Willkommen

GENOSSENSCHAFTEN sind wichtiger Teil eines Modernen KOOPERATIONS-Wesens. Sie bilden die Struktur für einfaches, schnelles und effektives Zusammenwirken für MENSCHEN in unterschiedlichsten Situationen. Eine passende Struktur zu haben, ist eine gute Ausgangsposition. Wer in "GRUPPEN-VORTEILEN" denkt, hat ein wesentliches Prinzip von Kooperation (Coop) verstanden. Hinweis: Unsere CoopGo-Dialoge (per Mail, Telefon- o. Video) sind kostenfrei, sofern uns die Möglichkeit eingeräumt wird, diese Informationen zur Förderung des Kooperativen Wandels einzusetzen („Hilfen zur Selbsthilfe“). Ausschließlich, um eine bessere Lesbarkeit zu gewährleisten, können die Fragen (stilistisch) geringfügig an-gepasst werden. Danke für euere Hilfe zur Gestaltung einer Kooperations-Gesellschaft. Koordination / Redaktion: Gerd K. Schaumann
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31.03.2013

Coop-Watch und Zertifikate schaffen Vertrauen und beeindrucken potenzielle Investoren und Teilhaber


 Genossenschaften und Kooperationen punkten mit Transparenz, nachhaltig guter Rendite, Zertifikaten und dem Konzept Coop-Watch.

 

Finanzvermittler sind wahrlich nicht zu beneiden. Im Umfeld zu den Neuregelungen zur Gewerbeordnung (§34f GewO) sind die Anforderungen an den Vertrieb erheblich gestiegen. So müssen z.B. Aussagen in Protokollen niedergelegt werden, welches Produkt für den Kunden geeignet ist und warum es dem konkreten Kunden zu empfehlen ist. Es wird nicht mehr ausreichen, sich nur auf die Marketingunterlagen des Produktpartners zu verlassen, im Zweifel muss der Finanzvermittler deren Inhalte – zumindest nach Plausibilitätsgesichtspunkten – selbst prüfen. Ein „weiter so“ wird immer schwieriger. Darauf haben hat das MMW VerbändeNetzwerk der Deutschen Genossenschafts- und Kooperationswirtschaft e.V. zügig reagiert und bietet ihren Mitgliedsverbänden und deren Unternehmen verschiedene Ratings und Zertifizierungsformen an. Ziel ist es, gerade jetzt den kooperativ aufgestellten Wirtschaftssektor noch attraktiver für Privatkapitalgeber zu gestalten.

 

So, wie in der gesamten Wirtschaft üblich, wird auch der kooperativ aufgestellte Wirtschaftssektor sich sukzessive in kleine, mittlere und auch größere Einheiten entwickeln. So fasste vom Vorstand des MMW VerbändeNetzwerks, Gerd K. Schaumann Aussagen der Auftrags-Studie „Kooperationen im Trend“ zusammen. Zu vermuten ist, dass zumindest in mittleren und größeren Einheiten – mehr als bisher – systematisch und auch unter Einbeziehung externer Vertriebe - Eigen- und Fremdkapital eingeworben wird. Das bisher übliche „Bankgespräch“ wird zumindest nicht mehr die einzige Kontaktstelle bleiben, mit denen Kooperationen neue Investitionen, neue Standorte oder gar ihre internationalen Ambitionen besprechen und verhandelt werden.

 

Aus gutem Grunde setzte man deshalb bei MMW die geübte Tradition fort und  führte im Rahmen der Konferenz „Investitionen in Kooperationen“ Manager von Genossenschaften und Kooperationen mit potenziellen Investoren zusammen.

