Willkommen

GENOSSENSCHAFTEN sind wichtiger Teil eines Modernen KOOPERATIONS-Wesens. Sie bilden die Struktur für einfaches, schnelles und effektives Zusammenwirken für MENSCHEN in unterschiedlichsten Situationen. Eine passende Struktur zu haben, ist eine gute Ausgangsposition. Wer in "GRUPPEN-VORTEILEN" denkt, hat ein wesentliches Prinzip von Kooperation (Coop) verstanden. Hinweis: Unsere CoopGo-Dialoge (per Mail, Telefon- o. Video) sind kostenfrei, sofern uns die Möglichkeit eingeräumt wird, diese Informationen zur Förderung des Kooperativen Wandels einzusetzen („Hilfen zur Selbsthilfe“). Ausschließlich, um eine bessere Lesbarkeit zu gewährleisten, können die Fragen (stilistisch) geringfügig an-gepasst werden. Danke für euere Hilfe zur Gestaltung einer Kooperations-Gesellschaft. Koordination / Redaktion: Gerd K. Schaumann
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28.06.2020

Nicht jede Genossenschaft ist auch ein intelligenter „Coop“!

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Wer Mitglied in einer Genossenschaft sein möchte, sollte auch bereit sein, Verantwortung zu übernehmen. Ohne Selbstverantwortung kann Genossenschaft kaum funktionieren. Banken und einige Wohnungsbaugenossenschaften zeigen, wohin das führen kann. Wer sich als „Mit-Unternehmer“ versteht – und dabei geht es bei Genossenschaft - wird „bestraft“, wenn er seine Verantwortung vernachlässigt oder an Dritte „delegiert“. …

Der Mensch steht im Mittelpunkt – Das ist  CoopGo …

 

Frage:

Manchmal haben wir den Eindruck, dass sich „Genossenschafts-Gründer“ als „bessere Menschen“ fühlen. Es mag sein, dass Genossenschaften dafür sorgen, dass sich keine „Kapitalherrschaft“ bildet, dass sich das (Privat-) Vermögen  nicht weiter zugunsten Einzelner verschiebt. Aber das ist uns zu wenig. …

Für uns ist Genossenschaft wirklich Kooperation zwischen Menschen, mit Menschen, für Menschen.

Wie kann man erkennen, ob die „Manager“ von Genossenschaften begriffen haben, dass der Mensch im Mittelpunkt steht?

Für uns ist Genossenschaft auch Übernahme von Verantwortung für das Ganze, also eine Wirtschaft mit Verantwortungskultur.

Wie kann man erkennen, ob die „Manager“ von Genossenschaften begriffen haben, dass unser aller Leben im Mittelpunkt steht? …

FragestellerIn: Mitglieder einer politischen Jugendorganisation

Antwort:

Eine Genossenschaft ist eigentlich nichts anderes, als eine (weitere) „Rechtsform“. Wer sich statt für eine GmbH für eine Genossenschaft – oder auch umgekehrt – entscheidet, ist deshalb kein „besserer“ oder „schlechterer“ Mensch“. Der oder die Gründer treffen zunächst nur die Entscheidung, wer der „Eigentümer“ des von allen Menschen erwirtschafteten Vermögens wird. Bei einer „GmbH“ gehört dies Vermögen den Gesellschaftern, bei einer Genossenschaft, den Mitgliedern. Und weitere wesentliche Unterschiede sind nicht zu vernachlässigen, wie z.B.:

·       Wer entscheidet über die Unternehmenspolitik, wie z.B. Standortverlegungen, Fusionen, Kooperationen mit anderen Unternehmen, die Art und Qualität der Unternehmensführung, den Grundlagen des Entlohnungs- oder Managementkonzeptes, usw. …

Der wohl entscheidende Unterschied zu einer Genossenschaft, liegt bei dem (gesetzlichen) Förderauftrag zugunsten der Mitglieder. Wir betonen „gesetzlich“, weil natürlich auch eine GmbH nicht vergisst, seine „Eigentümer“ zu fördern. Das machen diese (auch ohne Förderauftrag) schon selbst recht gut. …

Fairerweise sollte man sagen:

·       Auch eine GmbH könnte sich einen besonderen „Förderauftrag“ geben. …

Formulieren wir mal so:

In einer GmbH haben nur die (Kapital-) Eigentümer die Möglichkeit, wesentliche, wichtige, also grundlegende Unternehmensentscheidungen zu treffen. Sie können, müssen aber nicht die „Nichteigentümer“ in solche Entscheidungen einbeziehen. …

Die gesetzlichen Möglichkeiten in einer Genossenschaft sind diesbezüglich nicht anders, nur eben wird nicht nach „Beteiligungshöhe“ (Kapitalanteil), sondern nach „Köpfen“ entschieden. …

