Willkommen

GENOSSENSCHAFTEN sind wichtiger Teil eines Modernen KOOPERATIONS-Wesens. Sie bilden die Struktur für einfaches, schnelles und effektives Zusammenwirken für MENSCHEN in unterschiedlichsten Situationen. Eine passende Struktur zu haben, ist eine gute Ausgangsposition. Wer in "GRUPPEN-VORTEILEN" denkt, hat ein wesentliches Prinzip von Kooperation (Coop) verstanden. Hinweis: Unsere CoopGo-Dialoge (per Mail, Telefon- o. Video) sind kostenfrei, sofern uns die Möglichkeit eingeräumt wird, diese Informationen zur Förderung des Kooperativen Wandels einzusetzen („Hilfen zur Selbsthilfe“). Ausschließlich, um eine bessere Lesbarkeit zu gewährleisten, können die Fragen (stilistisch) geringfügig an-gepasst werden. Danke für euere Hilfe zur Gestaltung einer Kooperations-Gesellschaft. Koordination / Redaktion: Gerd K. Schaumann
Posts mit dem Label Bankgenossenschaften werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Bankgenossenschaften werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

28.06.2020

Nicht jede Genossenschaft ist auch ein intelligenter „Coop“!

,
 

Wer Mitglied in einer Genossenschaft sein möchte, sollte auch bereit sein, Verantwortung zu übernehmen. Ohne Selbstverantwortung kann Genossenschaft kaum funktionieren. Banken und einige Wohnungsbaugenossenschaften zeigen, wohin das führen kann. Wer sich als „Mit-Unternehmer“ versteht – und dabei geht es bei Genossenschaft - wird „bestraft“, wenn er seine Verantwortung vernachlässigt oder an Dritte „delegiert“. …

Der Mensch steht im Mittelpunkt – Das ist  CoopGo …

 

Frage:

Manchmal haben wir den Eindruck, dass sich „Genossenschafts-Gründer“ als „bessere Menschen“ fühlen. Es mag sein, dass Genossenschaften dafür sorgen, dass sich keine „Kapitalherrschaft“ bildet, dass sich das (Privat-) Vermögen  nicht weiter zugunsten Einzelner verschiebt. Aber das ist uns zu wenig. …

Für uns ist Genossenschaft wirklich Kooperation zwischen Menschen, mit Menschen, für Menschen.

Wie kann man erkennen, ob die „Manager“ von Genossenschaften begriffen haben, dass der Mensch im Mittelpunkt steht?

Für uns ist Genossenschaft auch Übernahme von Verantwortung für das Ganze, also eine Wirtschaft mit Verantwortungskultur.

Wie kann man erkennen, ob die „Manager“ von Genossenschaften begriffen haben, dass unser aller Leben im Mittelpunkt steht? …

FragestellerIn: Mitglieder einer politischen Jugendorganisation

Antwort:

Eine Genossenschaft ist eigentlich nichts anderes, als eine (weitere) „Rechtsform“. Wer sich statt für eine GmbH für eine Genossenschaft – oder auch umgekehrt – entscheidet, ist deshalb kein „besserer“ oder „schlechterer“ Mensch“. Der oder die Gründer treffen zunächst nur die Entscheidung, wer der „Eigentümer“ des von allen Menschen erwirtschafteten Vermögens wird. Bei einer „GmbH“ gehört dies Vermögen den Gesellschaftern, bei einer Genossenschaft, den Mitgliedern. Und weitere wesentliche Unterschiede sind nicht zu vernachlässigen, wie z.B.:

·       Wer entscheidet über die Unternehmenspolitik, wie z.B. Standortverlegungen, Fusionen, Kooperationen mit anderen Unternehmen, die Art und Qualität der Unternehmensführung, den Grundlagen des Entlohnungs- oder Managementkonzeptes, usw. …

