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Frage (Auszug) |
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Wir sind eine
recht neue Genossenschaft und suchen Kontakt nach Frankreich, Spanien und
Italien. Unsere Freunde in Frankreich möchten nun eine Genossenschaft in
Deutschland gründen. Dabei wollen sie von uns beraten werden. In unseren
Gesprächen haben wir erfahren, dass man in Frankreich z.B. nicht eine
„Pflichtmitgliedschaft“ in einem Prüfverband eingehen muss. Wir haben nicht
nur darüber gestaunt, sondern auch mitbekommen, dass in Frankreich viel mehr
Lebendigkeit bereits bei der Gründung einer Genossenschaft besteht. Weil das
bei uns in Deutschland alles immer komplizierter ist, wie anderswo, wird es
zunächst keine Gründung der Franzosen in Deutschland geben. Nun, wir waren
mit unserem Prüfungsverband nicht direkt unzufrieden, haben jedoch gemerkt,
dass solche Prüfer sich kaum in den „Genossenschafts-Alltag“ hineinversetzen
können. Sie „kleben“ förmlich an ihren Zahlen, aber echte Impulse haben wir
bisher keine bekommen. Ein Mitglied unserer Genossenschaft ist Anwalt. Er hat
uns erklärt, warum es in Deutschland überhaupt die (gesetzliche) Pflicht
gibt, einem Prüfungsverband angehören zu müssen. Wir haben auch dazu unseren
„Prüfer“ gefragt. Der hatte eine – für
ihn – einfach Auskunft: „Das ist halt so, weil es im Gesetz steht“. Diese
Antwort hat uns irgendwie nachdenklich gemacht und wir haben intensiver
recherchiert. Das Ergebnis war „desillusionierend“, das hat viel mit der Zeit
des Faschismus zu tun. Wir würden jedem Genossenschaftler empfehlen, dazu mal
die Bücher von Herrn Wilhelm Kaltenborn zu lesen (gern geben wir euch die
Titel dazu. ..) Was ist euere
Meinung dazu und kennt Ihr Menschen, die positive Erfahrungen gemacht haben,
die ein „Prüfungs-Monopol“ der Verbände rechtfertigen? Wir werden in
Kürze an einer europäischen Konferenz von Genossenschaften teilnehmen. Könnt
Ihr uns bitte deshalb recht kurzfristig antworten?. Uns ist auch unklar,
warum es in Deutschland einen „EU-Sonderweg für Genossenschaften in
Deutschland“ gibt und wann man das Genossenschaftsrecht endlich in Europa vereinheitlichen
wird. Gibt es eurer
Sicht eine inhaltliche Rechtfertigung – und worin liegt die – dass man in
Deutschland „zwangsweise“ einem Prüfungsverband angehören muss. Gern hätten
wir Literaturhinweise zu unseren Fragen, weil einige unserer Mitglieder
überlegen, zu solchen genossenschaftlichen Themen „Bachelor- oder
Master-Arbeiten zu schreiben. … Wie ist die
Stellung zu solchen Themen der „Genossenschafts-Institute“ in Deutschland.
Wir haben gehört, dass diese Institute irgendwie von Außen „subventioniert“
werden, was nicht unbedingt auf „unbeeinflusste Forschung“ hindeutet. …. |
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FragestellerIn: Startup
Genossenschaft im Bereich „Digitalisierung und Kommunikation“. |
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Antwort (Auszug): |
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Ssenschaft in Deutschland muss |
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Allein euere
Fragen ließen sich bereits zu einer „Bachelor-Arbeit“ ausbauen. … Wir wollen
versuchen, recht kurz zu bleiben, ohne das Wesentliche auszuklammern. Wenn Ihr die
Bücher von Herrn Kaltenborn bereits gelesen habt, brauchen wir darauf
nicht weiter eingehen. Wir danken Herrn Kaltenborn für seine verdienstvolle
Arbeit. Wir könnten es uns recht einfach machen, weil wir keine „historischen
Altlasten“ kommunizieren müssen, unsere Verbandsorganisation ist erst in der „Neu-Zeit“
entstanden. …. Lasst uns mit
einer Frage beginnen: Was könnte der
Grund dafür sein, weshalb auch heute noch ein Relikt besteht, das in
der Zeit des Nationalsozialismus seine besondere Bedeutung hatte: ·
Die immer noch ungewöhnlich intensive Staatskontrolle im
Genossenschaftsbereich! Aus Sicht der Staatsfunktion
der NS-Zeit machte Kontrolle Sinn. … Aber was ist
der Sinn in der heutigen Zeit, wenn „Staatskontrolle“ nicht mehr im
Vordergrund stünde? Halten wir
fest: ·
Vor 1934 gab es keine Staatskontrolle. ·
Erst die „Nazis“ führten sie ein. ·
Aber auch nach 1949 war man immer noch der Auffassung, eine „Staatskontrolle“
zu benötigen! Wenn das nicht
nachdenklich macht. … Abstrakt
könnte man fragen: ·
Was ist heute das Staats-Motiv, um Genossenschaften in einen staatlichen
Kontroll-Prozess zu halten? Und erweitert
könnte man fragen: ·
Warum diese Staatskontrolle jetzt sogar ausgedehnt wird, statt darüber
nachzudenken, sie sukzessive zu minimieren, gegebenenfalls ganz aufzugeben? Ein Blick auf
fast alle EU-Staaten (außer Österreich) zeigt, dass das geht und wie gut das
funktioniert. Irgendwie
merkwürdig: ·
In Ländern mit „Staatskontrolle“ „dümpelt“ der „Genossenschafts-Bereich
auf niedrigem Niveau, vor allem die Zuwachsraten sind niedrig ·
In Ländern ohne „Staatskontrolle“ boomt – sozusagen - der
Genossenschaftsbereich, „Geno-starup“ ist „in“! Nun, der „Staat“
in Deutschland wird darauf verweisen, dass es ja Genossenschafts- und
Prüfungsverbände gibt, die als „Eingetragene Vereine“ sich quasi selbst
organisieren. Es scheint so,
als wären heute „Prüfungsverbände“ in freier Regie der Vereins- bzw.