Wir wollen das nicht vertiefen, möchten jedoch auf das „Kaduzierungs-Prinzip“ bei einer GmbH  hinweisen. Vereinfach gesagt, kann durch Kapitalerhöhung eine Verschiebung der „Stimmverhältnisse“ erreicht werden, was bei einer Genossenschaft ausgeschlossen ist. …

Wir wollen keineswegs eurer (skeptischen) Fragestellung ausweichen, weil wir sehr wohl sehen:

·       In vielen GmbHs gibt es – bezogen auf die Mitarbeiter - hervorragende Management- und Führungskonzeptionen, weil man erkannt hat, wie wichtig z.B. ein gutes Betriebsklima ist.

Genossenschaften sind nur bedingt diesbezüglich vergleichbar, weil es sowohl Mitglieder gibt, die zugleich Beschäftigte sind, wie auch Beschäftigte, die keine Mitglieder sind.

Aus unserer Sicht, spricht viel dafür, allen Beschäftigten zumindest zu eröffnen, auch eine Mitgliedschaft zu erwerben, weil erst dann deutlich wird, dass man erkannt hat, dass aufgrund der Identität von Beschäftigung und Mitgliedschaft, so etwas wie eine „Selbstverpflichtungs- bzw. Selbstverantwortungskultur“ entstehen kann (besser entstehen muss). Denn genau wegen dieser „Identität“ können sich die zu erwartenden „Beteiligungs-Vorteile“ für beide Seiten entwickeln.

Grundsätzlich kann gesagt werden:

·       Genossenschaften haben – im Gegensatz zu anderen Rechtformen – einen wichtigen VORTEIL, den sie aber bisher – entweder nicht erkannt haben oder aus „engstirnigen“ Gründen nicht erkennen wollen:

·       Identität schafft Vertrauen und Vertrauen schafft Identität und daraus entstehen die „WIR-KRAFT-VORTEILE“, die diese Rechtsform sogar wirtschaftlich überlegen machen (bzw. machen könnte)

Selbstkritisch ist jedoch anzumerken, dass es bisher nur wenigen Genossenschaften wirklich gelungen ist, diese „WIR-KRAFT-VORTEILE“ zu erkennen bzw. dann auch zu realisieren.

Es nützt wenig, über „WIR“ nur zu reden, es muss auch erkennbar und spürbar von den (teilnehmenden) Menschen nachvollzogen werden; nicht nur ab und zu, sondern kontinuierlich.

Nehmen wir dazu – beispielhaft – zwei „Branchen“. Sie sind genau wegen dieses fehlenden „Identitäts-Bewusstseins“ sogar in die öffentliche Kritik gekommen:

·       Genossenschaftsbanken

und

·       Wohnungsbaugenossenschaften, vor allem solche mit aktivem „Verkauf“ von Genossenschaftsmitgliedschaften.

Wer Mitglied in einer Genossenschaftsbank hat einfach keine erkennbaren Vorteile aufgrund seiner Mitgliedschaft. Natürlich bekommt das Mitglied „Rendite“ für seine (streng limitierten) Genossenschaftsanteile. Was aber wäre der Förderzweck? Zumindest bei den angebotenen „Geldprodukten“ sind keine erkennbar….

Wer Mitglied einer Wohnungsbaugenossenschaft wird, sucht eigentlich – zeitversetzt - vorteilhaften (Miet-)Wohnraum oder möchte günstig Eigentum erwerben. Identitätsbildend wäre es z.B., wenn solche (eigentumsorientierten) Wohnungsbaugenossenschaften mit ihren Mitgliedern ein gemeinsames „Realisierungs-Konzept“ vereinbaren würden. Und die Mitglieder, die kein Eigentum erwerben wollen? Für diese könnte man z.B. einen separaten „Fonds“ bilden, der dazu dient, einen “Mehrwert“ in Form eines (erhöhten) „Auseinandersetzungsguthabens“ zu bilden. Was keinen Sinn macht ist, am Ende der Mitgliedschaft einen Vermögens-Verlust aufgrund der Mitgliedschaft akzeptieren zu müssen …

Fassen wir zusammen:

·       Von einer GmbH erwarten und realisieren eigentlich nur die (wenigen) Eigentümer den Gesamt-Vorteil (Geld- oder Vermögenszuwachs). Damit das besser oder optimal geschehen kann, müssen sie  den Beschäftigten davon einen Teil abgeben und eine Art „Wohlfühlklima“ bieten. Die wesentlichen Unternehmensentscheidungen treffen aber stets die Eigentümer allein.