 

Zahlreiche Genossenschaften und Kooperationen präsentierten ihre Unternehmen und stellten ihre Tätigkeitsfelder und die Investitionsmöglichkeiten dar. Dabei wurde besonderer Wert darauf gelegt, den Förderzweck des Unternehmens eingehend zu erläutern. Diese (bisher nur) für Genossenschaften gesetzlich festgeschriebene Verpflichtung, die Teilhaber angemessen in den Genuss des Erfolgs zu bringen, gilt natürlich auch für sog. investierende Teilhaber (Mitglieder). Kooperationsmodelle aus den Bereichen Energie, Gesundheit und Vorsorge fanden besonderes Interesse der Vertreter von mittleren Fonds. Neben anderen Gruppen wurde aufmerksam registriert, dass auch Interessenten aus dem Ausland und der Versicherungswirtschaft teilnahmen.

 

Seitens MMW stellten Gerd K. Schaumann und Frank-Peter Evertz (Deus Deutsche Sozietät eG) neue Strategien vor, mit denen MMW in Verbindung mit seinen Kooperationspartner – besonders Wirtschaftsprüfer, Anwälten und dem pvdp Prüfungsverband Deutscher Wirtschaft-, Sozial- u. Kulturgenossenschaften e.V. - den schon ehedem recht „komfortablen“ Sicherheitsaspekt im Genossenschafts- und Kooperationssektor - ausgestalten wird.

 

Beispielhaft wurden die Modelle „Zertifiziertes Förderzeck-Konzept“ und „Coop-Watch“ näher erläutert. Während es beim zertifizierten Förderkonzept um eine Art Rating geht, bei dem regelmäßig die erfolgswirksamen Unternehmenspotenziale überprüft und ggf. korrigiert werden, handelt es sich bei Coop-Watch um ein Investitionskontrollsystem besonders für größere Investitionen, im Rahmen dessen dem Investor regelmäßige Informationsberichte zur Entwicklung des Unternehmens und seiner Investition gegeben wird. Ein Investor kann – sofern dies gewollt und vereinbart ist – quasi tagaktuell die Entwicklung seines Investments nachvollziehen und somit rechtzeitig intervenieren. Sofern es sich bei dem Investor um einen Teilhaber am Unternehmen handelt – was eigentlich dem  kooperativen Denken entspricht - kann er außerdem selbst über die Gremien des Unternehmens, zeitnah und wirksam,  adäquates Umsteuern veranlassen.

 

Zusammengefasst verband Schaumann das Konferenzergebnis mit dem Ausblick: Wir sind dem Ziel einen guten Schritt näher gekommen, die „Gunst der Stunde“ durchaus nutzend, Wege in Richtung eines kooperativ aufgestellten Wirtschafts- und Finanzsektors - als reale Optionen zu den traditionellen Strukturen - beharrlich weiterzuentwickeln. Wir haben Vertrauen verstärkt, Interesse ausgeweitet und fast so etwas wie eine verstetigte Kooperation angebahnt. Wo ehedem nur „schmale Feldwege waren, bestehen jetzt schon gut asphaltierte Landstraßen“. In nächster Zeit können wir es schaffen, sogar die ersten Kommunikations-Autobahnen zwischen kooperativen Unternehmen und kleineren und größeren Investoren zu bauen, resümierten die Teilnehmergruppen einvernehmlich.

 

              

 

 
              

 

16.12.2012

Erste Genossenschaften zertifiziert: "Geprüftes Förderkonzept"


GenoTrust eG und SmartEnergy Coop eG als "TopCoop" ausgezeichnet und führen GÜTESIEGEL "Geprüftes Förderkonzept"

Genossenschaften sind die bei weitem insolvenzsicherste Unternehmensform. Noch zu wenige Menschen wissen das jedoch. Und was auch nicht gerade euphorisch stimmt, das Genossenschaftswesen konnte zwar im „UN-Jahr der Genossenschaften“ recht ordentlich an Zahl zulegen, aber liegt insgesamt in Deutschland dennoch gut unter 10.000 Unternehmen.
 
Gleichwohl hat die Unternehmensform „eG“ in der Bevölkerung einen guten Klang, mit stetig wachsenden mit dynamischen Werten.