Verbandsmitglieder. Sind sie aber nicht. Das Recht der Mitglieder
eines Verbandes sich „selbst zu verwalten“ ist nicht unerheblich
eingeschränkt. Das beginnt
bereits damit, dass das „Prüfungsrecht“ staatlich verliehen wird und
natürlich auch „zurückgenommen“ werden kann. Jede
Genossenschaft in Deutschland muss – um in das Register eingetragen zu werden
und somit als „eG“ firmieren zu können - einem „staatlich beaufsichtigten“
Verband angehören. Gehört sie
keinem Verband an, wird sie „ausgetragen“. Sie ist dann zwar noch immer eine
Genosenschaft, aber hat keine Haftungsbegrenzung mehr. … Die „Staatskontrolle“
der Verbände äußert sich vielfältig. Landesbehörden
entscheiden über die Zulassung von Prüfungsverbänden und überwachen deren
Tätigkeit. Im Rahmen einer sog. Qualitätskontrolle „überwacht“ zusätzlich die
Wirtschaftsprüferkammer und auch andere „Quasi-Staatliche“ Einrichtungen werden
tätig, wie z.B. die Verbraucherberatung. Auch wenn sie alle irgendwie
„gerechtfertigt“ erscheinen mögen, greifen sie doch letztlich nicht
unerheblich in die genossenschaftliche Souveränität ein. Ist das
beabsichtigt oder eher „zufällig“? Die
Alternativen sind offenkundig und lauten: ·
Entweder man vertraut den Menschen, dass sie im Rahmen von Selbstorganisation
ihre originären Themen selbstverantwortlich regeln können, so wie das
Vereinsrecht es vorsieht. ·
Oder man unterstellt, dass Menschen (irgendwie) unmündig und unfähig
sind, ihre Mitgliedschaften selbst mit Leben auszufüllen. In diesem Bild
orientiert man eher auf „Überwachung und Kontrolle“; letztlich die
Staatskontrolle … Nun, Länder
wie Deutschland und Österreich taten sich mit Selbstorganisation und
Vertrauenskultur schon immer etwas schwerer. … Der Hinweis
zur EU-Harmonisierung ist interessant. Eigentlich hätte er aus Deutschland
längst selbst kommen müssen. Diese Frage
wäre berechtigt: ·
Warum ist wirkliche Selbstorganisation und Selbstverwaltung nicht längst
eine Forderung der deutschen und österreichischen Genossenschaft- und
Prüfungsverbände? Fürchtet man
sich und wenn ja, warum und was befürchtet man? Einer
EU-Harmonisierung – damit einer Pflichtmitgliedschaft für Genossenschaften in
Prüfungsverbänden, wird man in Deutschland nicht dauerhaft „entgehen“
können. Aber man
könnte den „Druck“ hin zu dieser Forderung intelligent minimieren,
z.B. durch eine andere Verbände-Politik. … Wer mit etwas
mehr Intelligenz statt borniertem Verbands-Ego sich solche Entwicklungen
anschaut, muss einfach erkennen, dass die Verbände sich irgendwie selbst
daran zu beteiligen scheinen, den Druck in Richtung „EU-Harmonisierung“ zu
forcieren. Das zentrale
Stichwort heißt: „Mehrwert“! Angenommen,
Mitglieder in einem Prüfungsverband sind vollends zufrieden mit dem „Service-Angebot“
ihres Verbandes in Bezug auf die Kosten und die Leistungen. ·
Würden diese Mitglieder aus dem Verband austreten, wenn die Pflichtmitgliedschaft
aufgehoben wäre? Nein, natürlich nicht,
weil anzunehmen ist, dass dieser – auf Genossenschaften spezialisierte
Sachverstand (Service) - im „Preis-Leistungs-Verhältnis“ nirgendwo
vorteilhafter wäre. In einem
Verband legen die Mitglieder die Gebühren selbst fest, bei privaten
Organisationen (Wirtshaftsprüfer, etc.) gelten ungleich höhere Gebührensätze. Die Frage ist
angemessen, weshalb (Prüfungs-) Verbände überhaupt „Angst“ haben, wenn die
Pflichtmitgliedschaft in Verbände – gemäß einer EU-Harmonisierung – beendet würde. Das kann
eigentlich nur dann der Fall sein: ·
Wenn Prüfungsverbände meinen, in einem offenen Wettbewerb nicht
bestehen zu können. Es sollte eigentlich
nicht schwierig sein, das Leistungsangebot von „Spezialisten“, wie es die
Verbände sind (bzw. sein sollten), bereits jetzt – zugunsten ihrer
Mitglieder - zu optimieren. Das gilt besonders für den Bereich „Prüfen“. Hier ist ganz
sicher eine Diskussion notwendig, wie aus einer „Überprüfung“ von
bereits vollendeten Geschäftsabläufen, eine zukunftsbezogene „Mehrwert-Prüfung“
entstehen könnte. Dazu ist sicherlich eine neue Sichtweise erforderlich, die
