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GENOSSENSCHAFTEN sind wichtiger Teil eines Modernen KOOPERATIONS-Wesens. Sie bilden die Struktur für einfaches, schnelles und effektives Zusammenwirken für MENSCHEN in unterschiedlichsten Situationen. Eine passende Struktur zu haben, ist eine gute Ausgangsposition. Wer in "GRUPPEN-VORTEILEN" denkt, hat ein wesentliches Prinzip von Kooperation (Coop) verstanden. Hinweis: Unsere CoopGo-Dialoge (per Mail, Telefon- o. Video) sind kostenfrei, sofern uns die Möglichkeit eingeräumt wird, diese Informationen zur Förderung des Kooperativen Wandels einzusetzen („Hilfen zur Selbsthilfe“). Ausschließlich, um eine bessere Lesbarkeit zu gewährleisten, können die Fragen (stilistisch) geringfügig an-gepasst werden. Danke für euere Hilfe zur Gestaltung einer Kooperations-Gesellschaft. Koordination / Redaktion: Gerd K. Schaumann
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25.09.2020

Raiffeisen: Meine Banken jetzt „Eventus-Banken“ – nein danke!


  

 

Die Bundesrats-Initiative von Baden-Württemberg – als Antwort auf den „Eventus-Betrugs-Fall“ - könnte dazu führen, das gesamte deutsche Genossenschaftswesen auf den „Prüfstand“ zu stellen, zumindest das der Raiffeisen- und Volksbanken. Zur Erinnerung: Bei Eventus wurde ein Schaden für Genossenschaftsmitglieder in Höhe von 10 Mio. EU verursacht. Der Vermögensschaden für Genossenschaft-Mitglieder in Raiffeisen- und Volksbanken könnte sich sogar – auf die unglaubliche Summe - von mehrere Milliarden EU belaufen!  Der Grund: Die fatale Verschmelzungssstrategien des Bankenverbandes (BVR) und der Genossenschaftsverbände im DGRV, zuvörderst der „Genossenschaftsverband der Regionen“. Es geht um „enteignungsgleiche Eingriffe“ in das Vermögen der „wegverschmolzenen“ Bankgenossen. Aber es geht noch um viel mehr: Seit Jahren wird den Mitgliedern in (fast) allen Raiffeisen- und Volksbanken (mit aktiver Duldung der Prüfungsverbände) die Mitgliederförderung verwehrt und es ist davon auszugehen, dass das auch weiterhin geschieht. Dabei sollte bekannt sein, dass eine „Verzinsung der Geschäftsanteile“ keine Mitgliederförderung ist!