·       Bei einer Genossenschaft kann das ähnlich oder auch anders sein. Auch hier gibt es eine „Erwartenshaltung“ aufgrund der Beteiligung. Wer jedoch zugleich Mitglied und Beschäftigte/r ist, also eine (tätige) Identität besteht, hat ganzheitlich Einfluss, sofern er/sie das erkannt hat und realisieren will. …

Was könnte nun ein wesentlicher Grund sein, weshalb es Genossenschaften nur gelegentlich gelingt, den zu erwartenden „Wir-Kraft-Vorteil“ tatsächlich wirksam werden zu lassen?

Ein Merkmal dürfte darin zu suchen sein, dass bisher keine (ganzheitliche)Kultur des Förder-Vertrauens in Genossenschaften entstanden ist.

Oder vereinfacht gesagt:

·       „Wir machen das FÜR euch“ ist das dominante Führungsprinzip

·       „Wir machen das MIT euch“, wird bisher nicht als der eigentliche „Wir-Kraft-Motor“ nachvollzogen bzw. akzeptiert.

Wer könnte – eher müsste -dazu „Impulsgeber“ sein?

Nun, eigentlich sollten das die Genossenschaft- und/oder Prüfungsverbände sein.

Wer sich jedoch deren Selbstverständnis näher ansehen möchte, der sollte sich gelegentlich mal mit „Prüfungsberichten“ befassen.

Prüfungsverbände versuchen sich eher darin, sich als „Quasi-Wirtschaftsprüfer“ zu definieren, statt sich auf sachkompetente „Mehrwert-Empfehlungen“ zu konzentrieren, was die eigentliche Aufgabe wäre.

Pflichtprüfung und Pflichtmitgliedschaft sind auch deshalb in die „Diskussion“ gekommen, weil kaum erkennbar ist, dass hier „Genossenschafts-Mehrwert-Experten“ in Aktion sind. Der Begriff „Betreuungsprüfung“ impliziert, dass latent ein „Wir-Kraft-Wissens-Transfer“ von Verband zu Genossenschaft fließt und die Prüfung vor allem dazu dient, nachzuvollziehen in welchem Umfange diese Erkenntnisse tatsächlich realisiert wurden oder welche Gründe vorlagen, dies nicht umsetzen zu können.

Der Mehrwert von (genossenschaftlichen) Prüfungsberichten sollte sich vor allem auch nicht in  „Statusfeststellungen“ erschöpfen, sondern zu Beratungsempfehlungen führen. So gesehen ist auch eine Qualitätssicherung durch eine Kammer für Wirtschaftsprüfungen – vorsichtig ausgedrückt – nicht anderes wie ein „grandioses Missverständnis“. ….

Wer über Wandel spricht, sollte auch das eigentliche Problem beim Namen nennen:

·       Verhältnisse „fallen nicht vom Himmel“, sind auch kein „Zufall“ oder ein „Versehen“. Verhältnisse haben Ursachen!

Ja, man könnte nach dem „Staat“ rufen, Politiker oder Verbände kritisieren. Das hat man bisher gern getan.

Und das daraus entstandene Ergebnis kann jeder gern überprüfen. …

Was wäre also anders zu machen?

Vielleicht den Menschen zu sagen, dass Genossenschaft ohne Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung (Selbstverantwortung) nicht funktionieren kann.

Wer Teilhaber an einem Unternehmen wird (und dabei handelt es auch bei einer Genossenschaft), kann und sollte seine „Verantwortung“ nicht delegieren, auch nicht an Verbände.

Wer „JA“ zu (Genossenschafts-) Beteiligung sagt (in welcher Form auch immer), muss das auch mit Inhalt füllen, muss sich z.B. über die Geschäftspolitik informieren, muss sich – sozusagen - aktiv „einmischen“. Und wenn er/sie erkennen, dass das nicht gewollt oder erwünscht ist, sollte man Konsequenzen ziehen, kündigen  und sich (gezielt, nicht „zufällig“) eine Genossenschaft suchen, die solche Kriterien erfüllt.

Nicht der Staat, schon gar nicht Verbraucherberatungen, Anwälte oder Verbände sind aufgerufen, das für den- oder diejenigen zu korrigieren, was der/die es hätte eigentlich selbst machen können, selbst machen müssen. …

Wir benötigen keine Stabilisatoren für eine „Entantwortungskultur“, wir benötigen Institutionen und Politiker, die für (mehr) Selbstverantwortung werben und dazu auch Voraussetzungen schaffen, z.B. mit einer Art Selbstverwaltung, besser Selbstorganisation, vielleicht sogar einem „Kooperations-Rat“ oder ein „Genossenschafts-Parlament“. …  

      

Wir haben JETZT die Wahl !

Konkurrierendes Chaos oder Cooperative Intelligenz?

 

„CoopGo-Dialoge“

(MMWCoopGo Bundesverband der Cooperations- u. Genossenschaftswirtschaft e.V.)