über „Zahlen-Korrektness“ hinausgeht. Die Frage muss
gestellt werden, welche Bedeutung die Menschen in einer Genossenschaft
bezüglich des Geschäftserfolgs einer Genossenschaft haben? Aufgrund der (Verantwortungs-
und Handlungs-) „Gemeinschaft der Teilhaber“ entsteht ein latentes
Potential der „Überlegenheit“, das bisher noch nicht
hinreichend zur Entfaltung gekommen ist. Wir nennen das
– verkürzt gesagt – die „Energie hinter den Zahlen“ zu erkennen. Es fehlt
derzeit bei den Verbänden zu erkennen, dass die traditionelle „Prüfer-Qualifikation“
um neue Beratungsfelder erweitert werden könnte. Ob das zu einer diesbezüglichen
Kompetenzerweiterung des Prüfers führen sollte oder ob dies eher eigenständig
personell zu ergänzen wäre, muss hier nicht abschließend beurteilt werden. Sicher ist
aber, dass der Aspekt „Prüfen“ und „Beraten“ (in Verbindung mit der förderwirtschaftlichen
Grund-Erfordernis) eher gleichwertig zu sehen sind wird zu diskutieren
sein. Und „Prüfungsberichte“ von Genossenschaften müssen sich erheblich
von „Wirtschaftsprüfungs-Berichten“ unterscheiden. … Wir würden den
Verbänden raten, bereits jetzt ihr Leistungsangebot so zu gestalten, „als
ob“ das bestehende „verbandliche Prüfungsmonopol“ bereits aufgehoben
wäre. … Derzeit haben –
soweit wir es übersehen – weder wichtige Verbände - noch der Staat ein
Interesse, das Thema „Prüfungspflicht“ und „Pflichmitgliedschaft“ in
Prüfungsverbänden zu liberalisieren. Die absolute
Mehrheit der EU-Staaten hat keine „Pflichmitgliedschaft“ in staatlich kontrollierten
Verbänden und es gibt von dort auch keine Nachrichten, dass das problematisch
wäre. Kein Land der EU ist bereit, sich auf eine Anpassung in Richtung Deutschland
oder Österreich einzulassen. Im Gegenteil,
sie erkennen deutlich: ·
Pflichtmitgliedschaft scheint den Genossenschaftssektor eindeutig zu
behindern! Die Anzahl der
Neugründungen und der Gesamtzahl der Genossenschaft (bezogen auf die Gesamt-Bevolkerung)
spricht eine klare Sprache: ·
Deutschland und Österreich sind aufgefordert, endlich den Sonderweg zu
beenden oder Nachweise vorzulegen, die diesen Sonderweg rechtfertigen! Danke für
euere Frage und viel Spaß beim Kooperieren!
Bewusstseins-Wandel
ist „Taktgeber“ für den „Kooperativen-Wandel“! |
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Genossenschaft-Online
ist eine Fachgruppe des SmartCoop
ForschungsInstituts (SCFI) im Bundesverband MMW. Unsere Berater sind:
DEGP Deutsch-Europäischer Genossenschafts-u. Prüfungsverband, IWMC
QuantenInsitut Internationale Wissenschafts- u. MedienCooperation und CoopGo Bund Freie Genossenschaften. |
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Wir behalten
uns vor – ausschließlich zum Zwecke der besseren Lesbarkeit – Fragen
geringfügig abzuändern. Kontakt: gks@menschen-machen-wirtschaft.de |
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Willkommen
GENOSSENSCHAFTEN sind wichtiger Teil eines Modernen KOOPERATIONS-Wesens. Sie bilden die Struktur für einfaches, schnelles und effektives Zusammenwirken für MENSCHEN in unterschiedlichsten Situationen. Eine passende Struktur zu haben, ist eine gute Ausgangsposition. Wer in "GRUPPEN-VORTEILEN" denkt, hat ein wesentliches Prinzip von Kooperation (Coop) verstanden.
Hinweis: Unsere CoopGo-Dialoge (per Mail, Telefon- o. Video) sind kostenfrei, sofern uns die Möglichkeit eingeräumt wird, diese Informationen zur Förderung des Kooperativen Wandels einzusetzen („Hilfen zur Selbsthilfe“). Ausschließlich, um eine bessere Lesbarkeit zu gewährleisten, können die Fragen (stilistisch) geringfügig an-gepasst werden. Danke für euere Hilfe zur Gestaltung einer Kooperations-Gesellschaft.
Koordination / Redaktion: Gerd K. Schaumann
Posts mit dem Label Prüfungsverbände werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
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23.02.2021
Mehrwert bieten! – Nur so könnten die (genossenschaftlichen) Prüfungsverbände ihr „Prüfungs-Monopol“ retten.