Droht also nach dem „Eventus-Skandal“ nun ein – ungleich größerer – ein „Genossenschafts-Banken“- Skandal“? Das rüttelt sogar an den Grundfesten von F.W. Raiffeisen, der die Mitgliederförderung als „Existenz-Grundlage“ für Genossenschaften und Genossenschafts-Banken sah. Jetzt sogar von „Eventus-Banken“ zu sprechen, könnte deshalb angebracht sein, weil der Begriff „Eventus“ – bisher für „Genossenschaft“ stand, die keine Mitgliederförderung kannte und das Vermögen ihrer Mitglieder ständig schmälerte. Und genau das scheinen Raiffeisen- und Volksbanken in massiv gesteigerter Form – und mit Unterstützung der Staatsaufsicht - zu praktizieren. Aus „Versehen“ oder mit (beratener) Absicht, mogelt sich die BR-Initiative des Landes an der eigentlichen Thematik vorbei: Bei „Eventus“ war das wirkliche Problem, eine völlig (oder absichtlich) fehlende Mitgliederförderung. Natürlich geht es auch um „Grauen Kapitalmarkt“, aber das ist im Vergleich zur fehlenden Mitgliederförderung eher nachrangig. Wir gehen derzeit davon aus, dass – aus Rücksicht auf die Genossenschaftsbanken – dies bisher im BW-Landtag (absichtlich) nicht diskutiert wurde. Denn wenn man „Eventus“ auf „Mitgliederförderung“ untersucht hätte, wäre keiner auf die Idee gekommen, ausgerechnet die Qualitätssicherung der Wirtschaftsprüferkammer (WPK) als „Skandal-Vermeidungseinrichtung“ zu wählen. Denn die duldet „Qualitätssicherung“ für Genossenschafts-Banken schon seit Jahren ohne Mitgliederförderung und soll das jetzt – noch engagierter – tun? Man treibt sozusagen den „Teufel mit dem Belzebub“ aus. Wenn jemand wirklich eine Lösung sucht, dann könnte ein Blick in den § 81 GenG lohnen: Genossenschaften, die ihre Mitglieder nicht fördern, müssen deren Verwaltungsorgane (Vorstände/Aufsichtsräte) ablösen und die Genossenschaft ist  dann, von Gesetzes wegen, durch die Landesbehörde aufzulösen. Der Grund: Genossenschaften ohne Mitgliederförderung sind keine Genossenschaften – analog Eventus. Jetzt ist der Gesetzgeber gefragt! Der Fall „Eventus“ könnte mehr für Deutschlands Genossenschaften auslösen, wie bisher gedacht. Alles begann in Baden-Württemberg mit einem Untersuchungsaussschuß – für 10 Mio. – Schaden. Im Vergleich zu einem Schaden in Höhe von mehreren Milliarden EU geradezu „kläglich“. Jede Aufsichtsbehörde, die künftig die fehlende Mitgliederförderung ignoriert, könnte sich sogar selbst „schadenersatzpflichtig“ machen. Der Fall „Eventus“ ist an der „Staatshaftung“ bereits  recht nahe dran … Jetzt könnte ein „GenoBanken-Watch“ angebracht sein. Analog von „Eventus“ kann jetzt Baden- Württemberg zeigen, dass man wirklich auf Seiten der Bürger und zugleich der vielen betroffenen Genossenschaftler steht. Wie wäre es mit einer „Bestandsaufnahme“ der Landes-Aufsichtsbehörde  bei allen Genossenschaftsbanken im Land Baden Württemberg? Und danach könnte man die bereits beim Bunderat vorliegende Initiative wohl merklich überarbeiten! Die Gefahr, im eigenen Bundesland auf viele „Eventus-Banken“ zu stoßen ist wahrscheinlich. Wenn sich jedoch erst – wie im Falle „Eventus“ geschehen - „Geschädigte“ (die zugleich auch Bürger des Landes sind) zusammenschließen, drohen Landtagsdebatten und Schadebersatz-Prozesse mit ungewolltem Ausgang. Auch geschäftstüchtige Anwaltkonsortien wissen inzwischen recht genau, wie man ohne Risiko, öffentlichkeitswirksam Prozesse führt. …

Um das zu vermeiden,  sollte man zeitnah prüfen, eine „Landesschlichtungsstelle“ einzurichten und BVR und DGRV und  die betroffenen Banken auffordern, einen „Schadensausgleichs-fonds“ für „Geschädigte Genossenschaftsmitglieder“ zu bilden. Als erstes Zeichen für eine Verhandlungslösung könnte sein, alle Raiffeisen- und Volksbanken und den zuständigen Genossenschaftverband aufzufordern – bis zur Klärung der Landesschlichtungsstelle - keine Verschmelzungen zu genehmigen und die Prüfungsberichte von Bankenprüfungen in Bezug auf die Mitgliederförderung durch die Landesaufsichtbehörden beurteilen zu lassen. …   

GenoGenial – So geht Zukunft

Frage/Situation

Es muss doch in diesem Land möglich sein, Bereiche zu finden, die nicht „Versumpft“ sind. Ausgerechnet bei Genossenschaftsbanken findet man einen „Sumpf“ von Betrug und Misswirtschaft vor, den man eigentlich nur in der „Gegeneinander-Wirtschaft“ erwartet. Eigentlich gehörten diese Art von Genossenschaftsverbänden aufgelöst. Ass man ihnen sogar das Privileg gibt, zu „Prüfen“ und sie bei Gesetzgebungsvorhaben zu Wort kommen lässt, zeigt wie „versumpft“ Gesellschaft und Genossenschaftslobby sind. …

Aber es sei auch über Positives berichtet, allerdings nicht in Deutschland. Kein Wunder wenn in Deutschland das Genossenschaftswesen dahindümpelt.

Was kann man tun, außer zu resignieren und sich entsetzt aus diesem bereich zu verabschieden …

FragestellerInnen (u.a).: AK Junge Aufsichtsräte

Lösung/Impulse

Wir können euren Zorn gut nachvollziehen. Dennoch können wir den Mitgliedern in Raiffeisen- und Volksbanken nicht die Frage ersparen: Weshalb habt ihr es soweit kommenlassen. …

Es gibt verschiedene „Mahner“, die seit Jahren auf diesen Missstand hinweisen. GenoNachrichten hat regelmäßig Beiträge zu diesem Thema gemacht und es gibt sogar recht komfortable Literatur, sogar über die konkreten Verschmelzungsaktionen.