Rechtzeitig zum Jahresende 2012 konnte die „Qualitätsoffensive Genossenschaftswesen“ des VerbändeNetzwerks Menschen Machen Wirtschaft e.V. (MMW), die Bemühungen mit Erfolg krönen, den Menschen im Lande noch mehr Orientierungssicherheit in Sachen Genossenschaften zu geben. Das – in Verbindung mit Wissenschaftlern, Wirtschaftsprüfern und Prüfungsverbänden des Genossenschaftswesens - entwickelte GÜTESIEGEL „Geprüftes Förderkonzept“ bestand gerade seine Bewährungsprobe, erstmals wurden die Auszeichnungen verliehen.

Zu den ersten Preisträgern mit der Auszeichnung „TopCoop“ gehören die GenoTrust eG und die SmartEnergy Coop eG.
 
Anlässlich der Verleihung der Auszeichnung in Berlin fasste der Vorstand von MMW Funktion und beabsichtigte Wirkung eines solchen Gütesiegels zusammen: „Genossenschaften sind bisher zweifellos im Wirtschaftsleben, die mit Abstand sicherste Rechtsform. Unser Anliegen war es, nicht nur deutlich zu machen, dass dies so bleiben muss, weil dies für die Entfaltung der enormen Zuwachspotenziale dieses Unternehmensbereichs von immens größer Bedeutung ist. Gerade in Zeiten wirtschaftlicher Umbrüche und Vertrauensverlust in anderen Rechtsformen ist es wichtig, den Menschen noch mehr Verlässlichkeit bei der Auswahl ihrer „Mitmach-Entscheidung“ zu geben. Dazu soll das Gütesiegel dienen, das den Wertmaßstab „Genossenschaft“ weiter in den Köpfen der Menschen und auch Unternehmen festigen soll“
 
Das Besondere beider Genossenschaften (GenoTrust und SmartCoop Energy) ist, dass sie zugleich dem VerbändeNetzwerk als „Leitgenossenschaften“ (oder „Patronatsgenossenschaften) zukünftig als Partner für genossenschaftliche Optimierung und Entwicklung zur Verfügung stehen, d.h. die Bereitschaft einbringen, neue Wege zu einem modernen und zukunftsfähigen Genossenschaftswesen praxisnah zu erproben. Sie akzeptieren dazu, sich z.B. besonderer Transparenz- und Überprüfungsregelungen zu öffnen.
 
Für den Vorstand der GenoTrust eG nahm der Vorstand Frank-Peter Evertz die Auszeichnung „TopCoop“ entgegen. Evertz äußerste zwar Verständnis dazu, dass die Anforderungen bis zum Abschluss der Prüfung enorm zeitaufwändig waren und die Prüfer hohe Hürden aufgebaut hatten, die oftmals zu „Überstunden“ führten, gab aber zu bedenken, dass dies wohl kaum von kleineren Genossenschaften geleistet werden kann und zu überlegen wäre, das „Geprüfte Förderkonzept“ in zwei Varianten anzubieten. Sein Vorschlag: Man könnte z.B. zur Wahl stellen, ob eine Genossenschaft sich – neben einer Förderzweckprüfung - auch um die Auszeichnung „TopCoop“ bewerbe oder nicht.
 
Für den Vorstand von MMW versprach Lothar Kühne, diesen Vorschlag aufzugreifen und mit dem Fachbeirat „Förderkonzept-Optimierung“ über entsprechende Varianten zu sprechen. Es sei einleuchtend, dass z.B. Genossenschaften, die nicht ständig eine Vielzahl neuer Mitglieder aufnehmen wollen – wie z.B. eine Handwerksgenossenschaft - nicht unbedingt auf eine Auszeichnung „TopCoop“ Wert lege, weil dies die Tätigen Teilhaber tagtäglich selbst beurteilen könnten.
 
Gleichwohl war man sich im Vorstand von MMW einig, an den durchaus hohen Hürden zum „Geprüften Förderkonzept“ festhalten zu wollen. Dies wurde vor allem mit der Absicht begründet, dass das Zertifikat eine feste und verlässliche Orientierungsgröße in allen Bereichen des Genossenschaftswesens haben soll.
 
