|
Genossenschaft-Online: Ihre Frage hört sich an, als hätten Sie gerade Genossenschaft neu „erfunden“. Diesmal jedoch offensichtlich als „Politik-Ersatz“. Auch wenn es – zunächst – so auszusehen mag, Genossenschaften sind und werden kein „Ersatz“ für politisches Handeln , auch nicht „klammheimlich“. … Der Begriff „Selbstverwaltung“ – ein wichtiger Begriff für
Genossenschaften - wird (leider) inzwischen bereits recht mehrdeutig und politisch intendiert genutzt. Er wird
auch – ob berechtigt oder nicht – den sog. „Reichsbürger-Bewegungen“ zugerechnet. … Wir wollen das politische Konzept der
„Selbstverwalter“ nicht
bewerten. Das ist Teil einer politischen Ausrichtung, für die man politisch
überzeugen muss. „Durchmogeln“ bzw.
„Trittbrett-fahren“ – auf Kosten der Menschen, die wirklich an Kooperation
und Gemeinschaftswirtschaft interessiert sind – wird es nicht geben können. Wer
nicht erkennen will, dass so etwas die gesamte Idee der Genossenschaften und Kooperation bremst,
wahrscheinlich sogar erheblich beschädigt, wird mit deutlichen Antworten
rechnen müssen. … Es ist zweifellos eine – aus
Sicht der „Selbstverwalter“ – geniale Idee, die Genossenschaftsbewegung für ihre Interessen
klammheimlich zu funktionalisieren. Aber es ist nicht im Interesse der Genossenschaftsbewegung, sich durch solche „Spielchen“
behindern oder gar schwächen zu lassen. Wir treten gern in einen
offenen und fairen Diskurs ein, auch darüber, ob es wirklich Sinn macht in
irgendwelche historischen, meist juristisch geführten Diskussionen über deutsche Staatsgebilde mit dem Begriff
„Reich“ einzutreten. Woran wir uns jedoch nicht
beteiligen werden ist, Vorwand für staatliches Handeln zu liefern, Genossenschaften –
mehr noch als bisher bereits erkennbar – unter „Aufsicht“ zu stellen. .. Dennoch ist „neidlos“
anzuerkennen, wie „genial“ diese „Deutschtums-Szene“ ein „Konzept“ erkannt und bereits genutzt hat, das ihren Interessen
weitgehend entgegenkommt. Mit einem solchen Konzept
verbindet sich – sicherlich gänzlich ungewollt - der Name „Alex Fischer“. Das Buch „Reicher als die Geisens“
und seine „Reichtums-Seminare“, besonders in Verbindung mit Immobilien, sind
höchst wahrscheinlich auch „Balsam“ für die Seele vieler „Reichs-Adepten“ gewesen. Wer die „Umsetzungs-Ebene“ von Herrn Fischers „Grundideen“ mit
Begriffen wie: · Familie, · Vermögenssicherung,
· Steuern
sparen, · Währungskrise,
· Selbstverwaltung,
etc. verbindet, spricht bereits
einige der „Reichs-Adepten“ emotional gut an. Verbindet man dann noch diese Begriffe mit dem Gedanken · „Genossenschaft“,
muss das jeden „Reichs-Adepten“ förmlich ekstatisch werden lassen: · Heureka –
das ist genau das, was wir jetzt dringend benötigen! Jetzt bedarf es lediglich noch
etwas Erfahrung mit dem Vertrieb von „Finanzprodukten“ und es ist das
erreicht, wovon die „Szene“ bisher nur träumen konnte. … Wer sich die „Sozialstatistik“ der RB-SV-Bewegung (Reichsbürger-Selbstverwalter) ansieht, erkennt unschwer, dass ein
hoher Anteil dieser Gruppen, sich
unterhalb der „Pfändungsfreigrenze“ bewegt, meist sogar
Sozialhilfe-Leistungen gern in Anspruch nimmt. … Unschwer zu erkennen, dass
davon nur sehr wenig in „Politik-Fonds“ abzuführen war. … Das „Alex-Fischer-Konzept“
hatte und hat also gute Voraussetzungen, um dieses „Finanzierungs-Defizit“ zeitnah umzukehren. … Es bedurfte dazu nur wenig,
vor allem wenig Zeit, denn die „Finanzberater-Szene“ hatte bereits seit
Jahren Probleme mit ihrer individuellen Auslastung, zumal auch die
(staatlichen) Qualifikationsanforderungen, „Bürokratie-belastungen“ und Kontrollen gestiegen waren. … Man hielt sich mit immer neuen
„Finanz-Phantasie-Produkten“ über Wasser, jedoch waren diese
letztlich finanziell unergiebig und vor allem für RB-SV`ler kaum „kundenbezogen“ vorteilhaft zu nutzen. Wollte man das ändern, musste
man „Vertraute“ kennen, die etwa über folgende „Kombi-Qualifikationen“ verfügten: · Experten
für Finanzdienstleistungen · Experten
für Genossenschaftswesen, besonders als Gründungsberater · Eigene unternehmerische
Erfahrung, etc. |