Nun, nachvollziehbar ist, dass der Altersdurchschnitt in solchen Banken inzwischen wohl über 60-65 Jahre liegt. Man könnte es auch anders ausdrücken mit der Frage: Wer hat eigentlich mehr Zeit als Rentner?

Wir könnten verstehen, dass es schwer fallen könnte, das „Innenleben“ einer Deutschen- oder der Commerzbank zu durchschauen, aber bei einer RB oder VB sollte das schon gelingen können.

Wir vollziehen auch nach, dass die Gremien Vorstand und Aufsichtsrat inzwischen von dem Genossenschaftsgedanken recht weit entfernt sind, die Zeiten von „ich gehe mal eben zu meiner Bank im Dorf“ scheinen konsequent zu Ende zu gehen.

Aber ist das wirklich so?

Als man euch damals sagte, unsere Bank „muss“ verschmolzen werden, habt ihr euren Vorständen und Aufsichtsräten „brav“ geglaubt, denn sie waren euch nahe, sie lebten im Dorf, zumindest im nächsten Dorf. …

Bis heute bleibt uns der Argumentation verschlossen, weshalb eine kleine Bank nicht handlungsfähig sein sollte. Sie war in der Region gut verankert, Teil von Euch. …

Durch die Verschmelzung mit einer Großstadtbank oder einer Bank „fern ab“ von euch, habt ihr den Kontakt zur Region verloren. Nun, das ist Geschichte. Banken, die davon noch betroffen sein könnten, das „Vermögen“ der Bank in der Region halten wollen, ist zu empfehlen: Überlegt, ob ihr überhaupt eine Bank bleiben müsst? Das klingt „ungenossenschaftlich“, scheint aber derzeit die einzige Möglichkeit zu sein, das Vermögen, das die Mitglieder mühsam aufgebaut haben, sinnvoll zu verwenden, durchaus als Genossenschaft.

Dazu die einfache, wie zunächst irritierende Frage: Wozu muss man Mitglied einer großen Volksbank sein? Mal ehrlich, was bringt euch zu dieser Haltung?

„Man muss doch eine Bank haben, um seine Kredite, seine Geldgeschäfte abzuwickeln“. Na klar, aber wozu muss man deshalb „Mitglied“ bei dieser Bank sein? Man kann sagen: Tradition, Vertrauen oder Sicherheit. Nun das bringt auch jede Sparkasse zustande. Und die würde zumindest nicht verlangen, dass ein Mitglied „kostenlos“ sein erwirtschaftes Bankvermögen abgeben muss.

Nehmen wir mal an, man erzählt euch, dass euere Bank verschmelzen soll. Schön, die größere Bank würde – sofern ihr es wirklich wollt – euch als Mitglied gern aufnehmen. Was ihr dann aber „abgeben“ würdet wäre euer Vermögen, das ihr für euch und mit den anderen zusammen, aufgebaut habt.

Nun lasst uns mal über zwei  sinnvolle Wege sprechen, die alle eure „Wünsche“ erfüllen würden:   

·       Ihr verschmelzt nicht, wollt aber eure Bank auch nicht fortführen. Dann gebt ihr die Banklizenz zurück, gründet eure kleine Bankgenossenschaft in z.B. eine Wohnungsbaugenossenschaft um, vielleicht eine mit komfortablen Wohnungen für ältere Menschen. Euer Kapital bleibt sozusagen im Dorf und wenn ihr ausscheiden wollt, würde das Bankvermögen – das ihr mit erwirtschaftet habt -  euch oder euren Kindern zufließen können, sofern ihr nicht einfach die Mitgliedschaft übertragt.

·       Ihr werdet „wegverschmolzen“, auf eine Bank, wo ihr keinen kennt. Dann werdet ihr quasi „enteignet“, denn euer aufgebautes Vermögen wird an die Verschmelzungs-Bank „übereignet“, ohne euch zu fragen oder euch das zu sagen.

Fragt euch einmal selbst; Ist so etwas Genossenschaft? Das kann man auch „kalte Enteignung“ nennen. Und das Entscheidende daran: Ihr werdet einfach nicht korrekt informiert, es wird über euere „Köpfe“ hinweg von Verbänden und Vorständen entschieden. Na klar gibt es Aufsichtsräte, die dabei mitmachen. Vorstände und Aufsichträte werden „geködert“. Wie? Über Druck oder über Belohnung. Der „Gehaltunterschied“ ist nicht gering.