Wer damit „wirbt“, muss auch bereit sein zu akzeptieren, dass die Menschen auf das „Gütesiegel“ vertrauen können. Das ist auch der Grund, warum sich MMW entschlossen hat, das Gütesiegel nur zeitlich befristet zu verleihen (1 Jahr oder 2 Jahre) und sich das Recht ausdrücklich – vertraglich festgeschrieben – vorbehält, das Gütesiegel zu widerrufen, sofern sich die prognostischen Werte nicht verifizieren oder die Genossenschaft vom geprüften Unternehmenskonzept nachteilig abweicht.
 
Die Prüfungsdurchführung obliegt ausschließlich den im VerbändeNetzwerk organisierten Prüfungsverbänden, die durch weitere Mitglieder des Fachbeirates (vor allem Wirtschaftsprüfer und Fachberater) unterstützt werden.
 
Zunächst steht die „Förderzweck-Prüfung“ und Zertifizierung nur Mitgliedsunternehmen aus der Verbändestruktur offen. Es ist jedoch beabsichtigt, nach einer Evaluierungsphase auch Genossenschaften ganz allgemein den Zugang zum „Testat“ zu ermöglichen.
 
In der Begründung, warum man von einem „Geprüften Förderkonzept“ spricht und nicht ganz allgemein von einer „Sonderprüfung“, heißt es, dass der „Förderzweck KERNBEREICH und Besonderheit der Rechtsform Genossenschaft“ ist. Und genau diesen Kernbereich wolle man besonders berücksichtigen, denn darüber gewinnt das Genossenschaftswesen einen Großteil, was Menschen an dieser Rechtsform interessiert bis fasziniert: Vertrauen-Sicherheit-Mitgestaltung und natürlich auch angemessenen Ertrag.         

26.04.2012

Ostdeutsche Genossenschafts- und Prüfungsverbände zeigen sich solidarisch.

Genossenschaften in Thüringen und Sachsen müssen nicht „auswandern“



Was zunächst wie ein „schlechter Scherz“ klang, scheint inzwischen ernsthaften Hintergrund zu bekommen: Ein großer Teil der Genossenschaften in Sachsen und Thüringen ist irritiert über die Entwicklungen um und in einem der großen traditionellen Genossenschaftsverbände in Ostdeutschland. Noch vor Jahren auf Expansionskurs von Sachsen nach Thüringen und Brandenburg, scheint es jetzt, als habe der Verband schon längst die Hoheit im eigenen Hause aufgeben müssen. Ob eine Sanierung Erfolg haben wird, wird davon abhängen, ob die Mitgliedsgenossenschaften bereit sind diese mit den von ihnen zu zahlenden Gebühren und Beiträgen finanzieren.

Um den betroffenen Genossenschaften in dieser schwierigen Situation auch weiterhin eine regionale Betreuung zu sichern, hat sich spontan die Arbeitsgemeinschaft Unabhängige Ostdeutsche Genossenschafts- und Prüfungsverbände (GENO-ARGE-OST) gebildet. Koordiniert wird die Initiative vom MMW VerbändeNetzwerkes der Deutschen Kooperations- und Genossenschaftswirtschaft e.V.

Anlässlich einer Tagung der GENO-ARGE-OST in Leipzig formuliert Gerd K. Schaumann (MMW-Vorstand) die Ziele der GENO-ARGE:

1. Im Gegensatz zur Bildung immer größerer Einheiten mittels Verschmelzung, setzen wir auf KOOPERATION, dem Grundelement des Genossenschaftswesens.

2. Die  ARGE vereint kleinere, aber dafür überschaubare und eigenständige Verbände. Dadurch wird den Mitgliedern ein Gefühl der Vertrautheit und Nähe gegeben, was zugleich auch Vertrauen schafft.

3.  Der Sitz dieser kleineren Verbände ist nicht irgendwo fernab, unerreichbar und kaum sprechbar, sondern ist in der Nähe präsent; man kennt sich eben.

