Willkommen

GENOSSENSCHAFTEN sind wichtiger Teil eines Modernen KOOPERATIONS-Wesens. Sie bilden die Struktur für einfaches, schnelles und effektives Zusammenwirken für MENSCHEN in unterschiedlichsten Situationen. Eine passende Struktur zu haben, ist eine gute Ausgangsposition. Wer in "GRUPPEN-VORTEILEN" denkt, hat ein wesentliches Prinzip von Kooperation (Coop) verstanden. Hinweis: Unsere CoopGo-Dialoge (per Mail, Telefon- o. Video) sind kostenfrei, sofern uns die Möglichkeit eingeräumt wird, diese Informationen zur Förderung des Kooperativen Wandels einzusetzen („Hilfen zur Selbsthilfe“). Ausschließlich, um eine bessere Lesbarkeit zu gewährleisten, können die Fragen (stilistisch) geringfügig an-gepasst werden. Danke für euere Hilfe zur Gestaltung einer Kooperations-Gesellschaft. Koordination / Redaktion: Gerd K. Schaumann

07.08.2017

Sieht so ERFOLG in Genossenschaften aus?



Die Genossenschaften in europäischen Ländern

- Ist Deutschland ein genossenschaftliches Entwicklungsland? -


Land
Bevölker-
ung in Mio.
Anzahl  der Genos
Mitglieder in
Genos in Mio.
Geno-Dichte in Relation zur Bevölker-ung pro 1,0 Mio Einw.
Genos in Deutsch-land analog der Dichte anderer Länder







Belgien
11,3
340
0,4
31

Bulgarien
7,2
1950
0,15
271
22335
Dänemark
5,7
140
0,32
25

Deutschland
82,2
7500
22,2
91
7500
Estland
1,3




Finnland
5,5
5100
4,7
927
76400
Frankreich
66,7
22600
26,2
339
27940
Großbritannien
66,3
6800
15,0
103
8490
Griechenland
10,8
940
0,19
87

Irland
4,7
85
0,22
18

Italien
60,7
39600
12,7
652
53740
Kroatien
4,2
1250
0,02
298
24560
Lettland
2,0




Litauen
2,9
450
0,16
155

Luxemburg
0,6




Malta
0,4
55
0,005
138
11375
Niederlande
17,0
70
19,9
4

Österreich
8,7
1685
3,2
194
15990
Polen
38,0
9600
8,0
253
20850
Portugal
10,3
885
0,34
86

Rumänien
18,9
1700
0,7
90

Schweden
9,9
5500
4.3
556
48825
Slowakei
5,4
305
0,44
57

Slowenien
2,1




Spanien
46,4
20100
7,5
433
35690
Tschechien
10,6
1310
0,155
124
10220
Ungarn
9,8
3400
0,84
347
28600
Zypern
0,8
65
0,51
81







Schweiz
8,3
9600

1156
95275

Lit.:
Statistik „Cooperatives Europe“, 2016 (Die Vergleiche zu Deutschland wurden von www.genossenschaftswelt.de erstellt)

Warum es in Deutschland eigentlich 95.000 Genossenschaften geben sollte. Raiffeisen – Mensch, was hat man deiner Idee bloß angetan?

Ist Raiffeisen ein Schweizer, ein Spanier, ein Franzose, ein Italiener, Pole, Finne oder Ungar? Natürlich nicht, er ist ein Deutscher. Schaut man sich allerdings in diesen – und noch viel mehr europäischen Ländern – die aktuellen Entwicklungen zum Genossenschaftssektor an, käme man nicht darauf, dass er ein Deutscher war.

Deutschland ist in Europa von einem Vorbild-Land zu einem Entwicklungsland in Sachen Genossenschaften geworden.

Netto – nach Abzug von Löschungen - haben  sich im Jahre 2016 die Genossenschaften in Deutschland nur um „sehr müde“ 23 (!) Genossenschaften vermehrt. Das ist im Vergleich zu anderen Rechtsformen ein absolutes „Tief“.

Nun könnte man meinen, diese negative Entwicklung sei in anderen europäischen Ländern ebenfalls negativ. Stimmt aber nicht, absolut nicht. Genau das Gegenteil ist der Fall!

Deutschland ist - im Verhältnis zu anderen Ländern – eine Art Entwicklungsland geworden!

Natürlich passen solche Feststellungen nicht in das Bild derer, die gerade mit dem Namen des exzellenten Ideen-Gebers für Genossenschaften, Friedrich Wilhelm Raiffeisen eine große angelegte Verbandspropaganda starten. Im Jahre 2018 findet „200 Jahre Raiffeisen“ statt. Man wäre dumm, wenn man das nicht für sich nutzen würde. …

Unklar bleibt, was es eigentlich zu feiern gäbe, denn in Deutschland gibt es lediglich 7500 Genossenschaften (2016), während es – bei zum Teil erheblich niedrigeren Einwohnerzahlen – in Spanien 20.100, in Italien 39.600 oder Frankreich 22.600 Genossenschaften gibt.