Und nach der Verschmelzung geht es weiter zur nächsten Verschmelzung und dann zu nächsten. …. Immer die gleiche Methode, immer das gleiche Ergebnis. …

Ob das „Betrug“ ist? Scheint nicht so auszusehen, aber nur wenn man nicht allzu „genossenschaftlich“ hinschaut. …

Nun gibt es auch Banken, die wollen wirklich absolut nicht „verschmolzen“ werden. Dazu gibt es dann „Genossenschaftsverbände“, die dann „behilflich“ sind, die „Enteignung“ zu schaffen. Die genossenschaftlichen Prüfungen helfen dabei. Will man das umgehen, sollte man ernsthaft prüfen, die Genossenschaft in eine Genossenschaftliche Aktiengesellschaft umzuwandeln. Nun, für einige „Alt-Genossenschaftler“ könnte das eine „Hemmschwelle“ sein, erste Genossenschaftler und dann Aktionär zu sein. Aber da lediglich die bisherigen Genossenschaftsmitglieder „Aktionäre“ werden, sollte man seine „Vorurteile“ prüfen, denn dieser Weg sichert euer Vermögen.

Mal ehrlich:

·       Wann hat man euch je als Mitglieder gefördert?

Nicht die Zinsen für euere Mitgliedsanteile, denn die gehören nicht zur Förderung.

Raiffeisen- und Volksbanken haben eigentlich sich schon selbst für überflüssig erklärt, seit sie aufgehört haben, über Mitgliederförderung nachzudenken.

Wie wäre es, wenn ihr mal darüber mit euren Politikern diskutiert oder euch beraten lasst.

Wisst ihr, in Baden Württemberg wurden in einer Wohnungsbaugenossenschaft die Mitglieder (oder besser auch Anleger) um 10 Mio. EU „besch….  „. Das hat einen Aufstand in der Politik gegeben.

Jetzt die „peinliche“ Frage:

·       Könnten sich Mitglieder von Raiffeisen- und Volksbanken vorstellen, dass sie in Deutschland um mehrere Milliarden EU „betrogen“ wurden und niemand sich darüber bisher aufregte?

Herr Raiffeisen würde sich förmlich vor „Krämpfen“ krümmen, wenn er erleben würde, wie intelligent seine „Nachfahren“ alle guten Vorsätze „abserviert“ haben und die Mitglieder förmlich „ausplünderten“. Und das alles unter dem Deckmantel des Genossenschaftsgesetzes und (bisher) ohne Widerstand der Genossenschaftsmitglieder.

Man kann das ändern. Noch gibt es einige Raiffeisen- und Volksbanken, die auf die nächste Verschmelzung warten. Formiert euch zu einer Interessengemeinschaft der „Geschädigten von Genossenschaften“, werdet politisch aktiv und fangt an, für euere Rechte einzutreten. Die Genossenschaftsbanken werden – wenn der Druck nur groß genug ist, sicherlich einlenken und bereit sein, einen „Verschmelzungs-Entschädigungs-Fonds“ aufzubauen.

Lasst euch beraten, wie man das macht und was man davon hat.

Natürlich könnt ihr euren „Schaden“ auch „überragen“ an Dritte, die dann für euch euere Gelder hereinholen.

Die Interessengemeinschaft Genossenschaftsmitglieder – kurz igenos – würde sich gegen eine Mitgliedschaft kaum sperren.

Wenn ihr wirklich noch „gebnossenschaftliches Herzblut“ habt, dann schaut nicht weiter zu, wie man die Ideen von F.W.Raiffeisen zunichte macht …. 

 

Auch scheinbar hoffnungslose Fälle, führen wir zurück zur Geno-Quelle.

 

Redaktion: Fachgruppe  GenoGenial im MMWCoopGo Bundesverband der Cooperations- u. Genossenschaftswirtschaft e.V. Wir behalten uns – ausschließlich zum besseren Verständnis – vor, Fragen stilistisch anzupassen. info@menschen-machen-wirtschaft.de

Unsere Experten für Querdenken und Quantenphysik: QuantenInstitut IWMC  (Internationale Wissenschafts-u. MedienCooperation)  info@quanteninstitut.de

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13.07.2011

Sparkassen und Volksbanken – Die natürlichen Kooperations-Partner für kommunale Energieprojekte mit Bürgerbeteiligung.