4. Es gibt keinen Beweis anzunehmen, dass Größe etwas mit mehr Kompetenz und Leistung zu tun hätte. Im Gegenteil. Alle diese „Kleinere Einheiten“ sind professionell tätig und aufgestellt, was nicht zuletzt durch die Qualitätsprüfungen durch die Wirtschaftsprüferkammer nachgewiesen wurde. Außerdem wird mittels der ARGE zusätzliche Leistung und Kompetenz – bei Bedarf fachkompetent – beigesteuert.

5. Die Form der ARGE ist außerdem für die Mitgliedsunternehmen kostengünstig, weil sie keine unnötigen Kosten für „Hofhaltung“ oder Repräsentation verursacht, die letztlich immer über Beiträge und Gebühren zu finanzieren sind.

6. Mit dem GENO-KOOP-BUND e.V. dem Dachverband der Unabhängigen Genossenschafts- und Prüfungsverbände verfügt die ARGE auch über das heute notwendige Instrument für nationale und internationale Interessenvertretung und erhält Zugriff auf weitere Serviceangebote, wie z.B. Weiterbildung, Öffentlichkeitsarbeit und spezielle Fachkompetenz..

Von anwesenden Genossenschaftsvorständen und –aufsichtsräten ließ sich die ARGE nicht nur Einblick in vermutlichen Ursachen und zukünftige Entwicklungen des betroffenen Mitteldeutschen Traditionsverbandes geben, sondern war vor allem  interessiert, welche Wünsche bzw. Forderungen an die ARGE gestellt werden.

Wichtige Themen waren vor allem die Prüfungskosten und die Beiträge.

Hans Nollau, einer der Koordinatoren der ARGE berichtete, dass man den ARGE-Verbänden empfehle, über eine beitragsfreie Doppelmitgliedschaft nachzudenken. Dadurch würde auch erreicht, dass die Mitglieder sich in aller Ruhe nach einer Alternative umsehen und diese auch ohne zusätzliche Kosten sozusagen „testen“ könne.

Für den anwesenden pvdp Prüfungsverband Deutscher Wirtschafts-, Sozial- u. Kulturgenossenschaften e.V. erklärte dessen Verbandsratsvorsitzender Lothar Kühne, dass er bereits die Zusage mitbringe, allen Mitgliedern des betroffenen Traditionsverbandes eine kostenfreie Doppel-Mitgliedschaft anbieten zu können. Herr Reinhard Weller vom Prüfungsverband Progess e.V. bot ebenfalls bereits eine kostenfreie Doppelmitgliedschaft an. Die Vertreter der übrigen anwesenden Prüfungsverbände gingen davon aus, dass ihre Gremien sich der Bitte der ARGE nicht verschließen werden.

Zum Schluss der Tagung appellierte Gerd K. Schaumann eindringlich an alle Beteiligten, nicht dem Kreis der Kritiker an den ehedem schon beschwerlichen Entwicklungen innerhalb des besagten Traditionsverbandes beizutreten, vor allem nicht in der Öffentlichkeit. Es ist bereits jetzt nicht unerheblicher Schaden für die ostdeutsche Genossenschaftslandschaft entstanden und jede weitere Kritik würde allen Verbänden schaden. In solchen Situationen gibt es keine verbandlichen „Gewinner“ oder „Verlierer“, in solchen Situationen verliert das gesamte Genossenschaftswesen und das gerade jetzt, wo Genossenschaften quasi wie „Phönix aus der Asche“ aufsteigen.     

21.04.2012

GENOSSENSCHAFTEN 2012: Intelligent nach innen und außen kooperieren.

Das UN „Jahr der Genossenschaften“ vor allem auch zur Modernisierung des GENO-Wesens nutzen!