Auch kann nicht als Entschuldigung angeführt werden, dass es in Deutschland keine Resonanz für Genossenschaften gäbe. Derzeit stehen – so genossenschaftstypische Werte, wie Teilhabe, Transparenz, Vertrauen oder Selbstorganisation – bei den Menschen in Deutschland hoch im Kurs.

Und übrigens , wir hatten in Deutschland bereits einmal über 52.000 (!) Genossenschaften. Wir hatten auch Zeiten, in denen jährlich 2.000 bis sogar 5.000 neue Genossenschaften gegründet wurden!

Es liegt also weder an der guten Idee von Herrn Raiffeisen, noch an einer Distanz der Deutschen zu Genossenschaften oder Genossenschaftswerten oder gar daran, dass Wirtschaft in Kooperation von den Menschen nicht aufgegriffen würde.

Worin auch immer die Gründe liegen mögen, das extrem schlechte Ergebnis für Genossenschaftsgründungen fordert zum Handeln förmlich heraus.

Aber wer sollte das tun?

Die Großverbände, die sich bisher als alleinige Sachwalter in Sachen Genossenschaften gegenüber der Politik dargestellt haben? Wohl kaum, denn sie tragen – indirekt oder direkt – entscheidende Verantwortung für das schlechte Bild.
Oder die Wissenschaft? Die genossenschaftlichen Forschungsinstitute an Universitäten sind solange nicht unabhängig, solange sie vom Geld von genossenschaftlichen Groß-Verbänden oder deren Unternehmen abhängen.
Die Politik? Die Lobbyarbeit der Großverbände ist in fast alle Parteien sehr gut ausgeprägt.

Ein dringender Wandel ist angezeigt, um diesen Tiefpunkt deutscher Genossenschaftsentwicklung umzukehren.

Und dieser Wandel kann und wird sich nicht einstellen, solange ein „Kartell“ von wenigen Großverbänden den Ton in Deutschland angeben.
Man nennt ihn „Gemeinsamen Ausschuss“ für den Genossenschaftsbereich. Nun gut, dann muss man auch bereit sein, für das Desaster die Verantwortung zu übernehmen.
Ein „weiter so“ oder „wir schaffen das“ kann es nicht geben. Jetzt müssen die Menschen in Genossenschaften und die Genossenschaften selbst, in die Verantwortung gehen.
Die Idee, ein „GenossenschaftsParlament“ und einen „GenossenschaftsRat“ zu gründen, hat seine dringende Berechtigung.

Wichtig ist jetzt, die hervorragenden Ideen von Raiffeisen und Schulze-Delitzsch nicht wenigen zu überlassen, sie zu verkörpern. Es gebietet den Menschen, allen Menschen sich damit zu identifizieren, die kooperativ denken und handeln wollen. Dies ist nicht das Vorrecht von denen, die sich mit dieser Idee nur noch geschäftspolitisch zu verbinden scheinen.

Die Statistik zeigt, wie weit Deutschland in Sachen Genossenschaften zurückgefallen ist. Dafür tragen wenige Verbandsfunktionäre aus lediglich 2 Großverbänden die Verantwortung. Fairerweise sei gesagt, eigentlich nur ein Großverband, denn im Bereich Wohnungsbau sind durchaus Unterschiede zu erkennen.

Überträgt man die Anzahl der Genossenschaften verschiedener Länder auf Deutschland – unter Berücksichtigung der tatsächlichen Einwohnerzahl dieser Länder - dann müssten wir in Deutschland nicht nur 7.500 Genossenschaften haben. Im Vergleich zu Italien müssten es 53.750 Genossenschaften, im Vergleich zu Spanien wären es 35.700,  im Vergleich zu Frankreich 27.950, im Vergleich zu Schweden 48.850 und Finnland sogar 76.400 Genossenschaften. Die Relation zur Schweiz ist besonders drastisch, denn nach diesem Vergleich hätten wir eigentlich über 95.000 Genossenschaften haben müssen! Wir haben aber nur 7.500 Genossenschaften in Deutschland.
 
Wenn das keine Ironie der Geschichte ist: Friedrich Wilhelm Raiffeisen wird ausgerechnet von denen geehrt, die für eine Wirklichkeit verantwortlich zeichnen, die Raiffeisen wohl kaum so gewollt hätte.
Man kann nur hoffen, dass es genug Politiker und Journalisten gibt, die dieses Medien-Spektakel durchschauen und sich ihre eigene Meinung bilden werden. Beginnen  Sie einfach damit, die richtigen Fragen zu stellen, wenn man Sie anspricht, sich vor einen „Werbe-Zug“ spannen zu lassen, der längst neben den Gleisen fährt ….

