Wesentlich dafür ist wohl, dass mittels Genossenschaft sich auch der erwartete Erfolg einstellt, was längst nicht nur – aber auch angemessene „Gewinne“ heißt.

Die Fachkonferenz „GENO 2012“ des MMW VerbändeNetzwerks der Deutschen Genossenschafts- und Kooperationswirtschaft e.V. in Kassel führte dazu Experten aus Wissenschaft, Praxis und Beratung zusammen. Ihnen allen war – aus unterschiedlicher Perspektive schauend – die Aufgabe gestellt, Antworten zu finden auf die grundlegendste Frage jeder GENO: „Wie können dauerhaft die erfolgversprechenden, kooperativen Vorteile einer Genossenschaft - langfristig gesichert - zu überlegenen praktischen Erfolgen, zugleich für Teilhaber, Mitarbeiter und Kunden werden?“

Die Eröffnungsrede des MMW-Vorstandes Gerd K. Schaumann klang eher zurückhaltend, indem er von einem „notwendigem, aber erforderlichen Versuch“ sprach. Im Schlusswort klang das bereits ganz anders: „Sie (die Referenten) haben uns davon überzeugt, dass Erfolg sozusagen unvermeidlich ist, wenn intelligent umfassend kooperiert wird, sozusagen ein nachhaltiger TEAM-GEIST in alle Richtungen, bis hin zum Kunden, ausstrahlt. …“

Die Ergebnisse der wichtigen Arbeitsgruppen (Führung zur Selbstverantwortung – Wenn immer ein Chef den Kunden bedient – Erfolgsfaktor Arbeitsfreude – Beteiligung am Erfolg – Die „WIR-KRAFT-Potenziale“ entfalten), fasste Lothar Kühne (Verbandsrat im pvdp Geno-Prüfungsverband e.V.) zusammen. Sein Resümee: Keine andere Rechtsform verfügt über quasi über so eine Art „kooperatives GEN“, keine andere Rechtsform kommt dem Erfolgsprinzip der Natur so nahe. Wer würde bestreiten, dass damit die Natur „unschlagbar erfolgreich“ wirkt. Eine GENO, die nach diesem Prinzip – auf allen Ebenen und in alle Richtungen – wirkt muss sozusagen per se erfolgreicher sein. Wenn nicht, dann wurde irgendwo ein Fehler gemacht“.

Großen Andrang hatte die Arbeitsgruppe „Smart Geno-Finanz-Konzepte“.  Hier ging es besonders um intelligente Formen der Finanzierung von Genossenschafts-Projekten, vor allem im Energiebereich. Zahlreiche Vertreter solcher Projekte sprachen geradezu von einer Verweigerungshaltung der Banken. Auch bei überzeugendsten Business-Plänen tun sich die Banken schwer. So wurde z.B. von einem Produzenten von hocheffizienten BHKW-Anlagen berichtet, dass man sich noch nicht einmal die Mühe gemacht habe, die Technik zu würdigen, obgleich die beigefügten Wirkungsgrad-Analysen (von anerkannten Fachinstituten testiert) mehr als hinreichend hohe und gesicherte Erträge erwarten ließen.

Frank-Peter Evertz (Varitas GenoServices eG) – der die Gruppenergebnisse vortrug – mahnte, sich nicht allzu lange mit Kritik und Analyse aufzuhalten, sondern sich um Alternativen zu bemühen, die auch ohne eine Bankenmitwirkung zielführend seien.

Dazu stellte er das Smart Energy Coop (SEC) Konzept vor, das er für und mit dem MMW VerbändeNetzwerk entwickelt hat. Tragende Säulen des Konzeptes sind einerseits das Engagement der Mitgliedsgenossenschaften der Verbände-Struktur selbst, andererseits das Hinzutreten von Sponsoren und privaten Finanzierungseinrichtungen, verbunden mit einem direkten Engagement einer Genossenschaft als investierendes Mitglied bei den jeweiligen Energiegenossenschaften.

Das Resümee von Evertz: Wir haben das Konzept gemeinsam mit dem pvdp Prüfungsverband e.V. (Dessau/Berlin) durchgerechnet und geprüft. Alle uns von den Gremien des VerbändeNetzwerks gestellten Vorgaben – insbesondere in Richtung Absicherung und Rechtskonformität sind inzwischen erfüllt. Mit dem SEC-Konzept wird der MMW in die Lage versetzt, gerade in Startphasen von Energiegenossenschaften notwendige Aufbauhilfe beisteuern zu können. Dabei sei die Form der Eigenkapital-Aufbau-Hilfe wesentlich interessanter als eine Finanzierung mit Fremdmitteln, wie z.B. Bankkredite, weil dadurch sofort die Problematik einer möglichen Überschuldung entstehen könnte.