Labels: Kooperation, Genossenschaften, Gründung
Genossenschaften,
Pflichtmitgliedschaft,
Prüfungspflicht,
Prüfungsverbände
02.11.2019
Sind Genossenschaften – „Stabilisatoren“ für ein todkrankes System?
Oder: Wenn es
noch keine Genossenschaften gäbe, müsste man sie jetzt erfinden (wie der
Raiffeisen), um die damals erstarkende Arbeiterschaft „abzulenken“. Nur wenn
man den Kritikern eine „scheinbare Alternative“ im System anbietet, kann man den
Widerstand gegen den abknickenden Kapitalismus noch eine Weile kanalisieren …
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DuoThinko – Denken
„trifft“ Wahrnehmen
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Wir könnten mehr wissen, wie wir
denken zu wissen –
Viele Menschen zeigen das bereits,
besonders die junge Generation
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Frage:
Unsere Hochschul-Gruppe verfolgt das „Spielchen“ mit den
Genossenschaften schon eine ganze Weile intensiv und grinsend. Wir haben uns deshalb
auch mit der Funktion der Genossenschaften in einem kapitalistischen System
beschäftigt. Schon vor 200 Jahren erkannte ein Herr Raiffeisen – der übrigens
auch antisemitische Thesen verbreitet hat – gut, dass man die Arbeiterklasse
dadurch schwächen könnte, indem man ihnen sogenannte
Selbsthilfeorganisationen ermöglichte. Das Genossenschaftsrecht wurde also
nicht geschaffen, um etwas zu verändern, sondern um etwas (altes) zu
stabilisieren. Auch die Faschisten haben das schnell erkannt und sich der
Genossenschaften bedient. Interessant ist, dass die bestehenden
Genossenschaftsverbände sich geradezu „anbiederten“, dabei den Nazis zu
Diensten zu sein. Damals wurden dann auch die „Prüfungsverbände“ geschaffen,
die bis heute dem System „zu Diensten“ sind; nur mit einem „neuen Auftrag“.
Ein wirklich intelligentes Konstrukt wurde damals geschaffen, um „indirekt“ Genossenschaften
kontrollieren zu können …
Heute lautet der Auftrag wohl anders: Sichere das Bestehen eines stark
schwächelnden, wahrscheinlich bereits todkranken Systems mit Namen
Kapitalismus; manche sagen auch – verschönernd – Konkurrenz dazu. …
Alle Rechtsbereiche, gleich ob AG, GmbH oder in welcher Form auch immer
können sich frei entfalten. Klar doch, sie sind Teil des bestehenden Systems.
Nur bei Genossenschaften wird ein „Verband“ gefordert, dem jede
Genossenschaft angehören muss. Dieser (Über-) Prüfungsverband wird staatlich
kontrolliert. Er ist abhängig vom Wohlwollen des Staates (Aufsichtsbehörden).
Dessen Aufgabe wiederum ist es, die Genossenschaften zu (über-) prüfen. …
Irgendwie top gelöst, um Genossenschaften in einem engen Korridor des
bestehenden Systems zu halten. …
Macht doch mal den „Selbst-Test“: Schreibt in eine Genossenschaftssatzung
rein, dass der Förderzweck der Mitglieder ist, aus dem bestehenden
Wirtschaftssystem auszutreten und ein wirklich kooperatives neues
Wirtschaften anzustreben. Und dass ihr untereinander „tauschen“ wollt und
deshalb kein „Geld“ fließt, sondern Wert gegen Wert verrechnet wird. …
Dann sucht ihr euch dazu einen „Prüfungsverband“ in Deutschland. Viel
Spaß bei dieser „Nummer“. …
Also für uns sind Genossenschaften einfach nur „Systemstabilisierer“,
solange, bis man uns vom Gegenteil überzeugt. Aber sie werden dem maroden
System auch nicht helfen, zu gesunden. Der Virus „jeder bekämpft jeden“ macht
entweder die Menschen kaputt oder die gesamte Existenz. … Alles nur eine Frage
von nur noch recht wenig Zeit …
Na klar, müssen wir auch in einer „nachkapitalistischen“ Welt tätig
sein. Dann könnten Genossenschaften durchaus gute Dienste tun. Sie sind halt
anpassungsfähig; kommt nur darauf an, wer sich ihrer bedient. …
Antwort:
Bitte seid nicht überrascht, wenn wir uns nicht intensiver auf eure –
durchaus interessante – Analyse nicht weiter einlassen wollen.
Das hat mehrere Gründe, die auch für euch interessant sein könnten, wenn
ihr kooperativen Wandel wirklich wollt.
Zunächst ist es für uns nicht so wichtig, was gewesen ist. Unser
aller Leben ist „JETZT“. Und nur aus diesem JETZT heraus können sich Kräfte
einer Neugestaltung entwickeln. Aus diesem JETZT entstehen auch die neuen
Bilder, entsteht eine neue Welt. …
Es macht wirklich keinen Sinn, historische Abläufe zu nutzen, um daraus „Zukunft“
zu bauen. Wir können nicht wirklich wissen, was und warum sich damals
wirklich „abgespielt“ hat. Es sind eher Vermutungen. Auch historische
Dokumente erschließen sich heute nur aus der Sicht von heute. Selbst
Zeitzeugen „bezeugen“ nur das, was ihr Verstand ihnen zur Verfügung stellt.