Der wohl entscheidende Unterschied zu einer Genossenschaft, liegt bei dem (gesetzlichen) Förderauftrag zugunsten der Mitglieder. Wir betonen „gesetzlich“, weil natürlich auch eine GmbH nicht vergisst, seine „Eigentümer“ zu fördern. Das machen diese (auch ohne Förderauftrag) schon selbst recht gut. …

Fairerweise sollte man sagen:

·       Auch eine GmbH könnte sich einen besonderen „Förderauftrag“ geben. …

Formulieren wir mal so:

In einer GmbH haben nur die (Kapital-) Eigentümer die Möglichkeit, wesentliche, wichtige, also grundlegende Unternehmensentscheidungen zu treffen. Sie können, müssen aber nicht die „Nichteigentümer“ in solche Entscheidungen einbeziehen. …

Die gesetzlichen Möglichkeiten in einer Genossenschaft sind diesbezüglich nicht anders, nur eben wird nicht nach „Beteiligungshöhe“ (Kapitalanteil), sondern nach „Köpfen“ entschieden. …

Wir wollen das nicht vertiefen, möchten jedoch auf das „Kaduzierungs-Prinzip“ bei einer GmbH  hinweisen. Vereinfach gesagt, kann durch Kapitalerhöhung eine Verschiebung der „Stimmverhältnisse“ erreicht werden, was bei einer Genossenschaft ausgeschlossen ist. …

Wir wollen keineswegs eurer (skeptischen) Fragestellung ausweichen, weil wir sehr wohl sehen:

·       In vielen GmbHs gibt es – bezogen auf die Mitarbeiter - hervorragende Management- und Führungskonzeptionen, weil man erkannt hat, wie wichtig z.B. ein gutes Betriebsklima ist.

Genossenschaften sind nur bedingt diesbezüglich vergleichbar, weil es sowohl Mitglieder gibt, die zugleich Beschäftigte sind, wie auch Beschäftigte, die keine Mitglieder sind.

Aus unserer Sicht, spricht viel dafür, allen Beschäftigten zumindest zu eröffnen, auch eine Mitgliedschaft zu erwerben, weil erst dann deutlich wird, dass man erkannt hat, dass aufgrund der Identität von Beschäftigung und Mitgliedschaft, so etwas wie eine „Selbstverpflichtungs- bzw. Selbstverantwortungskultur“ entstehen kann (besser entstehen muss). Denn genau wegen dieser „Identität“ können sich die zu erwartenden „Beteiligungs-Vorteile“ für beide Seiten entwickeln.

Grundsätzlich kann gesagt werden:

·       Genossenschaften haben – im Gegensatz zu anderen Rechtformen – einen wichtigen VORTEIL, den sie aber bisher – entweder nicht erkannt haben oder aus „engstirnigen“ Gründen nicht erkennen wollen:

·       Identität schafft Vertrauen und Vertrauen schafft Identität und daraus entstehen die „WIR-KRAFT-VORTEILE“, die diese Rechtsform sogar wirtschaftlich überlegen machen (bzw. machen könnte)

Selbstkritisch ist jedoch anzumerken, dass es bisher nur wenigen Genossenschaften wirklich gelungen ist, diese „WIR-KRAFT-VORTEILE“ zu erkennen bzw. dann auch zu realisieren.

Es nützt wenig, über „WIR“ nur zu reden, es muss auch erkennbar und spürbar von den (teilnehmenden) Menschen nachvollzogen werden; nicht nur ab und zu, sondern kontinuierlich.

Nehmen wir dazu – beispielhaft – zwei „Branchen“. Sie sind genau wegen dieses fehlenden „Identitäts-Bewusstseins“ sogar in die öffentliche Kritik gekommen:

·       Genossenschaftsbanken

und

·       Wohnungsbaugenossenschaften, vor allem solche mit aktivem „Verkauf“ von Genossenschaftsmitgliedschaften.

Wer Mitglied in einer Genossenschaftsbank hat einfach keine erkennbaren Vorteile aufgrund seiner Mitgliedschaft. Natürlich bekommt das Mitglied „Rendite“ für seine (streng limitierten) Genossenschaftsanteile. Was aber wäre der Förderzweck? Zumindest bei den angebotenen „Geldprodukten“ sind keine erkennbar….