Fachkonferenz „Regionale Energieprojekte“ ermutigt zur Allianz von Bürgern, Kommunen und regionalen Finanzinstituten.



Das VerbändeNetzwerk Menschen machen Wirtschaft hatte seine Fachkonferenz „Regionale Energieprojekte“ in Halle schwerpunktmäßig auf das Thema  „Finanzierungsstrategien und Finanzierungsmodelle“ ausgerichtet und dazu vor allem – neben Wissenschaftlern, Beratern und Verbandsvertretern - Vertreter laufender oder geplanter Energieprojekte auf kommunaler Ebene eingeladen, an denen (direkt oder indirekt) Bürger der Kommune beteiligt sind.

Für die Veranstalter fasste das Mitglied des Vorstandes, Gerd K. Schaumann zu Beginn der Konferenz dessen Zielsetzung zusammen: Wir benötigen für einen zügigen und professionellen Umbau unserer Energieversorgung vor allem das Engagement und die Akzeptanz der Bürger vor Ort. Dabei geht es schon längst nicht mehr nur darum, sich verbal zu engagieren, sondern es geht auch um die Bereitschaft, sich quasi unternehmerisch zu verhalten, sich also auch direkt finanziell einzubringen. Um dies bestmöglich zu erreichen, sollten die „geborenen“ Finanzpartner der Bürger in den Gemeinden, wie Sparkassen und Volksbanken, beratend und ermutigend ihr Beratungs- und Finanzierungs-Potenzial nachhaltig einbringen. Natürlich sind auch andere Banken gern gesehen, sofern sie mindestens Filialen auf der Ebene der jeweiligen Gemeinde haben, damit der unmittelbare persönliche Kontakt zur Wirkung kommen kann. …

Als einfachste und beliebteste Form, in der sich Bürger an Energieprojekten vor Ort beteiligen, scheint zweifellos die Genossenschaft zu sein. Frank-Peter Evertz, der über die Varitas GenoServices eG, Berlin bereits zahlreiche solcher Projekte initiiert und betreut hat, begründete dies wie folgt:

Genossenschaften werden von den Bürgern als die zuverlässigste und insolvenzsicherste Unternehmensform wahrgenommen. Es bedarf im Gegensatz zu anderen Rechtformen kaum großer Formalitäten, um Mitglied zu werden. Besonders vorteilhaft wird auch eingeschätzt, dass Bürger sich zunächst mit kleineren Beträgen beteiligen und dann sukzessive ihr Engagement ausweiten können, gerade so, wie sie Vertrauen fassen, die positive Entwicklung direkt erleben und ihre Finanzen dies zulassen.

Dazu lieferte das Ergebnis der Arbeitsgruppe „Finanzierungsmodelle für kommunale/regionale Energieprojekte“ die passende Ergänzung in puncto Anlauffinanzierung und finanzielle Optimierung. Der Sprecher der Gruppe (Armin W. Belker) resümierte, dass Konsens darin bestand, dass sowohl die Sparkassen, wie auch die Volksbanken hier aus mehreren Gründen in der Pflicht stehen. Bei den Volksbanken sei das z.B. aus deren gesetzlich verankertem Förderauftrag für ihre Mitglieder ableitbar. Soweit sich  „Bürgerschaft und Mitgliedschaft“ decken, könnte sich eine interessante Herausforderung für die jeweilige Volksbank ergeben, was auch in zahlreichen Projekten bereits erfolgreich umgesetzt wurde. Bei den Sparkassen scheint die Willensbildung noch nicht so klar zu sein, denn sie tun sich sicherlich schwerer einen Bezug Bürgerprojekt und Sparkasse zu sehen, besonders wohl dann, wenn sich das Bürger-Energie-Projekt als Genossenschaft ausformt. Bei Sparkassen dürfte sich jedoch ebenfalls ein – zumindest indirekter - Handlungsimpuls für ein solches Förder-Engagement ableiten lassen. In den sog. Rostocker Leitsätzen des ostdeutschen Sparkassen- und Giroverbandes wird das zumindest recht vielversprechend dargelegt („Gewährträger und Sparkasse stehen für die Weiterentwicklung ihrer Region als attraktivem Lebensraum und Wirtschaftsstandort ein“ – Leitsatz 2).