Hinweis: Wir behalten uns vor, Fragen – zwecks besserer Lesbarkeit – redaktionell anzupassen.

info@menschen-machen-wirtschaft.de

 

04.05.2017

Entrepreneurship in Genossenschaft – Die WirKraft des Teams zum Erfolgs-Vorteil machen („WeForceArea-Konzept“)



Perspektive:
Veränderung + Wandel

Frage:

Weil einige Kommilitonen einfach keine Lust mehr haben, sich nur mit (hohler) Theorie ihre Studienzeit zu „vermiesen“, haben wir uns entschlossen, schon während des Studiums ein eigenes Unternehmen zu gründen. Eigentlich hatten wir an eine Genossenschaft gedacht, weil die einfach und schnell zu gründen und zu führen sei. …
Weil man – um eine ‚Genossenschaft zu gründen - in Deutschland in einem Prüfungsverband Mitglied sein muss, haben wir uns auf die Suche gemacht. Nach unseren „Praxistests“ mit einigen Vertretern solcher Verbände, haben wir fast die Idee aufgegeben, die Form einer Genossenschaft zu wählen. Was wir dort zu hören bekamen, war mindestens so „nebensächlich“, wie viele unserer Seminare an der Uni. Die wollten einen Businessplan und wir sollten nachweisen, dass wir fit sind bei allem, was eine Unternehmensgründung ausmacht. Wir wollten eigentlich mit den Verbandsmenschen über echte Erfahrungen bei Genossenschaftsgründungen sprechen, die uns nützlich sein könnten, z.B. mit recht wenig Kapital etwas zu bewegen. Wir haben denen unsere Idee vorgestellt, doch darüber wollten sie nicht sprechen. Sie wollten mit uns über die Ertragsvorschau reden, die fanden wir jedoch wenig ergiebig, weil wir nicht wissen, was in zwei oder drei Jahren ist. Sie wollten uns Rechtstipps und Steuersparmöglichkeiten nennen und uns „Buchführungsleistungen“ verkaufen. Nachdem wir so eine Weile aneinander vorbeigeredet hatten, gingen wir leicht resigniert. Der Clou kam zum Schluss. Wir sollten einen „Beratungsvertrag für Genossenschafts-gründung“ unterschreiben. Dann wäre die Gründungsprüfung kostenfrei. Das Ganze sollte zwischen 2-3.000 Euro kosten. Jetzt wurde uns allmählich klar, weshalb es keine Genossenschaften gibt mit echt guten Ideen und warum es eigentlich nur „schlappe“ ca. 8500 Genossenschaften im Land gibt, das doch gerade Herrn Raiffeisen feiert. …
Eigentlich wollten wir auch keine Genossenschaft gründen, sondern ein Unternehmen mit 5 Unternehmern. Statt uns behilflich zu sein, wie wir mit einem Team Erfolg haben können und sogar besser sind wie Einzelgründer, hat man uns eine „tote Hülle“ – genannt Genossenschaft angepriesen. Von so etwas wie „Team-Geist“ hatten die zwar schon gehört, aber wissen taten sie davon recht wenig. Wie sollte das auch „unser Berater“ können, denn der war Jurist. …
Zum Glück haben wir uns nicht „abschrecken“ lassen und trotzdem das in einer Genossenschaft gemacht. Und das läuft ganz prima.
Wir erinnern uns nach an den letzten Satz unseres Beraters: „Wir beraten Sie natürlich immer, wenn Sie Rat brauchen, wenden Sie sich einfach direkt an mich …“ – sprach‘s durchaus überzeugend aus und gab uns seine Visitenkarte mit Durchwahlnummer. Als wir lasen, was so ein Verband alles macht, konnten wir uns gut vorstellen, dass wir vielleicht dort alles hinbringen könnten, was die Verwaltung eines Unternehmens ausmacht. Also alles, was uns hindert, dass wir uns wirklich – als Unternehmer - mit der Umsetzung unserer Idee befassen können. …
Übrigens, wir haben mit unseren Kommilitonen aus Frankreich und Spanien gesprochen, denn die kannten zwar keine Genossenschaften, meinten aber, dass co-operative wohl so etwas Ähnliches sind. Sie fragten zu Hause nach und – Überraschung – die kommen dort sogar ohne „Pflicht-Hilfe“ von Verbänden aus. Und dort sind Co-operativen sogar sehr beliebt und erfolgreich. Ein Rätsel bleibt, wieso es dort so viel mehr Genossenschaften gibt, wie im Land der „Geno-Erfinder“, wie Raiffeisen und Schulze-Delitzsch. …
Liegen wir wirklich falsch mit unserer Einschätzung, oder hatten wir nur „Pech“, die verkehrten Verbände oder/und die falschen Berater zu treffen? …
Gern würden wir erfahren, ob es im Lande auch Verbände oder Berater gibt, die Ahnung haben, wie man eine gute Idee in einer Genossenschaft zum Erfolg bringt? …