Wer Mitglied einer Wohnungsbaugenossenschaft wird, sucht eigentlich – zeitversetzt - vorteilhaften (Miet-)Wohnraum oder möchte günstig Eigentum erwerben. Identitätsbildend wäre es z.B., wenn solche (eigentumsorientierten) Wohnungsbaugenossenschaften mit ihren Mitgliedern ein gemeinsames „Realisierungs-Konzept“ vereinbaren würden. Und die Mitglieder, die kein Eigentum erwerben wollen? Für diese könnte man z.B. einen separaten „Fonds“ bilden, der dazu dient, einen “Mehrwert“ in Form eines (erhöhten) „Auseinandersetzungsguthabens“ zu bilden. Was keinen Sinn macht ist, am Ende der Mitgliedschaft einen Vermögens-Verlust aufgrund der Mitgliedschaft akzeptieren zu müssen …

Fassen wir zusammen:

·       Von einer GmbH erwarten und realisieren eigentlich nur die (wenigen) Eigentümer den Gesamt-Vorteil (Geld- oder Vermögenszuwachs). Damit das besser oder optimal geschehen kann, müssen sie  den Beschäftigten davon einen Teil abgeben und eine Art „Wohlfühlklima“ bieten. Die wesentlichen Unternehmensentscheidungen treffen aber stets die Eigentümer allein.

·       Bei einer Genossenschaft kann das ähnlich oder auch anders sein. Auch hier gibt es eine „Erwartenshaltung“ aufgrund der Beteiligung. Wer jedoch zugleich Mitglied und Beschäftigte/r ist, also eine (tätige) Identität besteht, hat ganzheitlich Einfluss, sofern er/sie das erkannt hat und realisieren will. …

Was könnte nun ein wesentlicher Grund sein, weshalb es Genossenschaften nur gelegentlich gelingt, den zu erwartenden „Wir-Kraft-Vorteil“ tatsächlich wirksam werden zu lassen?

Ein Merkmal dürfte darin zu suchen sein, dass bisher keine (ganzheitliche)Kultur des Förder-Vertrauens in Genossenschaften entstanden ist.

Oder vereinfacht gesagt:

·       „Wir machen das FÜR euch“ ist das dominante Führungsprinzip

·       „Wir machen das MIT euch“, wird bisher nicht als der eigentliche „Wir-Kraft-Motor“ nachvollzogen bzw. akzeptiert.

Wer könnte – eher müsste -dazu „Impulsgeber“ sein?

Nun, eigentlich sollten das die Genossenschaft- und/oder Prüfungsverbände sein.

Wer sich jedoch deren Selbstverständnis näher ansehen möchte, der sollte sich gelegentlich mal mit „Prüfungsberichten“ befassen.

Prüfungsverbände versuchen sich eher darin, sich als „Quasi-Wirtschaftsprüfer“ zu definieren, statt sich auf sachkompetente „Mehrwert-Empfehlungen“ zu konzentrieren, was die eigentliche Aufgabe wäre.

Pflichtprüfung und Pflichtmitgliedschaft sind auch deshalb in die „Diskussion“ gekommen, weil kaum erkennbar ist, dass hier „Genossenschafts-Mehrwert-Experten“ in Aktion sind. Der Begriff „Betreuungsprüfung“ impliziert, dass latent ein „Wir-Kraft-Wissens-Transfer“ von Verband zu Genossenschaft fließt und die Prüfung vor allem dazu dient, nachzuvollziehen in welchem Umfange diese Erkenntnisse tatsächlich realisiert wurden oder welche Gründe vorlagen, dies nicht umsetzen zu können.

Der Mehrwert von (genossenschaftlichen) Prüfungsberichten sollte sich vor allem auch nicht in  „Statusfeststellungen“ erschöpfen, sondern zu Beratungsempfehlungen führen. So gesehen ist auch eine Qualitätssicherung durch eine Kammer für Wirtschaftsprüfungen – vorsichtig ausgedrückt – nicht anderes wie ein „grandioses Missverständnis“. ….