Aber nicht nur Banken werden als potenzielle Finanzpartner für kommunale Energieprojekte gesehen. Denkbar wären auch spezielle Genossenschaften, Fonds oder Investoren, die die Startinvestitionen absichern, weil in zahlreichen Kommunen deren aktuell angespannte Finanzlage dafür wohl nur wenige Spielräume lässt.

Das Ergebnis der Arbeitsgruppe „Vorteile kommunaler Energie-Projekte“ fasste Jürgen Bell (WORLD Competence NET) zusammen und erläuterte die vielfältigen Möglichkeiten, nicht nur die Energiekosten für die Bürger zu stabilisieren, sondern über die Energieerzeugung für Bürger und Gemeinde zusätzliche Einnahmen „vor Ort“ zu schaffen. Er verwies dabei u.a. auf die in 2010 erschiene Studie des Instituts für Ökologische Wirtschaftsforschung. Eine der Kernaussagen der Studie lautet: Es findet in den Kommunen eine Reihe von Wertschöpfungsschritten statt, „die dort zu positiven regionalwirtschaftlichen Wirkungen führen“.        

Lothar Kühne (Liga Oeconomica e.V.) informierte über Ergebnisse einer kürzlich vom Fachausschuss „Innovative Finanzierungs-Strategien für kommunale Energie-Projekte“ des Verbändenetzwerks durchgeführten Umfrage bei über 270 Bürgern der Länder Sachsen-Anhalt und Sachsen. Auf die Frage: „Könnten Sie sich vorstellen, sich finanziell in einer Energiegenossenschaft in Ihrer Gemeinde zu beteiligen“, antworteten knapp über 80% der befragten Bürger mit einem eindeutigen „JA“. Selbst auf die Frage zur Höhe des Betrages waren „3.000 und mehr EURO“ noch für über 30% „durchaus denkbar“. Fast 40 % waren bereit, sogar für ein solches Beteiligungs-Engagement ein Darlehn aufzunehmen.

Für das VerbändeNetzwerk ergibt sich aus den Ergebnissen der Konferenz ein eindeutiger Auftrag zum Handeln, gleich in mehrere Richtungen, wie Gerd K. Schaumann die Konferenzergebnisse zusammenfasste:    

  • Wir werden mit den Landesregierungen, den Kommunalen Verbänden und direkt mit den Gemeinden über verstärkte Initiativen zur Selbstorganisation in Richtung neuer Energie-Projekte vor Ort in Gespräche eintreten.
  • Die vielfältige Informationspolitik, wie diese beispielhaft positiv durch die „Agentur für Erneuerbare Energien“ (www.kommunal-erneuerbar.de) dargestellt wird zeigt nachhaltige Wirkung, auf die sich gut Bezug für neue Initiativen nehmen lässt.
  • Die Genossenschaft scheint als das geeignestes Handlungsinstrument „angenommen“ zu sein, deshalb werden wir unsere Gründungsberatung und Projektbetreuung für Genossenschaften nochmals intensivieren. Unter www.menschen-machen-energie.de stehen erfahrene Berater als kompetente Ansprechpartner zur Verfügung.
  • Es sind eine weitere Anzahl von Regionalkonferenzen geplant, die sich schwerpunktmäßig mit dem Thema  „Energiegenossenschaften vor Ort“ befassen, zu denen vor allem auch Kommunal-Politiker und Vertreter von örtlichen Vereinen, Verbänden, der Wirtschaft und den Kirchen, eingeladen werden sollen.
  • Die Kontakte zu den Banken, vor allem den Sparkassen und Volksbanken sollen intensiviert werden.
  • Im Rahmen von  „Kompetenz-Pools“ sollen die Kräfte weiter gebündelt werden mit dem Ziel, „Dienstleistung aus einer Hand“ rund um das Thema „Kommunale-Energie-Projekte“ für Kommunal-Politikern und Bürgern anbieten zu können. Dazu gehört z.B. Ingenieurwissen zur Technik ebenso, wie eine qualifizierte Finanzierungsberatung, Gründungsbetreuung oder andere notwendige und nützliche Leistungen, um einen zügigen Umsetzungsprozess zu befördern.    
www.GenossenschaftsWelt.de

10.03.2011

Ein Geno-Ombudsmann - Schlichter, Moderator und zugleich Förderer des Genossenschaftsgedankens.