Mensch Raiffeisen Was einst als tolles Konzept gestartet ist, dümpelt heute vor sich hin.

*)Die Grundzahlen der Genossenschaften der Länder der Statistik wurde von der europäischen Dachorganisation der Genossenschaften, „Cooperatives Europe“ 2016 veröffentlicht.
Die Geno Ratio ermittelte GenossenschaftsWelt aus der  Landesbevölkerung  dividiert durch die Anzahl der Genossenschaft.
* * *

PS: Wir danken www.genossenschaftswelt.de für die Freigabe zum Abdruck des Artikels auf unserem Blog        

21.06.2017

Jetzt vom "Konkurrenz-Modus" in den "Kooperations-Modus" wechseln



Wir erleben, wir spüren förmlich, dass ein „Weiter so“ uns nicht mehr überzeugt. Es scheint sich irgendwie um „Phrasen“ zu handeln, wenn Politik vor Mikrophone tritt, ihre medialen „Kanäle“ füllt und ins Volk gießt oder Programme mit immer kürzerer „Halbwertzeit“ uns glauben machen sollen, dass sich nun etwas ereignet, was wirklich die Menschen zufriedener oder das Leben lebenswerter machen wird. Aber so etwas ereignet sich einfach nicht. Gesetze jagen neue Gesetze, Verordnungen und Ausführungsbestimmungen sind unüberschaubar. Dabei könnte man fast sagen: Die neuen Gesetze zeigen eigentlich nur den Irrtum der alten einzugestehen – oder was heißt es sonst?

Wir könnten so weitermachen, Legislatur für Legislatur, erleben, wie Politiker kommen und wieder gehen. Selbst die „bedeutenderen“ unter ihnen, werden kaum wirklich vermisst. So ähnlich sieht es auch in anderen Bereichen aus. Oder fällt uns wirklich auf, wenn ein Spitzenmanager einer Bank oder eines Industrieunternehmens „ausgetauscht“ wurde? …
Warum könnte das so sein?
Das wäre eine recht interessante Frage. Interessant deshalb, weil sie zeigt, dass alle irgendwie gleich denken und handeln, sozusagen im „Weiter so“ verhaftet bleiben. Sie bringen das mit, was die einen als „Anpassung“ und die anderen als „Kontinuität“ bezeichnen.
Lassen Sie uns weiterfragen:
·         „Kontinuität“ wofür und wohin?“  
·         „Anpassung an was und mit welchen Folgen?“

Sie alle – die „Meinungsbildner“ unserer Gesellschaft, stehen offensichtlich für etwas, was man – verkürzt gesagt  - als „Prinzip Konkurrenz“ bezeichnen könnte. Sie gestalten und entscheiden vor einem Hintergrund, dass Herr Darwin irgendwie Recht gehabt haben könnte, dass alle Menschen zu allen anderen Menschen in einer Art „Dauer- oder Konkurrenzkampf“ stünden.
Der „Kampf“ um den Arbeitsplatz, ein wichtiger „Wahlkampf“, der „Kampf“ um was auch immer, die gesamte Gesellschaft scheint irgendwie in dieses „Dauer-Kampf-Szenario“ einbezogen zu sein. Perfekt trainiert, medial von Tagesschau, Filmen und Shows inszeniert, wird dieses Denken quasi im Volk „kultiviert“. So entsteht der „Stoff“, aus dem auch Kriege entstanden.
Menschen werden offensichtlich als „latente Kämpfer“ angesehen und – bereits in der Schule - entsprechend konditioniert. Die Politik gestaltet dazu dann einfach den passenden Rahmen, die entsprechenden Gesetze.  

Und hier bedarf es einer wichtigen Frage – vielleicht die wichtigste Frage, die man derzeit überhaupt stellen könnte:

·         Was wäre aber, wenn das alles – mit dem Gegeneinander, dem Kampf - nur ein „Märchen“ wäre, an dessen Fortsetzung alle so beharrlich und „strenggläubig“ festhielten?
·         Was wäre, wenn das Gegenteil stimmte?
·         Wenn der Mensch nun doch nicht von „Natur aus“ ein „Konkurrenzwesen“, sondern ein „Kooperationswesen“ wäre?

Die neuen Erkenntnisse der Wissenschaften lassen „Böses“ – oder auch „Gutes“ – erahnen oder eher befürchten:

·         Der Mensch ist ganz offensichtlich auf Kooperation und  n i c h t auf Konkurrenz aufgebaut. Er ist sozusagen eine geborener „Kooperierer“!

Wenn dem so ist, (Prof J. Bauer spricht z.B. von einem „Kooperativen Gen“) wäre eigentlich doch (fast) alles, was man uns Jahrzehnte lang erzählt – und in Gesetze gepackt hat - einfach nur traumatischer „Nonsens“ gewesen?