Besonders interessiert uns natürlich zu erfahren, wie und ob ein Team von 5 Unternehmern wirklich funktionieren kann. Eigentlich müsste es so sein, dass 5 Personen – als Team - mit dem gleichen Konzept, schneller zum Erfolg kommen können, wie ein einzelner Unternehmer, der sich 4 Arbeitnehmer suchen muss, in der Hoffnung, dass diese wenigstens etwas unternehmerisches Verständnis mitbringen. …

„Entrepreneure“ – so sagen viele „Experten“, seien meist Einzelpersonen, denn es sei unwahrscheinlich, dass in einem TEAM alle die gleichen Ziele und Interessen haben könnten. …   
             
Fragesteller:  Studenten der Wirtschaftswissenschaften, die die Gründung eines innovativen Dienstleistungsunternehmens vorbereiten.

Hinweis: Wir behalten uns vor, die Frage zur besseren Lesbarkeit redaktionell anzupassen, ohne dabei den Sinn des Textes zu verändern. – Die Redaktion –

Die Antwort – Auszug:
     
Ihre Erfahrungen, die Sie mit Prüfungsverbänden oder Genossenschaftsverbänden gemacht haben, konnten Sie nicht „abschrecken“, IHR Vorhaben dennoch zu realisieren. Eigentlich ein guter Beweis/Test, wie stark die „SOG-Kraft“ des kommenden Unternehmens bereits jetzt ist. …
Wir wollen uns ersparen, auf das einzugehen, was sie erlebten, als Sie die „Handlungsfähigkeit“ der „Sachverständigen für Genossenschaften“ testeten. Wie wenig MehrWert Sie daraus gezogen haben, mag bedenklich sein, entspricht aber der vorfindbaren Situation, die wiederum auch nur ein „Spiegel“ ist von dem, was bisher von Verbänden gefordert wurde. Wenn Genossenschaften und deren Mitglieder sich mit einem solchen „Angebots-Niveau“ zufrieden geben, dann tritt das ein, was Sie zutreffend feststellen:

·         Deutschland ist in Sachen Genossenschaften weit von dem entfernt, was eigentlich Kooperation von Menschen heute vermuten ließe.
·         Das einstige Land der Vorreiter und Vordenker in Sachen Genossenschaft und Kooperation ist inzwischen eher zu einem diesbezüglichen „Entwicklungsland“ geworden. Viel hängt damit zusammen, dass man das Wort „Genossenschaft“ auf ein „Strukturmerkmal“ reduzierte und dabei völlig vergaß sich damit zu beschäftigen, was das eigentliche Phänomen und die eigentliche Chance eines Team-Unternehmens ist. Kurzum:
·         Das intelligente unternehmerische Zusammenwirken von Menschen und die Erschließung daraus möglicher „WirKraft-Vorteile“ geriet quasi zur Randerscheinung. Oder anders ausgedrückt.
·         Die WirKraft-Vorteile der Struktur wurden zur Hauptsache erklärt und die WirKraft-Vorteile der Wertschöpfer (MitUnternehmer) entglitten zur Nebensache.
·         In ein anders Bild gestellt könnte man auch sagen: Man polierte die Karosserie des Wagens, vergaß jedoch regelmäßige Inspektionen des Motors durchzuführen und überhörte beharrlich die bereits seit langem aufgetretenen starken „Knirsch-Geräusche“. …

Eine  Haltung, sich – vor allem auf dem Rechtswege – dem Thema „Menschen in Kooperation“ zu nähern, wird von den Verbänden gern gepflegt, denn man kann sich damit auf das begrenzen, was „handfest und  direkt greifbar “ ist,  was sich verallgemeinern und somit leicht „standardisieren“ lässt.
Natürlich reicht so etwas heute nicht mehr aus, weil es zum Erfolg einer Kooperation von Menschen kaum etwas beiträgt …
Kein Gründer – der die Rechtsform einer GmbH präferiert - käme auf die Idee, zwecks Gründung seines Unternehmens,  einen „GmbH-Verband“ anzurufen oder zu kontaktieren.
Dies wäre auch wenig ergiebig für ihn und jedem Gründer sofort einsichtig:

a.    Die passende Struktur der Rechtsform zu begründen, folgt nach der Festlegung der unternehmerisch tragenden Idee und nicht umgekehrt.

b.    Wer – wie Genossenschaftsverbände - das meist anders sehen und die „Struktur“ als Ausgangspunkt von Erfolg (insgeheim) zu definieren scheinen, muss sich nicht wundern, wenn das für gute Gründer „irritierend“, bisweilen sogar nachdenklich wirkt.