Heute wissen wir jedoch, dass der Verstand nur 3-5 % (wenn überhaupt
so viel) aufnimmt, was sich wirklich ereignet. Das war damals nicht anders! ….
Das Gestalten von Gegenwart und Zukunft quasi „per Rückspiegel“, ist
nicht nur das Problem der Menschen, die sich mit „Geschichtswissenschaft“
beschäftigen, sondern sogar das Problem der meisten Eltern und wohl auch der
Lehrer. …
Außerdem fällt uns auf, dass ihr „der“ Politik, „den“ Verbänden, „den“
Umständen, usw. mehr „Kraft“ zubilligt, wie ihnen eigentlich zusteht. Und
muss nicht irgendjemand „seine“ Kraft zunächst abgegeben haben, damit Situation
entstehen können, die ihr jetzt bemängelt? Nicht die „Institutionen“ sind das
Thema. Es sind die Menschen, die solche Situationen erst ermöglichen. …
Wir bitten euch dringen euere „Positionen“ zu überprüfen, denn ihr
beteiligt euch – bewusst oder unbewusst – daran, dass sich die Menschen ihrer
Potenziale nicht bewusst werden – oder bewusst provokant ausgedrückt – endlich
„aufwachen“ und sich ihrer wahren Kraft und Möglichkeiten bedienen. …
Alle Systeme, die bisher in der Menschheitsgeschichte in Erscheinung getreten
sind, funktionierten irgendwie nach dem gleichen Grundsatz mit dem Namen: „Wir
machen das FÜR EUCH“. Mögen die diversen „ismen“ (Systeme) auch noch so
nett propagiert sein, sie ALLE haben nicht darauf gebaut, den Menschen
sich ihrer wahren Potenziale bewusst werden zu lassen. Selbst Systeme
der Neuzeit vergessen das gern. …
„Die“ Regierung, Parteien, Verbände, …. auch viele Genossenschaften,
basieren genau auf diesem „Vergessen“. Dann ist der Schritt naheliegend, dass
„Führer“, „Geführte“ und letztlich „Verführte“
entstehen. Und dann kommt dazu der „Irrglaube“, dass irgendjemand von denen
es „neutral“ macht, sogar wisse, was für die „anderen“ gut oder richtig sei.
So jemand weiß immer nur genau, was für „ihn“ oder „sie“ selbst vorteilhaft
ist und überträgt diese Sicht auf „Die Anderen“.
So war und ist LEBEN eigentlich nicht gemeint.
Diese Sichtweise wird niemand gern eingestehen. Würde es trotzdem
geschehen, wäre die Ära „Wir machen das FÜR EUCH“ zu Ende – in allen
Lebensbereichen! …
Würde z.B. die Kirche ihre eigenen Texte wirklich zum Wohle der Menschen
interpretieren, würde sie z.B. einige „Jesus-Zitate“ (Bibel) ganz obenan
stellen. Er soll z.B. gesagt haben:
·
„Das, was ich kann, das könnt ihr auch und noch viel mehr“.
·
Und weiter: „Euer Glaube versetzt Berge“. …
Was ist damit gemeint?
Vereinfacht gesagt liegt darin die Sicht, dass JEDER Mensch die
Fähigkeit hat, sein Leben – bestmöglich und sinnerfüllt - selbst zu
gestalten. …
Wir vermuten, dass ihr nicht glauben könnt, dass das so ist, dass sich
z.B. Menschen sogar selbst heilen könnten, dass Menschen grandiose Erfinder
sein könnten, auch ohne akademische Titel, dass Menschen in Orchestern
hervorragend spielen können, ohne Noten zu kennen, dass Menschen ohne Handy
und andere Hilfsmittel sich – über alle Sprachdifferenzen und Entfernungen
hinweg – bestens verständigen können (Telepathie) …
Könnt oder wollt ihr so etwas wirklich glauben? Wollt ihr es überhaupt
wirklich wissen? Wenn ja, dann beginnt damit, euch nur noch auf das zu konzentrieren,
was „gehen soll“ und nicht auf das, was (noch) „nicht geht“. …
Wir wollen euch noch einige Hinweise für „Mutmachen“ geben. Zunächst
einige für die Aktualität und dann einige zur Perspektive.
Nehmen wir an, ihr wollt gemeinsam eine Firma gründen. Das Umfeld habt
ihr erkannt, ist derzeit „kapitalistisch“ und läuft im „Konkurrenz-Modus“.
Wir vermuten, ihr seid im Lande nicht die Einzigen, die das so erkannt haben
und anders möchten. …
Nun, zur Veränderung bedarf es Menschen, die bereit und befähigt sind
etwas ändern zu wollen. …
Dafür bedarf es des Willens und der Ziele.
Was also wären genau euere Ziele?
Kennt ihr bereits die Bilder, nach denen euere neu formierte
Gesellschaft funktionieren könnte?