Die Ergebnisse der Arbeitsgruppe „Selbsthilfe in modernster Form“ wurden von Hans Nollau (Vorstand bei MMW) zusammengefasst. Nollau hob - unter den zahlreichen vorgetragenen Konzeptionen – das Projekt AMD Therapy eG besonders hervor, weil hier erstmals Bürger sich zusammengeschlossen haben, um ein akutes gesundheitliches Problem einer Lösung zuzuführen. Dabei handelt es sich um die Augenkrankheit „AMD“, die über Jahre hinweg schleichend die Sehfähigkeit mindert und schließlich zur Erblindung führt. Neben dem wichtigen Gedanken der „Betroffenen-Selbsthilfe“ zeigt dieses Konzept sehr gut eine weitere Perspektive auf: Die nachvollziehbaren latenten Divergenzen zwischen einerseits einer auf Sparsamkeit eingestellten Finanzpolitik und andererseits der Ansprüche betroffener Bürger an die staatliche Sozialpolitik. Dieser Konflikt muss nicht „unentschieden“ enden und enttäuschte Bürger zurücklassen. Von solchen Projekten – wie AMD Therapy eG - geht die Botschaft aus, dass zur Resignation kein Anlass besteht, wenn sich Betroffene und potenziell Betroffene zum gemeinschaftlichen Handeln befähigen. Dafür ist die Genossenschaft geradezu als traditionelle Selbsthilfe-Organisationsform herausgefordert und anerkannt. Nollau verwies darauf, dass das MMW-VerbändeNetzwerk diesbezüglich Vorschläge an die Politik formuliert habe, zu einer Art konzertierter Aktion zu kommen, wie z.B. solchen Initiativen steuerrechtliche Anreize zu geben, sofern sie „quasi-staatliche“ Aufgaben in Selbsthilfe ausführen.

Im Schlusswort ermutigte Gerd K. Schaumann die Teilnehmer, im Jahr der Genossenschaften sich mehr als bisher auf Gegenwart und Zukunft des Genossenschaftswesens zu konzentrieren. Die Vordenker des traditionellen Genossenschaftswesens, wie Raiffeisen und Schulze-Delitzsch müssen in die „Gegenwart geholt werden“. Die Frage würde dann weniger lautet: „Was haben sie warum gedacht und gemacht“, sondern „was würden sie heute und morgen – und warum - denken und tun?“

Das MMW VerbändeNetzwerk fühlt sich herausgefordert, genau diesen Schritt im Jahr 2012 konsequent weiter zu verfolgen. Folgerichtig, wird sich die nächste Konferenz mit dem Schwerpunkt-Thema „Genossenschaftliche Strukturen und Kommunikation im Zeitalter der  Neuen Medien“ befassen. Dabei geht es nicht nur um Soziale Netzwerke und wirksame Öffentlichkeitsarbeit, sondern auch um so etwas wie moderne Formen der Willensbildung und – warum eigentlich nicht – z.B. auch eine virtuelle Generalversammlung.


  

09.03.2011

Der Geno-Ombudsmann – Eine Schlichtungsstelle im Interesse des gesamten Genossenschaftswesens

Mit der Einrichtung eines Ombudsmannes im Genossenschaftswesen setzt das VerbändeNetzwerk Menschen machen Wirtschaft (MMW) seinen Weg hin zu einem modernen Genossenschaftswesen in Deutschland konsequent fort.

Der Ombudsmann ist eine bewährte Einrichtung, die man insbesondere aus dem Bereich der Banken oder Versicherungen kennt. Es geht – ganz einfach gesagt – darum, den über 20 Millionen Genossenschaftsmitgliedern und über 6500 Genossenschaften in Deutschland eine überverbandliche, neutrale Schlichtungsstelle anzubieten. Dabei geht es  zunächst um die Schlichtung von „Stress“ zwischen Genossenschaften und deren Mitgliedern. Obgleich in Genossenschaften die Mitglieder wesentlich mehr Einfluss auf die Regelung von Meinungsunterschieden haben als in jeder anderen Rechtsform, zeigt ein Blick z.B. in zahlreiche Foren des Internets, dass Klärung – aus welchen Gründen auch immer – oft genug außerhalb der satzungsgemäßen „Spielregeln“ gesucht wird.