Die Folge dieses Missverständnisses könnte sein:

·         Die Genossenschaftsverbände werden nicht als „WirKraft-Experten“ wahrgenommen.

Aber es kommt vermutlich noch „schlimmer“. Es bieten sich zugleich immer mehr Gründungs-Berater am Markt an, die vorgeben, „Experten“ für Gründungen zu sein und „rechtsform-neutral“ zu beraten.
Das „Köder-Material“ dieser Berater heißt:

·         Wenn wir das – für dich – machen, lieber Gründer, bekommst du Fördermittel. Du zahlst bei uns nur einen Teil der Kosten, den Rest übernimmt die (staatliche Gründungsförderung).

Nun, um solche „Vorzüge“ zu bekommen, werden ganz bestimmte „Standards“ vom Unternehmer und vom Berater gefordert. So fordern es die entsprechenden Richtlinien der Programme.
Businesspläne müssen erstellt werden und der Berater muss mittels Bericht „korrekt“ der Spur der Auflagen solcher Programme folgen. Ob das Unternehmen hinterher erfolgreich ist/wird, das spielt in diesem Konzept keine Rolle. Selbst wenn – in Verbindung mit dieser Gründungsberatung – das Konzept ein „Flopp“ werden sollte, hält das sogar den Berater im Spiel, denn es gibt ja weitere Möglichkeiten zur Förderung, die wir hier mal als „Konsolidierungs-Beratung“ zusammenfassen wollen.

Eigenartig, dass sowohl die Kammern, wie auch die meisten Berater „vergessen“ haben, dass Gründungen auch als „WirTeam“ erfolgen könnten. Vergessen haben sie natürlich nicht, dass Genossenschaften durchaus interessant für Gründer sein könnten, zumal wenn man das „WirKraft-Potenzial“ in alle Richtungen „ausleuchtet. …

Das „Vergessen“ hat wohl eher einen anderen Hintergrund. Die Berater fürchten um ihre Aufträge, denn sie vermuten, dass in Sachen „Genossenschaften“ die Verbände ihre Antipoden seien.

Dass dem wohl nicht so ist, scheinen die meisten Gründungs-Berater bisher nicht richtig wahrgenommen zu haben.

So könnte man durchaus vertretbar formulieren:

·         Die Entfaltung des „WirKraft-Potenzials“ bei Unternehmens-Gründungen scheint gänzlich außen vor zu bleiben.

Von „Schuld“ würden wir nicht sprechen wollen, allerhöchstens von „unintelligentem“ Verhalten sowohl der Verbände, wie auch der staatlichen Förderpolitik und von vielen Gründungs-Beratern.

Wir wollen nicht verhehlen, dass Genossenschaftsverbände in der Gründungs-Phase für Unternehmer (bisher) wenig zu bieten haben. Sie folgen eher nachgelagert, wenn es um die Findung der für die Gründung einer geeigneten Struktur geht. Sie kommen sozusagen erst ins „Spiel“, wenn die  „Rechtsform-Entscheidung“ längst gefallen ist. …
Ihr „Angebot“ den Gründern die – aus ihrer Sicht – richtige Rechtsform zu empfehlen, scheitert vor allem daran, weil die Verbände es unterlassen haben, ihre Beratungskompetenz ganzheitlich auszurichten und unter Beweis zu stellen, dass sie Erfolge mittels Genosssenschaften erzeugen können.
Sie werden von Gründern einfach nicht als Experten für „Team-Gründungen“ und Schaffung von „WirKraft-Vorteilen“ wahrgenommen. Aber genau an diesem Punkt wären sie eigentlich der geeignete, gesuchte, weil kompetente Berater.
                                                                   
Wir bleiben zunächst bei unserer Einschätzung:

·         Diejenigen Menschen, die als Team oder Gruppe gemeinsam über die Umsetzung einer unternehmerischen Idee nachdenken, sind gut beraten, sich zunächst beharrlich sowohl einer „Strukturberatung“, wie auch einer konventionellen Gründungsberatung zu entziehen. …

Weshalb?

Weil die IDEE und nicht das Umsetzungskonzept maßgeblich darüber entscheidet, ob der erwartete Erfolg eintritt oder nicht oder zumindest nicht so, wie erwartet.

Die Annahme, dass ein gutes Businesskonzept, vielleicht eine entsprechende Qualifikation, ein Studium oder ein Patent über den Unternehmenserfolg entscheide, ist längst gründlich widerlegt. Natürlich kann Wissen oder Schutzrechte hilfreich sein, um einen Startup etwas zu erleichtern, aber entscheidend ist und bleibt – das zeigen Studien eindeutig –  die intelligente Verbindung von IDEE und PERSON.