Wie sollte „regiert“ werden, wie produziert, wie verteilt, wie bezahlt,
wie versorgt, wie ausgebildet, wie Konflikte geklärt werden? …
Solche und viel mehr Fragen müssten beantwortet werden, um einen (kooperativen)
Wandel wirklich in Gang zu bringen. …
Wir wollen damit sagen, dass es nicht dabei bleiben kann, etwas abzulehnen,
sondern vielmehr darum geht, etwas – wahrscheinlich völlig - Neues
hervorzubringen. …
Die „Systemhalter“ (die, die keine Veränderung mögen) könnten sich eigentlich
über jeden freuen, der sie „kritisiert“. Warum? Nun die Aufmerksamkeit ist
dann auf das gerichtet, was nicht gewollt ist. Und wohin die Aufmerksamkeit
fließt, dahin fließt auch die Energie. In diese „Wandlungs-Falle“
treten viele Menschen ein und stabilisieren damit – unbewusst – das, was sie
eigentlich anders haben wollen. …
Bitte lenkt eure Aufmerksamkeit darauf, was ihr wirklich wollt
und vergesst das beliebte „Spiel“ von kritisieren und urteilen.
Viel wirksamer ist, die neuen Bilder zu „malen“ und so zu tun, „als
ob“ ihr bereits diese Ziele (Absichten) erreicht hättet. …
Vielleicht könnte man so beginnen:
Wie wäre es z.B. ein „Netzwerk des Gleichklangs“ zu bilden?
Ihr definiert, was ihr wirklich wollt, z.B. etwas (allgemein)
Nützliches herzustellen und anderen Menschen verfügbar zu machen. Ihr wollt
dies gemeinschaftlich tun und verbindet euch mit denen, die diese Vorgehensweise
teilen. …
Nun, ihr seid noch Teilnehmer innerhalb eines Systems, das ihr
eigentlich überwinden wollt. Na und? Jetzt definiert ihr, wie genau eure
Beziehungen nach innen und außen aussehen sollen. Ihr legt z.B. fest, was,
womit, wozu, wie, warum, etc. erstellt und angeboten werden soll. …
Daraus entstehen die ersten „Bilder“ von einer Gesellschaft, von
der ihr meint, dass sie der Zukunft entsprechen könnte. Ähnlich wie „Übungsfirmen“,
„spielt“ ihr die Abläufe (theoretisch) durch. Dabei „fühlt“ ihr hinein in die
entstehenden Potenziale. Wir sagen bewusst „fühlen“, weil wir über den Verstand
hinausgehen wollen. Der Verstand ist wenig geeignet, um wirklich Neues
entstehen zu lassen. Er nutzt nur das Bekannte und „bearbeitet“ dies
anders. …
Ihr benötigt jedoch etwas, was es bisher (noch) nicht gab!
Wirkliche Kreativität, Innovation oder „Genialität“ entsteht nicht aus
bereits „Bekanntem“. Dieses Wissen – das ihr benötigt - nennen wir Intuition
oder Inspiration. Es ist die Art, wie „Erfindungen“ in die Welt kamen
und kommen. Wenn nach langen intensiven Diskussionen der Verstand völlig „übermüdet“
war, machte – Albert Einstein - oft allein einen Spaziergang. Und genau
dabei kamen ihm die besten Ideen. …
Was kann uns das Lehren? Nicht der Verstand machte ihn zum „Genie“,
sondern etwas anderes. …
Wir sprechen ganz allgemein davon, sich den Zugriff zum „Quantenfeld“ zu
eröffnen. Man glaubt es kaum, aber unser Verstand ist der „Zensor“
zwischen „Normalität“ und „Genialität“.
Gern werden wir – falls Interesse besteht – dazu mehr sagen. …
Wir wollen noch auf euere Kritik an der möglichen Unternehmensform „Genossenschaft“
eingehen, denn mit Vereinen ist wirtschaftliches Handeln nur sehr bedingt
möglich. …
Eure Skepsis gegenüber Genossenschaften vermögen wir nicht unbedingt zu
teilen. Dennoch finden wir es richtig und wichtig, sich darüber klar zu
werden, dass Genossenschaften in der Vergangenheit durchaus eher zur
Stabilisierung von Konkurrenzsystemen diensten und nicht zu deren „Überwindung“.
…
Ob Herr Raiffeisen ein „Antisemit“ war, ist auch Vergangenheit, nützt
uns jetzt wenig. Auch ohne Herrn Raiffeisen gäbe es wohl heute so etwas wie
Genossenschaften, denn irgendwie muss es ja eine (gemeinschaftsbezogene)
Rechtform – auch in einem Konkurrenzsystem geben. …
Aber wozu dient sie oder wem dient sie und warum?
Ganz allgemein gesagt, soll sie wohl einerseits (kooperative)
Alternativen ermöglichen, andererseits aber auch verhindern, dass dies zu
einer grundlegenden „Systemveränderung“ führt. Das wäre die Funktion „System-Stabilisator“.
…
Aber wir sehen auch durchaus, dass mittels Genossenschaften ein „Systemwandel“
möglich wäre. Dafür müsste jedoch das Umfeld, in dem Genossenschaften wirken
verändert werden.
Nehmen wir beispielhaft die Pflichtmitgliedschaft in
Prüfungsverbänden.
Die Frage ist berechtigt, ob solche Verbände eher dem Staatswillen,
eher dem Willen ihrer Mitglieder oder gleichzeitig beiden „Vorgaben“
genügen (müssen).