Wer über Wandel spricht, sollte auch das eigentliche Problem beim Namen nennen:

·       Verhältnisse „fallen nicht vom Himmel“, sind auch kein „Zufall“ oder ein „Versehen“. Verhältnisse haben Ursachen!

Ja, man könnte nach dem „Staat“ rufen, Politiker oder Verbände kritisieren. Das hat man bisher gern getan.

Und das daraus entstandene Ergebnis kann jeder gern überprüfen. …

Was wäre also anders zu machen?

Vielleicht den Menschen zu sagen, dass Genossenschaft ohne Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung (Selbstverantwortung) nicht funktionieren kann.

Wer Teilhaber an einem Unternehmen wird (und dabei handelt es auch bei einer Genossenschaft), kann und sollte seine „Verantwortung“ nicht delegieren, auch nicht an Verbände.

Wer „JA“ zu (Genossenschafts-) Beteiligung sagt (in welcher Form auch immer), muss das auch mit Inhalt füllen, muss sich z.B. über die Geschäftspolitik informieren, muss sich – sozusagen - aktiv „einmischen“. Und wenn er/sie erkennen, dass das nicht gewollt oder erwünscht ist, sollte man Konsequenzen ziehen, kündigen  und sich (gezielt, nicht „zufällig“) eine Genossenschaft suchen, die solche Kriterien erfüllt.

Nicht der Staat, schon gar nicht Verbraucherberatungen, Anwälte oder Verbände sind aufgerufen, das für den- oder diejenigen zu korrigieren, was der/die es hätte eigentlich selbst machen können, selbst machen müssen. …

Wir benötigen keine Stabilisatoren für eine „Entantwortungskultur“, wir benötigen Institutionen und Politiker, die für (mehr) Selbstverantwortung werben und dazu auch Voraussetzungen schaffen, z.B. mit einer Art Selbstverwaltung, besser Selbstorganisation, vielleicht sogar einem „Kooperations-Rat“ oder ein „Genossenschafts-Parlament“. …  

      

Wir haben JETZT die Wahl !

Konkurrierendes Chaos oder Cooperative Intelligenz?

 

„CoopGo-Dialoge“

(MMWCoopGo Bundesverband der Cooperations- u. Genossenschaftswirtschaft e.V.)

Hinweis: Wir behalten uns vor, Fragen – zwecks besserer Lesbarkeit – redaktionell anzupassen.

info@menschen-machen-wirtschaft.de

 

22.03.2018

Bürgergenossenschaften – Sogar die Geldversorgung kann dann ortsnah bleiben. (Teil 1)



Frage:

Könnten Bürgergenossenschaften unsere Gemeinde attraktiver machen?

Unsere Antwort: Eindeutig JA.

Nichts ist belebender, als wenn die Bürger einer Gemeinde beginnen, sich selbst zu organisieren. Leider hat auch dazu die neue Bundesregierung nichts gesagt.
Immer wenn es darum geht, dass Menschen beginnen könnten, zu erkennen, wie einfach und doch vorteilhaft es ist, Selbstorganisation zu praktizieren, sich in Genossenschaften oder Vereinen zusammenzuschließen, glaubt „Politik“ an Bedeutung zu verlieren und weicht aus. Meint man vielleicht die  „Kontrolle“ über oder den „Einfluss“ auf die Menschen zu verlieren? …

Nun, solche Befürchtungen sind nicht ganz unberechtigt, denn Kooperation ist einfach intelligenter und vorteilhafter wie „Konkurrenz“, denn sie hebt z.B. „künstliche“ Trennungen zugunsten von Effektivität und Effizienz auf.
Meinungsbildung und Umsetzung von Beschlüssen, wird dann nicht mehr dem „Wahlkampf“ oder  anderen Formen von „Rivalität“ ausgesetzt. Wenn das Denken und Handeln im Rahmen von „Gegeneinander“ überwunden wird – wird in der Politik, besonders in der Kommunalpolitik vieles einfach und schnell zu realisieren sein. Dann bekommt Demokratie auch wieder Substanz.