Der Ombudsmann oder auch ein Ombudsrat wurde in Deutschland erstmals durch die Einführung des Wehrbeauftragten bekannt. "Ombudsmänner" sind auch bekannt unter dem Namen "Bürgerbeauftragte". Im nichtpolitischen Bereich kennen wir in Deutschland Ombudsleute insbesondere aus den Bereichen der Banken, Bausprakassen, Versicherungen, dem Immobilienbereich, der Deutschen Bahn und der Bundesrechtsanwaltkammer. Der Name "ombud" ist altnordischer Herkunft und heißt sinngemäß "Vollmacht".
Ganz allgemein wird ihre Aufgabe beschrieben als die einer Person, die in einer Organisation oder in der Öffentlichkeit eine "ungerechte Behandlung" von Personen verhindern soll. Ein solches Amt hat nutr dann Sinn, wenn die "Schlichtungsstelle" unparteiisch ist.
Seine Funktion ermöglicht es, Streitfälle ohne bürokratischen Aufwand zu schlichten. Seine Vorgehensweise ist in allen Bereichen etwa identisch:
  • eine unabhängige Betrachtung des Streitfalles,
  • Abwägung der von beiden Seiten vorgebrachten Argumente
  • Vergleich von Schaden, Aufwand und kostenfaktoren,
  • Erreichen einer zufriedenstellenden Lösung,
  • oder Aussprechen einer empfohlenen Lösung für den entsprechenden Fall.
Die Tendenz ist unverkennbar: Immer mehr Organisationen und Institutionen (bis hin zur UN) richten eine Stelle für einen Ombudsmann ein oder beschäftigen gar ganze Stäbe von Ombudsleuten. Vor allem, wo ein großes Publikum angesprochen wird, also auch viel Konflikstoff gegeben ist, werden solche Beschwerdestellen eingerichtet. Selbst Medien beschäftigen zunehmend Ombudsleute, die zwischen Lesern und Anzeigenkunden einerseits und Redaktion und Verlag andererseits vermitteln sollen.
Wer wollte verhehlen, dass es bei einer Gruppe wie den Genossenschaftsmitgliedern, die etwa 25 % der gesamten Bevölkerung Deutschalands ausmachen (ca. 20 Millionen Genossenschaftsmitglieder) es "stressfrei" abgehen könnte. Natürlich wollen wir zunächst uns nur mit dem "Stress" zwischen Genossenschaften und deren Mitgliedern befassen, denkbar wäre es aber auch, die Beziehungen Unternehmen - Kunden zu sehen. Besonders gespannt sind wir auf die Zusammenarbeit und Unterstützung der in den Genossenschaften gewählten Gremien, insbesondere den Aufsichtsräten, weil diese zugleich auch irgendwie per se so etwas wie ein "Ombudsmann" der Mitglieder sein könnten.
Da es im Genossenschaftsbereich bisher mit solchen Einrichtungen (bis auf den Volksbankenbereich die Kundenbeschwerdestelle beim Bundesverband der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken) keine

Friedrich-Wilhelm Raiffeisen - Hermann Schulze-Delitzsch und andere ...- Über die Tradition hinauswachsen