Zulassung und Aberkennung der Zulassung obliegt dem Staat. Angenommen,
die Verbandsmitglieder würden wirklich von ihrer Souveränität Gebrauch
machen und in ihrer Satzung so etwas wie eine „Systemkorrektur“
einfügen. Was geschähe dann? Ihr ahnt die Antwort. Insoweit geben wir euch
durchaus Recht, dass Genossenschaften – zumindest indirekt –
systemkonform wirken müssen.
Dennoch glauben wir nicht, dass irgendein Verband es bereits einmal
gewagt haben könnte, das „auszutesten“. Eher ist eine Art vorauseilender „Gehorsam“
wahrscheinlich …
Es spricht einiges dafür – sofern es bei einer staatlich verordneten
Pflichtmitgliedschaft für Genossenschaften bliebe – darüber nachzudenken, dass
Genossenschaftsinitiativen, die wirklich kooperativen Wandel anstreben, auch
Einfluss in einem solchen Verband nehmen müssen. Sofern das nicht möglich
ist, könnte man auch an eine Neugründung denken. …
Aus der Perspektive „verbandliche Systemstabilisierung“ könnten auch
Initiativen Sinn machen, die konsequent eine Pflichtmitgliedschaft von
Genossenschaften in „staatlich beaufsichtigten Verbänden“ ablehnen und darauf
verweisen, dass dies „Relikt“ von 1934 nicht EU-konform ist. Bis auf
Österreich hat nur noch Deutschland diese Form „indirekter Staatskontrolle“
von Genossenschaften. Deshalb sind auch die genossenschaftlichen Verbände
solcher Länder wesentlich mutiger bezüglich ihrer politischen Forderungen.
Dies wiederum spiegelt sich auch in den deutlich höheren Neugründungen von
Genossenschaften wider.
Da es zur Genossenschaft derzeit vermutlich keine wirkliche Alternative gibt,
um gemeinsam und gemeinwirtschaftlich handeln zu können, also quasi
kooperativ Wirtschaft zu tätigen, würden wir derzeit das „kleinere Übel“
anbieten wollen, sich sehr genau solche Verbände anzusehen, vor allem deren „Staatsnähe“
genauer zu beurteilen. Im Rahmen der innerverbandlichen Willensbildung sollte
aktiv Einfluss genommen werden, z.B. durch Gründung einer Fachgruppe „kooperativer
Wandel“. …
Wir verweisen auch auf eine interessante Initiative des MMWCoopGo
Bundesverbandes hin, Artikel 20 des Grundgesetzes (Staatszielbestimmung) in Richtung
Kooperation zu konkretisieren, durch Einfügung nur eines einzigen Wortes („kooperativer“).
Allein die Diskussion – wahrscheinlich im Rahmen eines Volksbegehrens – würde
zeigen, welche Partei wirklich an einem kooperativen Wandel
interessiert ist oder nur eben an etwas intelligenter Systemstabilisierung
mittels eines „Feigenblattes“ namens Genossenschaft. ...
Fazit:
Intelligente Lösungen ergeben sich niemals durch „urteilen“, „verurteilen“
oder „kritisieren“. Denn all das sind eigentlich „System-Stabilisierer“.
Intelligent ist vielmehr, neue Konzeptionen zu entwickeln und „Sog-Kraft“
(durch wahre WirKraft“) zu erzeugen. Und all das sollte im „Mit-Stil“
(„wir machen das MIT euch“) und nicht im (alten) „Für-Stil“ („wir machen das
FÜR euch“) erfolgen. …
Und bitte bemüht euch um die Entwicklung des Bewusstseins, nicht
so sehr des Verstandes. Gerade Menschen, die ab dem Jahre 2000 geboren
wurden, sind sehr daran interessiert, bereit und fähig, wirklich kooperative
Strukturen und lebenskonforme Inhalte, in Erscheinung zu bringen. Sie
erkennen auch sehr genau, ob ein „Wir“ tatsächlich gemeint ist, oder nur
eben „taktisch“. …
Viel Spaß beim Mitwirken auf dem Weg zu einer kooperativen
Gesellschaft in unserem Lande. …
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erfolgen
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FragestellerIn:
Hochschulgruppe „Alternative Wirtschaft“
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Redaktion: FG DuoThinkO im IWC QuantenInstitut
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Hinweis:
SmartCoop ForschungsInstitut (SCFI)
c/o MMWCoopGo Bundeverband der Cooperations- u.
Genossenschaftswirtschaft e.V.
Wir bedanken
uns beim IWMC QuantenInstitut für die Möglichkeit zur Veröffentlichung dieses
Beitrages. SCFI muss nicht mit den Inhalten von Beiträgen Dritter übereinstimmen.
Ausreichend ist, dass diese Beiträge Impulse zur Entwicklung eines
kooperativen Wandels implizieren..
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Labels: Kooperation, Genossenschaften, Gründung
Funktion der Genossenschaften,
Genossenschaften,
Kooperativer Wandel,
Prüfungsverbände,
Systemstabilisation
20.07.2012
GENOSSENSCHAFTEN „barrierefrei“ gründen.
Umfrageergebnisse von MMW
zeigen eindeutig auf, dass die von der SPD kritisierten „vergleichsweise hohen
Rechtsformkosten“ durchaus bestehen. Ursächlich sind meist hohe Kosten für
Gründungsprüfungen oder begleitende Beratungsvereinbarungen, deren Stellenwert
von zahlreichen Befragten – zumindest nur teilweise – nachvollzogen werden kann.