Nicht die Ansicht einer einzelnen Partei ist entscheidend, sondern ausschließlich das Wohl aller Menschen.
Schauen man sich „kommunale Wahlkämpfe“ an, dann erkennen man unschwer, was gemeint ist.

Ganz anders geht das – wohnortnah - mittels Kooperation und Selbstorganisation, z.B. in Form einer Bürgergenossenschaft.
Eine Bürgergenossenschaft steht auch nicht unter  „kommunalen Aufsicht“, ein Bremsklotz, der jeden engagierten Kommunalpolitiker schier zur Verzweiflung bringen kann. Dieses  Relikt (Aufsicht) verhindert, dass wirklich wohnortnah Politik gemacht werden kann. Was „Gemeindeparlamente“ dürfen oder lassen müssen, ist genau festgeschrieben. Nur wenig davon berührt die eigentlichen Bürgerinteressen.

Lebenswichtige Bereiche der Menschen werden nach „ortsfern ausgelagert“, finden – fernab vom Wohnort der Menschen statt (Landtag oder Bundestag).  Deshalb findet Kommunalpolitik auch recht wenig Interesse bei der Bevölkerung. Man diskutiert und beschließt eigentlich eher „Nebensächliches“. Erst auf Landesebene beginnt sich das zu ändern. …
Dazu einige Beispiele:

Ob die Straßenbeleuchtung eine Stunde länger an bleibt oder nicht, dafür „erregen“ sich die Fraktionen in Kommunalparlamenten oft stundenlang. Und letztlich geht es nur noch darum, von welcher Partei die „Beschlussvorlage“ eingebracht wird.  Nicht die Qualität der Initiativen hat Vorrang, sondern der Absender (Partei x oder y). Das führt dann zu so „unfassbaren Komödien“, dass man sich nie sicher sein kann, ob das Beste für die Bürger oder der „Sieg“ einer Partei im Vordergrund steht.

Im Rahmen von bürgerschaftlicher Selbstorganisation, also in einer Bürger-Genossenschaft gibt es diese Form von „Lagerbildung“ nicht. Natürlich ist auch dort wohl nicht ganz auszuschließen, dass sich partielle Gruppeninteressen ausbilden. Aber letztlich können alle Mitwirkenden insgesamt direkten Einfluss auf das Ergebnis nehmen. …

Bedeutender als  die „Beleuchtungsdauer von Straßenlaternen“ dürfte zweifellos sein, dass die Bürger zu Fragen, wie z.B. Schule (nicht nur die Räume, sondern auch die Inhalte), Medizinische- oder Pflegeversorgung, über berufliche Perspektiven ihrer Kinder, oder über ähnlich wichtige Themen beraten und beschließen möchten. Das ist – wenn überhaupt – nur sehr begrenzt in der Kommunalpolitik möglich. Und wenn die Bürger letztlich mühsam eine Bürgerversammlung durchgesetzt haben, um solche Themen zu diskutieren, dann erkennen sie schnell, dass ihnen die „Selbst-Gestaltungs-Hoheit“ fehlt. Menschen in Bürgerversammlungen können quasi beschließen, was sie wollen, nur wenn die Mehrheit des Kommunal-Parlaments sich dieses Votum zu Eigen macht, beginnt sich der Bürgerwille langsam in Bewegung zu setzen. Von einer Realisierung ist man immer noch weit entfernt. Hat die Bürgerversammlung zu Themen votiert, die nicht der kommunalen Zuständigkeit entsprechen, kann dies allenfalls dazu führen, dass der Antrag an Fraktionen oder Parteien im Land oder Bund „überwiesen“ wird. Dort konkurriert er dann meist mit vielen (ähnlichen) Anträgen aus anderen Regionen. Da auch meist notwendige Mittel erst beschafft werden müssen, können leicht Jahre vergehen, bis eine Lösung geschaffen wird. …