Wohl gemerkt, wir sprechen hier über „Innovations-Gründungen“, nicht über „Imitats-Gründungen“.

Bei solcher Art Gründung zählt die Verbindung von IDEE und Entrepreneurship. Hier nützt eben nicht ein MBA-Studium (vielsagend allein der Begriff: Master of Business Administration). Hier geht es – auch wenn dies Verbände oder Gründungsberater anders sehen mögen – vor allem darum, die „Vorteile / Vorzüge / Innovationen“ der Geschäftsidee herauszustellen und diese sozusagen quasi bildlich und gefühlsmäßig „voraus zu erleben“. Um es zuzuspitzen könnte man sagen: „Sei es“, „sehe dich bereits so als ob du bereits der Unternehmer wärst, der du zu sein beabsichtigst“, quasi die „Idee in Erfolgs-Vollzug. ….

So etwas lässt sich nicht studieren, beraten oder gar planen, so etwas ist eher Teil der „Identität“ des Unternehmenden. Er, sie, man spürt es, der Fokus des Interesses ist nicht nur auf diese Idee ausgerichtet, sondern man ist auch in der Lage, das „Gedanken-Karussell“ umzugruppieren. Um es mit einem Begriff aus dem QuantenManagement zu beschreiben:

·         Der Entrepreneur beginn so etwas wie ein eigenes Quantenfeld zu erzeugen, die Rolle des „Beobachters“ und die Funktion der „Nichtlokalität“ der kleinsten Teilchen scheint ihm (zumindest unbewusst) bekannt zu sein.

Wer um die Bedeutung der „Kraft der Gedanken“ weiß, ahnt, wie wichtig dieses gedankliche Zuspitzung auf die Idee, für den Erfolg ist.

Das Umfeld wird es merken und entsprechend „spiegeln“.

Sätze wie:

·         „Du scheinst an nichts anderes mehr zu denken, als nur noch an“ …. .

Wer hier den beabsichtigten Tadel für sich in ein Lob umwidmen kann, ist bereits gut verwachsen mit seiner unternehmerischen Idee. …

Machen wir an dieser Stelle ein Zwischenresümee:

·         Wir konstatieren dass in Deutschland Genossenschafts- und/oder Prüfungsverbände meist zu wenig dazu beitragen (können), einen erfolgreichen – kooperativen Gründungsprozess sinnvoll zu begleiten. Der starke Fokus auf die Struktur scheint völlig den Weg zu versperren, z.B. den „WirKraft-Prozess“ als wesentliches Erfolgsmerkmal zu erkennen und dazu entsprechendes Beratungs-Now How“ einbringen zu können.
·         Ähnlich kann man dies bei den meisten Gründungsberatern annehmen. Sie sind nicht nur traditionell auf Bereiche bezogen, die das Potenzial der unternehmerischen IDEE nachrangig sieht und glauben, dass gute Businesspläne, gesicherte (Banken-) Finanzierung und Fachkenntnis entscheidende Erfolgskriterien beim Startup sind. Bezüglich Team-Gründungen dürften sie eher skeptisch sein. Nicht weil sie Team oder „WirKraft“ nicht kennen, sondern weil sie – wenn überhaupt, „WirKraft“ eher auf der Ebene von „Motivations-Instrumenten“ für abhängig Beschäftigte sehen.
·         Auch die inzwischen langsam „aufblühende“ Landschaft pro „Entrepreneurship“ (Universitäten, Berater) findet bisher nur wenig Bereitschaft „WePower-Effekte“ in den Gründungsbereich einzubeziehen. Man spricht gern von „Der IDEE“ und „Dem/Der GründerIn“ recht konsequent singulär, und lässt dabei viel von einem möglichen -erfolgsbezogenen – „WirKraft-Potenzial“ aus Unkenntnis quasi liegen.

Das bringt uns dazu, genau diese Frage in den Fokus zu nehmen. Sie deckt sich ebenfalls mit Ihren Anmerkungen am Ende Ihrer Fragen bzw. Hinweise.

Der WirKraft-Begriff – so wie wir ihn verstehen – basiert auf mehreren Effekten, von denen jeder einzelne Effekt „WirKraft-Bezug“ hat, jedoch erst die Ausschöpfung aller Elemente zu dem führen werden, was wir als „WirKraftWerk“ oder „WePowerArea“ bezeichnen. …

Dazu einige Hinweise:

a. Wir wollen nicht bestreiten, dass es wohl eher die Ausnahme ist, dass mehrere Personen mit quasi gleicher Intensität der gleichen unternehmerischen Idee verwachsen sind. Auch wenn zwei oder mehr Partner des „Ideengebers“ es vermögen, sich der Idee nicht vollkommen, aber doch recht intensiv hinzugeben, stärkt dies zweifelsfrei das „Erfolgs-Potenzial“ einer IDEE.