Aber was wäre eine Lösung die
schnell Abhilfe schafft?
Im VerbändeNetzwerk Menschen
Machen Wirtschaft e.V. (MMW) wird die Gesetzesinitiative der SPD zur
Erleichterung von Genossenschaftsgründungen grundsätzlich begrüßt
(Gesetzesantrag 17/9976).
Die Frage ist nur – so Vorstand
Gerd K. Schaumann – ob es einer solchen Gesetzesinitiative überhaupt bedürfe.
Denn indirekt stellt die SPD die Verbände an den „Pranger“, die eigentlich
zuständig wären, Genossenschaftsgründungen zu befördern.
MMW sieht – wenn überhaupt –
dass eine Gesetzesinitiative zugunsten einer „Kooperativgesellschaft
haftungsbeschränkt) nicht mehr im Jahr 2012 erfolgen würde.
Besonders pikant, dass die UNO
das laufende Jahr zum „Jahr der Genossenschaften“ ausgerufen hat. Man wirbt
landauf-landab mit dem Motto: „Genossenschaften – Ein Gewinn für Alle“,
besonders engagiert bei den traditionellen und großen Genossenschaftsverbänden.
Eine solche Werbung, so MMW, mag zwar ganz schön für viele gute Veranstaltungen
und zur Imageförderung von Genossenschaften sein, hilft aber keinen Gründern
über die finanziellen „Eintritts-Barrieren“ hinweg.
Seit Anfang des Jahres haben
deshalb die im Deutschen GenoKoopBund, dem Dachverband in dem FREIE und UNABHÄNGIGE Genossenschaftverbände
und Prüfungsverbände kooperativ zusammengeschlossene sind, eine echte
GENO-GRÜNDUNGS-ALTERNATVE für das Jahr 2012 angeboten. Einer der wichtigen
Kerne dieser Botschaft an das UNO-Jahr 2012 ist die Initiative „Barrierefreie
Genossenschaftsgründung“.
Das MMW-VerbändeNetzwerk
Menschen Machen Wirtschaft koordiniert diese Aktivitäten. Das heißt bei MMW konkret
folgendes: Abschluss von Rahmenvereinbarungen mit angeschlossenen
Prüfungsverbänden, u.a. um „Rechtsformnachteile“ zu vermeiden. Dabei spielen
die Kosten eine entscheidende Rolle.
Der Vorstand von MMW: Wir haben
uns mit reformbereiten Prüfungsverbänden gemeinsam hingesetzt um – unter Abwägung
aller gesetzlichen Erfordernisse – einen Gründungsstart hinzubekommen, der
wirklich barrierefrei ist, und trotzdem erfolgversprechend. Dabei ist schnell
klargeworden, dass weder ein umfangreiches Gründungsgutachten, noch eine teuere
Startberatung, besondere Wirkung für den Unternehmenserfolg entfalten. Zugleich wurden gezielt Unternehmensberater
und Beratungsgruppen an Universitäten und Fachhochschulen angesprochen, die den
Gründungprozess, kostengünstig und effektiv – auf Wunsch der Gründer - begleiten
können.
Das Ergebnis: Alle Gründer sind
bisher hoch zufrieden, und es spricht sich erfreulich schnell herum, dass so
etwas geht, und offensichtlich sogar ganz ohne Qualitätsverlust.
MMW bittet alle Gründer, von
der Möglichkeit Gebrauch zu machen, sich – ganz marktkonform – diverse Angebote
von Verbänden einzuholen. Es ist inzwischen in Deutschland möglich geworden,
dass es auch einen – durchaus gesunden – Wettbewerb zwischen den
Genossenschafts- und Prüfungsverbänden gibt.
MMW hat auch eine
Marktrecherche gemacht, um notwendige Transparenz am „Gründer-Markt“ zu haben.
Wie bei vielen Vergleichen nicht unüblich, besetzen die Marktführer nicht die
Spitzenplätze. Den Vorwurf der Großen, dass „Gefälligkeitsgutachten“ gegeben
würden, lässt MMW nicht gelten. Hohe Preise mit guter Qualität gleichzusetzen
und niedrigere Preise mit Qualitätsminderungen zu assoziieren, wäre eine kühne
These und ist bisher noch nirgends belegt worden, so der MMW Vorstand.
Wir wollen, so MMW, im UNO-Jahr, das richtige Motte „Ein Gewinn für ALLE –
Genossenschaften“ ernst nehmen und es nicht – wie bereits von zahlreichen
enttäuschten Gründern bereits ironisch angemerkt wurde – zu einem Motto verzerren
lassen, das da vielleicht lautet: „Ein Gewinn für alle Genossenschaftsverbände“.
MMW fordert deshalb –
parteiübergreifend – dass sich Parlamentarier mit den Genossenschaftsverbänden
an einen Tisch setzen, um – noch im UNO-Jahr 2012 – zu einem „Solidarpakt zur
Förderung barrierefreier Genossenschaftsgründungen“ zu kommen. Wir haben unsere
Hausaufgaben gemacht - so der Vorstand von MMW - und haben mit mehreren Prüfungsverbänden „vergleichsweise n i e d r i g e Rechtsformkosten“ hinbekommen.
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