So etwas stimmt Bürger nicht gerade „euphorisch“. …

Natürlich gibt es einen Gemeindehaushalt. Aber der ist nicht nur finanziell begrenzt, sondern gibt auch keinen Spielraum für Projekte und Lösungen, die wirklich dem Anliegen der Bürger entsprechen.
Werden wir dazu mal „extrem praktisch“ und wählen folgende Situationen, die zugleich den „Nerv“ vieler Bürger tangieren und zeigen, welche (zusätzlichen) Möglichkeiten sich für „Bürgergenossenschaften“ eröffnen. Dies gilt nicht nur bezüglich einer zeitnahen Realisierung von Projekten, sondern der Art der Problemlösung.

Situation 1:
Der Ort ist inzwischen ohne jedwede Möglichkeit zur Deckung der Mittel des täglichen Bedarfs für die Bewohner. Es gibt weder Bäckerei, noch Fleischerei oder ein Ladengeschäft. Vielleicht für jüngere Menschen kein Problem. Sie haben eigene Autos oder nutzen Busse. Aber für viele ältere Menschen, gar für pflegebedürftige oder behinderte Menschen, ist ein Ort ohne Einkaufsmöglichkeiten  schon ein großes Handicap.

Situation 2:
Die Grundschule, der Kindergarten und der Hort in einer Gemeinde werden geschlossen. Die Begründung: Die Nutzerzahlen sind zurückgegangen und man müsse deshalb „Fusionieren“. Die Eltern der Gemeinde sehen große Probleme …

Situation 3:
In der Gesamt-Gemeinde (oder Kleinstadt mit mehreren Ortschaften) wird die Sekundarschule geschlossen. Die Kinder müssen nunmehr in eine „Mittelpunktschule“ gehen. Die Schulweg-Zeiten werden dadurch für viele Kinder um täglich mehr als 2 Stunden länger. Oft müssen die Kinder sogar mehrmals  umsteigen. Viele Eltern überlegen, den Wohnort zu wechseln …

Situation 4:
Die örtlichen Filialen der Volksbank in der Gesamt-Gemeinde sollen geschlossen werden. Begründung: Man müsse fusionieren, so sagen die Informationen der Bank. Dazu soll die kleine Volksbank mit einer größeren Volksbank (in der 30 Km entfernten Stadt) verschmelzen. Den Mitgliedern der kleineren Volksbank wird natürlich gesagt, dass sich für sie nichts ändern werden, ihre Mitgliedschaft würde unkompliziert auf die größere Bank übertragen. …         

Nun werden einige Leser – durchaus verständlich – anmerken, dass die gewählten Beispiele irgendwie nicht zusammen zu passen. Vor allem taucht die Frage auf, was diese 4 Situationen mit der Gründung von „Bürgergenossenschaften“  zu tun haben. Auf den ersten Blick scheint es, dass nur Situation 1-3 Sinn machen, um zur Gründung einer Bürger-Genossenschaft zu kommen.

Seien Sie bitte nicht erstaunt, wenn wir behaupten, dass gerade Situation 4 den besonderen „Charme“ für eine Bürger-Genossenschaft haben könnte. …
Warum dies so ist, werden wir eingehend in Teil 2 unseres Beitrages erläutern.

(Literaturhinweis: Gern gegeben wir dazu eine Literaturempfehlung: Das Taschenbuch mit dem Titel „Unsere Volksbank soll fusionieren“ (Autor: Georg Scheumann, Verlag UDG eG) kann direkt über www.igenos.de oder über www.coopgo.de bestellt werden. Für potenzielle Planer von Bürgergenossenschaften, sollte es unbedingt ausgewertet werden.)

(Gern können Sie „TransCoop“ Ihre Fragen zusenden. Wir werden unsere Antworten – möglichst zeitnah - entweder einzeln oder innerhalb eines gleichen Themenkomplexes veröffentlichen.)