Im VerbändeNetzwerk hat man diese Entwicklungen seit einiger Zeit aufmerksam beobachtet und mit zahlreichen Diskussions-Teilnehmern deshalb direkten Kontakt gesucht. Das Ergebnis war nicht unbedingt nur erfreulich – so der Vorstand von MMW. Zahlreiche Mitglieder – besonders von großen Genossenschaften - berichteten, dass sie den Aufsichtsrat überhaupt nicht kennen oder keine Antwort von diesem erhalten haben bzw. sie aufgrund der Wandlung von Generalversammlung zur Vertreterversammlung auch keine Möglichkeit wissen, ihr Anliegen direkt in einer Mitgliederversammlung vorzutragen.

Ganz sicher sind Foren auch nicht der bessere Weg, zumal die Tendenz unverkennbar ist, dass geschäftstüchtige Anwälte systematisch in solchen Foren nach neuen „Aufträgen“ grasen. Dabei hat man wenig den Eindruck, dass es um eine Minimierung der Konflikte geht, kaum verwunderlich, wenn man weiß, dass Prozesse „ergiebiger“ sind. …

Aber auch die Meinung wäre ernst zu nehmen, wenn Genossenschaftsmitglieder entweder sich nicht hinreichend ernst genommen fühlen oder man ihnen sehr distanziert begegnet, alles Tugenden, die einem modernen Genossenschaftswesen wenig förderlich sind.

Was ein Ombudsmann nicht sein soll und kann ist, sich direkt in die Belange eines Unternehmens einzumischen. Seine Wirkung ist eher eine indirekte, er will vor allem ausgleichend wirken. Da eine solche Stelle unabhängig aber sachverständig arbeitet, kann eine Meinungsverschiedenheit oftmals auch dann gelöst werden, wenn dies zwischen den Beteiligten schon kaum mehr möglich ist.
Im VerbändeNetzwerk ist man sicher, dass die Unternehmen überwiegend kooperativ mitwirken werden, weil sie selbst starkes Interesse an einer „Lösung ohne Öffentlichkeit“ haben, eine Tendenz, die man von ähnlichen Einrichtungen kennt.

Wie man damit umgeht, wenn Unwilligkeit oder Ignoranz – insbesondere bei zahlreichen gleichgelagerten Fällen – besteht, darüber ist die Willensbildung bei MMW noch nicht ganz abgeschlossen. Derzeit werden geeignete Reaktions-Muster von ähnlichen Portalen noch ausgewertet.

MMW stellt klar: Es ist nicht unsere Absicht, jemanden an den „Pranger“ zu stellen. Aber wenn es z.B. zu einer kompletten Lösungsverweigerung kommt und immer wieder die gleichen Unternehmen damit in Verbindung zu bringen sind, wäre auch nicht auszuschließen, die Vorgänge z.B. zu veröffentlichen, natürlich nicht, ohne den Betroffenen die Möglichkeit einzuräumen, ihre Position vorher schriftlich darzustellen. Dann steht Meinung gegen Meinung, und es obläge somit Interessierten, sich daraus ihren eigen Reim zu machen …

Trotz unterschiedlicher Positionen, wie man letztlich hartnäckige Lösungsverweigerer diskret, aber in geeigneter Form auf die „Finger schauen will“, in einem sind sich die Netzwerkmitglieder einig: Wer sich quer zu einer positiven Entwicklung des Genosssenschaftsgedankens in Deutschland legt, kann nicht mit Verständnis oder gar Zustimmung rechnen. Hier geht es letztlich immer auch darum, dass es nicht angehen kann, dass einige wenige „Außenseiter“ den Weg zu einem modernen und faszinierendem Genossenschaftswesen erschweren oder gar blockieren.

Ab sofort steht es allen Genossenschaftsmitgliedern frei, sich an den Geno-Ombudsmann (formlos) per E-Mail zu wenden (info@genossenschaftswelt.de oder info@menschen-machen-wirtschaft.de – z.H. Ombudsmann). Dazu bedarf es lediglich des Nachweises der Zugehörigkeit zu einer  deutschen Genossenschaft (i.d.R. eine Kopie der Mitgliedsbestätigung - gleich welcher Branche) und einer kurzen Schilderung des strittigen Sachverhaltes; ggf. ist Schriftwechsel gleich beizufügen.
Das Verfahren ist in der Regel kostenfrei. Bei umfänglicherer Tätigkeit kann eine Selbstkostenpauschale erforderlich werden. Dies  wird jedoch dem oder der  „Beschwerdeführer/in“ in jedem Einzelfalle vorher mitgeteilt.