·         Der „Zugewinn“ an WirKraft, erhöht die „Energie-Gesamt-Bilanz“ des Startups.

Dafür könnte die Struktur Genossenschaft (oder Cooperative) recht nützlich sein. Anders als gemeinhin angenommen, können auch die Renditezuflüsse durchaus intelligent den Erwartungen aller „MitUnternehmer“ angepasst werden.

b. Es könnte einen großen Unterschied für die Realitsationskraft des gesamten Vorhabens bedeuten, dies mit Projekt-Partnern zu tun, statt mit Menschen mit „Arbeitnehmer-Mentalität“. Um nicht missverstanden zu werden, heißt das nichts gegen Beschäftigte, aber es wäre einfach mehr „WirKraft-Potenzial“ zu erreichen, wenn eine – möglichst hohe – Identifikation mit der Projekt-Idee entsteht. Auch dafür ist eine - als „SmartCoop“ gestaltete – moderne Genossenschaft recht förderlich.

c. WirKraft entsteht auch, wenn es z.B. gelingt, die Idee von A. mit einer Idee von B., mit der Idee von C. zu verbinden, sofern daraus ein entsprechender „Potenzial-Vorteil“ für alle entsteht. Diese wären dann eigenständige Gründungen, die jedoch „WirKraft“ in beide Richtungen entfalten könnten. Für eine Kooperation zwischen mehreren Gründern (durchaus unterschiedlicher Projekte) ist eine Genossenschaft ebenfalls ein einfaches und wirksames Instrument, um das WirKraft-Potenzial aller Beteiligten zu stärken.

Wir sehen daraus, dass ein Denken und Handeln pro „WirKraft-Erzeugung“, eine Menge an Vorteile auch für Entrepreneurships bedeuten kann. Es wäre schade, wenn der Zoom ausschließlich auf die Idee gelegt wird, weil damit nicht hinreichend die mögliche „Gesamt-ErfolgsEnergie-Erzeugung“ gewürdigt und ggf. zum Tragen kommt.       

Wir sagen jedoch nicht, dass der IDEE nicht eindeutig der Vorrang im gesamten Umsetzungsprozess gegeben werden sollte. Insoweit widersprechen wir ausdrücklich nicht den Erkenntnissen von Prof. Faltin über die vorrangige Bedeutung der Unternehmens-Idee für den Gründungsprozess, sondern schlagen „nur“ vor, den Umsetzungsprozess mittels „SmartCoop“ zu optimieren. ….

Gerade bei Studenten, die sich recht oft in Bezugsgruppen bewegen, könnte vorgenannte „WirKraft-Perspektive“ von Interesse sein, denn sie berücksichtigt den Wunsch, die gesamt Gruppe in das Gründungs-Vorhaben zu integrieren.  Natürlich muss dabei das entscheidende Motiv sein, dadurch  eine (nachweislich) deutliche „WirKraft-Potenzial-Erhöhung“ zu erreichen. …

Um der „Gefahr“ zu entgehen, die notwendige Dynamik des „Top-Ideen-Trägers“ sozusagen auf den Level der Gesamtgruppen-Energie „herunterzuschmelzen“, bedarf es jedoch verbindlicher „Spielregeln“, die allesamt „WirKraft-Beurteilungen“ standhalten müssen. …

Die Einbeziehung eines „WirKraft-Coach/Mediators“ hat sich bewährt, dessen Hauptaufgabe es meist ist, die wahre Zielklarheit von allen Gruppenmitgliedern zu ermitteln und jede Form von „geheimen Vorbehalten“ zu erkennen, offen zu thematisieren und auf deren Folgen einzugehen …

Der Erkenntnis von Herrn Faltin („Kopf schlägt Kapital“ – Buchtitel)würden wir ergänzend hinzufügen wollen:

·         Intelligente Wir-Kraft kann oft mehr Gesamt-Energie als Ich-Kraft erzeugen – auch wenn viele Berater dem gern widersprechen würden ….    
            


Hinweis: Die Begriffe „WirKraft“ – „We-Force“ – „TeamForce“ haben letztlich die gleiche Bedeutung: Sie intendieren, dass eine intelligente „Bündelung“ von Einzel-Potenzialen zu einem Gesamt-Potenzial, stets zu einer Wirk-Kraft-Erhöhung führen können, eigentlich führen müssen. Wichtige Voraussetzung: Es besteht übereinstimmende Zielklarheit auf hohem Niveau, deren Substanz regelmäßig verifiziert werden muss.

Redaktion: Gerd K. Schaumann - Rückfragen richten Sie bitte an: info@mmw-ev.de