Über Traditionen zu sprechen, heißt aus Traditionen zu lernen. Dieses Lernen macht jedoch wenig Sinn, wenn kaum TRANSFER erfolgt. Wir meinen damit, dass die Ergebnisse dieser großem genossenschaftlichen VORDENKER nicht in ihrer Zeit verhaftet bleiben können, sondern von uns allen die Mühe erwartet wird, dieses geistige Gut in die JETZT-ZEIT zu übertragen. Formulieren wir dazu vielleicht eine entsprechende Frage: "Was würden diese Vordenker des Genossenschaftsgedankens uns heute empfehlen?"
Eine solche Frage mag für viele nicht angenehm klingen, würde das doch zugleich heißen, das gesamte - aktuell vorfindbare - Genossenschaftswesen, sozusagen auf den berühmten Prüfstand zu stellen. Und welchen Fragen könnten sich dann vielleicht die zeitgemäßen Herren Raiffeisen und Schulze-Delitzsch wohl zu stellen haben? Versuchen wir einige naheliegende zu finden:
Was mag der Grund sein, warum es in Deutschland nur etwa 6600 Genossenschaften gibt, während zugleich (geschätzt) über 50.000 Unternehmen (mit Sitz in Deutschland) als Limited und über 1 Million Unternehmen als GmbH firmieren (das Statistische Amt, das nur ab einer Umsatzgröße erfasst, spricht zwar nur von der Hälfte bei den GmbHs - verlässliche Zahlen gibt es kaum) Wie auch immer genau die Zahlen sein mögen, dies spielt weniger eine Rolle, uns geht es mehr auf die Zahlen der Genossenschaften, und die sind alles andere als "beeindruckend" ...
Was ist in der Schweiz anders als in Deutschland? Würde man die Genossenschaftsdichte der Schweiz (Einwohnerzahl in Bezug auf die Anzahl der Genossenschaften) auf Deutschland übertragen, müsste es in Deutschland gut 130.000 (!) Genossenschaften geben.
Warum ist das Genossenschaftswesen in Ländern wie Frankreich, Italien, Spanien, Tschechien, Polen, England (um nur einige zu nennen) so vital, so verankert im Bewusstsein der Bevölkerung, aber auch ungleich besser im Staat berücksichtigt, als dies in Deutschland der Fall ist.
Warum wird bei Unternehmens-Gründungsberatungen und bei Übersichten zur "Wahl der geigneten Unternehmensform" noch immer die Genossenschaft quasi ausgeblendet, sogar von den öffentlich rechtlichen Kammern?
Die Fragenkette ließe sich leicht fortsetzen. Tun wir auch, aber jetzt in eine andere Richtung....
Woran mag es liegen, dass Raiffeisen- und Volksbanken so wenig in Richtung Genossenschaften (zu gründen) beraten und empfehlen? (Das zumindest ist ein oft gehörtes Argument und lässt sich sicherlich nicht auf alle R+V-Banken übertragen)
Und versuchen wir es weiter: Geben wir in einem Such-Portal, z.B. bei Google den Begriff "vorteilhafte Girokonten" ein, dann müssten man eigentlich vermuten, dass an den ersten 10 oder gar 20 Stellen nur Genossenschaftsbanken auftauchen, weil die doch den gesetzlichen Förderauftrag als "Genossenschaft" haben ... - Versuchen Sie es selbst, machen Sie den GenoTest ....
Woran mag es liegen, dass Genossenschaften (noch) nicht die spannendste, wegweisende Unternehmens-Philosophie haben, die quasi alle anderen Unternehmensformen in den "Schatten" stellen würde.
Weswegen sind Genossenschaften nicht die begehrlichsten Unternehmen ("Arbeitgeber"), wo jeder/jede Beschäftigte sich hindrängelt, um besonders dort tätig zu sein.
Warum haben Genossenschaften noch nicht (zumindest nicht wahrnehmbar) auf sich aufmerksam machen können, wenn es um die attraktivsten Arbeitsbedingungen geht, gute Verdienste und bestes Betriebsklima.
Spitzen wir es zu:
Wann wird es sein, dass Genossenschaften im Wirtschaftsleben unter Beweis stellen, dass KOOPERATION und GEMEINSCHAFT zu den Formen des Wirtschaftes gehören, die am Effektivsten, Sinnhaftesten und Fortschrittlichesten sind, sozusagen für nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit stehen?
Man würde es sich zu einfach machen, jetzt von "Nestbeschmutzung" zu sprechen oder nach Gründen zu suchen, dass Geschehen kleinlich zu verteidigen bzw. zu rechtfertigen. Sollte es uns gelungen sein, Verbände, Institute, Organisationen und engagierte Menschen herausgefordert zu haben, kommen wir auf den richtigen Kurs und kommen dem Anliegen des "alten" Raiffeisen und Schulze-Delitzsch näher. Diese in die heutige Zeit versetzt, hätten sicherlich einiges zu sagen. Wir sind ziemlich sicher, dass sie uns kaum widersprechen würden ...
Versuchen wir also gemeinsam und selbstkritisch das ewige "Putzen" der Gedenksteine zu beenden und heben die sehr verdienstvollen Herren und Damen des Genossenschaftsgedankens in die Gegenwart. Nur so können wir die richtigen Antworten geben auf eine tragisch-komische Entwicklung des deutschen Genossenschaftswesens: Einstmals ein Land der genossenschaftlichen VORDENKER mit weltweiter Bedeutung, die Gründer-Generation genossenschaftlichen Handelns, die Raiffeisens und Schulze-Delitzschs .... und heute? Im europäischen Ausland quasi verspottet als "genossenschaftliches Entwicklungsland" ...
Das schmerzt? Vielleicht, hilft aber nicht weiter. Betrachten wir diese Bestandsaufnahme einfach als eine lohnende Herausforderung für alle, einschließlich derjenigen, die in direkter "Nachfolge-Tradition" zu den großen Meistern des deutschen Genossenschaftswesen stehen ...