Die Genossenschaftsbewegung erinnert derzeit an das Bild des „Phönix“: Irgendwie im Schatten stehend, erwacht sie zu neuem Glanz und neuer Hoffnung. Die Rechtsform der Genossenschaft begeistert plötzlich sogar solche Gruppen, die mit Gemeinschaft und Kooperation bisher nur wenig am Hut zu haben schienen. Ein Beispiel dazu: Der liberale Wirtschaftsminister sieht die Genossenschaft sogar für so etwas wie einen Baustein der Marktwirtschaft. Grund genug, jetzt alles zu tun, dass die Faszination nicht wieder verpufft, sondern sich zu einem dynamischen, langfristig stabilen Trend entwickelt. Wesentlich dafür ist wohl, dass mittels Genossenschaft sich auch der erwartete Erfolg einstellt, was längst nicht nur – aber auch angemessene „Gewinne“ heißt.

Die Fachkonferenz „GENO 2012“ des MMW VerbändeNetzwerks der Deutschen Genossenschafts- und Kooperationswirtschaft e.V. in Kassel führte dazu Experten aus Wissenschaft, Praxis und Beratung zusammen. Ihnen allen war – aus unterschiedlicher Perspektive schauend – die Aufgabe gestellt, Antworten zu finden auf die grundlegendste Frage jeder GENO: „Wie können dauerhaft die erfolgversprechenden, kooperativen Vorteile einer Genossenschaft - langfristig gesichert - zu überlegenen praktischen Erfolgen, zugleich für Teilhaber, Mitarbeiter und Kunden werden?“

Die Eröffnungsrede des MMW-Vorstandes Gerd K. Schaumann klang eher zurückhaltend, indem er von einem „notwendigem, aber erforderlichen Versuch“ sprach. Im Schlusswort klang das bereits ganz anders: „Sie (die Referenten) haben uns davon überzeugt, dass Erfolg sozusagen unvermeidlich ist, wenn intelligent umfassend kooperiert wird, sozusagen ein nachhaltiger TEAM-GEIST in alle Richtungen, bis hin zum Kunden, ausstrahlt. …“

Die Ergebnisse der wichtigen Arbeitsgruppen (Führung zur Selbstverantwortung – Wenn immer ein Chef den Kunden bedient – Erfolgsfaktor Arbeitsfreude – Beteiligung am Erfolg – Die „WIR-KRAFT-Potenziale“ entfalten), fasste Lothar Kühne (Verbandsrat im pvdp Geno-Prüfungsverband e.V.) zusammen. Sein Resümee: Keine andere Rechtsform verfügt über quasi über so eine Art „kooperatives GEN“, keine andere Rechtsform kommt dem Erfolgsprinzip der Natur so nahe. Wer würde bestreiten, dass damit die Natur „unschlagbar erfolgreich“ wirkt. Eine GENO, die nach diesem Prinzip – auf allen Ebenen und in alle Richtungen – wirkt muss sozusagen per se erfolgreicher sein. Wenn nicht, dann wurde irgendwo ein Fehler gemacht“.

Großen Andrang hatte die Arbeitsgruppe „Smart Geno-Finanz-Konzepte“.  Hier ging es besonders um intelligente Formen der Finanzierung von Genossenschafts-Projekten, vor allem im Energiebereich. Zahlreiche Vertreter solcher Projekte sprachen geradezu von einer Verweigerungshaltung der Banken. Auch bei überzeugendsten Business-Plänen tun sich die Banken schwer. So wurde z.B. von einem Produzenten von hocheffizienten BHKW-Anlagen berichtet, dass man sich noch nicht einmal die Mühe gemacht habe, die Technik zu würdigen, obgleich die beigefügten Wirkungsgrad-Analysen (von anerkannten Fachinstituten testiert) mehr als hinreichend hohe und gesicherte Erträge erwarten ließen.

Frank-Peter Evertz (Varitas GenoServices eG) – der die Gruppenergebnisse vortrug – mahnte, sich nicht allzu lange mit Kritik und Analyse aufzuhalten, sondern sich um Alternativen zu bemühen, die auch ohne eine Bankenmitwirkung zielführend seien.

Dazu stellte er das Smart Energy Coop (SEC) Konzept vor, das er für und mit dem MMW VerbändeNetzwerk entwickelt hat. Tragende Säulen des Konzeptes sind einerseits das Engagement der Mitgliedsgenossenschaften der Verbände-Struktur selbst, andererseits das Hinzutreten von Sponsoren und privaten Finanzierungseinrichtungen, verbunden mit einem direkten Engagement einer Genossenschaft als investierendes Mitglied bei den jeweiligen Energiegenossenschaften.

Das Resümee von Evertz: Wir haben das Konzept gemeinsam mit dem pvdp Prüfungsverband e.V. (Dessau/Berlin) durchgerechnet und geprüft. Alle uns von den Gremien des VerbändeNetzwerks gestellten Vorgaben – insbesondere in Richtung Absicherung und Rechtskonformität sind inzwischen erfüllt. Mit dem SEC-Konzept wird der MMW in die Lage versetzt, gerade in Startphasen von Energiegenossenschaften notwendige Aufbauhilfe beisteuern zu können. Dabei sei die Form der Eigenkapital-Aufbau-Hilfe wesentlich interessanter als eine Finanzierung mit Fremdmitteln, wie z.B. Bankkredite, weil dadurch sofort die Problematik einer möglichen Überschuldung entstehen könnte.

Die Ergebnisse der Arbeitsgruppe „Selbsthilfe in modernster Form“ wurden von Hans Nollau (Vorstand bei MMW) zusammengefasst. Nollau hob - unter den zahlreichen vorgetragenen Konzeptionen – das Projekt AMD Therapy eG besonders hervor, weil hier erstmals Bürger sich zusammengeschlossen haben, um ein akutes gesundheitliches Problem einer Lösung zuzuführen. Dabei handelt es sich um die Augenkrankheit „AMD“, die über Jahre hinweg schleichend die Sehfähigkeit mindert und schließlich zur Erblindung führt. Neben dem wichtigen Gedanken der „Betroffenen-Selbsthilfe“ zeigt dieses Konzept sehr gut eine weitere Perspektive auf: Die nachvollziehbaren latenten Divergenzen zwischen einerseits einer auf Sparsamkeit eingestellten Finanzpolitik und andererseits der Ansprüche betroffener Bürger an die staatliche Sozialpolitik. Dieser Konflikt muss nicht „unentschieden“ enden und enttäuschte Bürger zurücklassen. Von solchen Projekten – wie AMD Therapy eG - geht die Botschaft aus, dass zur Resignation kein Anlass besteht, wenn sich Betroffene und potenziell Betroffene zum gemeinschaftlichen Handeln befähigen. Dafür ist die Genossenschaft geradezu als traditionelle Selbsthilfe-Organisationsform herausgefordert und anerkannt. Nollau verwies darauf, dass das MMW-VerbändeNetzwerk diesbezüglich Vorschläge an die Politik formuliert habe, zu einer Art konzertierter Aktion zu kommen, wie z.B. solchen Initiativen steuerrechtliche Anreize zu geben, sofern sie „quasi-staatliche“ Aufgaben in Selbsthilfe ausführen.

Im Schlusswort ermutigte Gerd K. Schaumann die Teilnehmer, im Jahr der Genossenschaften sich mehr als bisher auf Gegenwart und Zukunft des Genossenschaftswesens zu konzentrieren. Die Vordenker des traditionellen Genossenschaftswesens, wie Raiffeisen und Schulze-Delitzsch müssen in die „Gegenwart geholt werden“. Die Frage würde dann weniger lautet: „Was haben sie warum gedacht und gemacht“, sondern „was würden sie heute und morgen – und warum - denken und tun?“

Das MMW VerbändeNetzwerk fühlt sich herausgefordert, genau diesen Schritt im Jahr 2012 konsequent weiter zu verfolgen. Folgerichtig, wird sich die nächste Konferenz mit dem Schwerpunkt-Thema „Genossenschaftliche Strukturen und Kommunikation im Zeitalter der  Neuen Medien“ befassen. Dabei geht es nicht nur um Soziale Netzwerke und wirksame Öffentlichkeitsarbeit, sondern auch um so etwas wie moderne Formen der Willensbildung und – warum eigentlich nicht – z.B. auch eine virtuelle Generalversammlung.