Könnte durchaus sein, aber darum geht es hier nicht. Das war und ist geschehen, ist Vergangenheit. Das mögen die Historiker aufarbeiten. Ob dann „Promotionen“, „Habilitationen“ oder gar „Nobelpreise“ zu korrigieren wären, ist ebenfalls nicht unser Thema. Auch das ist das „Spiel von gestern“, sofern es jetzt - endlich - korrigiert würde. …

Unser Problem ist ein anderes und heißt ZUKUNFT.

Diesbezüglich gibt es jetzt eigentlich nur zwei Wege:

A.   Wir machen Augen und Ohren zu und setzen konsequent den Irrtum fort oder
B.   wir beginnen sofort zumindest uns Klarheit darüber zu verschaffen, was wirklich stimmt und korrigieren unseren Irrtum!

Es würde sich wirklich lohnen, dazu alle neuen Erkenntnisse allen Menschen zugänglich zu machen und – über alle Parteiengrenzen hinweg – gemeinsame Kraftanstrengungen zu vollziehen, sich Gedanken um eine „Nach-Konkurrenz-Zeit“ zu machen. Wir müssen dann zeitnah – gemeinsam -  Wege zu finden, wie ein ganzes Land, wie Konzerne und andere Unternehmen, wie Sicherheits-, Sozial-, Finanz- und übrige Politikbereiche unter einer neuen „Regentschaft“ aussehen könnten bzw. müssten.
Und dieses Prinzip hieße dann KOOPERATION – also Miteinander und nicht mehr KONKURRENZ -  also Gegeneinander und dann sähe (fast die gesamte Gesellschaft) völlig anders aus. ….

Das ist das Fundament von WANDEL, ein dramatischer Wandel der uns wahrscheinlich jetzt bevorsteht.
Und das ist zugleich ein wesentlich Teil von „Genossenschaftswelt“, um den es geht, weil wir der Auffassung sind, dass uns in Deutschland quasi eine Art „Quantensprung“ in eines Neues Zeitalter  bevorsteht. Wir nennen das:

·          „Menschen in Kooperation“.

Wir werden deshalb auch das „Open Source Projekt“ einer Bürgerbewegung mit dem Namen „Reformation – Kooperation“ aktiv begleiten. Allerdings werden wir uns bei Genossenschaftswelt auf einen wichtigen Teilaspekt des WANDELS konzentrieren:

·         Die neue und jetzt wahrhaft kooperative „WELT der GENOSSENSCHAFTEN“ helfen mitzugestalten.

Stand bisher eher die „Struktur“ und das „Recht“ von Genossenschaften im Vordergrund, wurde bisher die Genossenschaft „nur“ als eine weitere Rechtform (neben GmbH, AG etc.) gesehen, geht es jetzt darum „Faszination“ für und in dem „kooperativen Geschäftsmodell“ Genossenschaft zu entwickeln.
War bisher Genossenschaft ein eher als unbedeutend gesehener Teil unternehmerischer Tätigkeiten, wird zukünftig Genossenschaft zu einer „Vorbildfunktion“ werden (müssen).
Um deutlich zu machen, worum es jetzt geht, sprechen wir gern von „WirKraft“, weil das die Essenz betrifft, worum es bei Kooperation geht:

·         Die Entfaltung des „WIR-Gen“ für und im Interesse der Gesellschaft – wertbewusst und verantwortlich – zur Wirkung zu bringen, sozusagen Unternehmen zu „WirKraftWerken“ zu gestalten.

Dazu muss jedoch auch das traditionelle Denken von und über Genossenschaften in den Verbänden überprüft werden, müssen z.B. aus (bisher eher „langweiligen“) „Prüfungsverbänden“ wahre „WirKraft-Kompetenzzentren“ entstehen, muss das Verhältnis der Genossenschaften zu den Mitgliedern aktiviert werden und neue Instrumente, wie z.B. „Förder-Bilanzen“ und „Gestaltung der Mitglieder-Förderung“ verpflichtend in sogenannten „Prüfungsberichten“, zentral thematisiert werden….

Das Feiern von „Altvorderen“ des Genossenschaftsgedankens oder die Freude am „Weltkulturerbe“ ist gut, aber jetzt völlig unzureichend, weil das „gestern“ betrifft.
Jetzt geht es um „Fitness für die Zukunft“.

Wir sollten alle diesen Spruch durchaus ernst nehmen:

·         Wer zu spät kommt …“

Jetzt haben Genossenschaften sozusagen ihre „2. Groß-Chance“. Es geht nicht darum zuzuschauen, ob sie sie nutzen. Es geht darum alles zu tun, damit sie sie nutzen, denn es steht wirklich viel auf dem Spiel:

·         JETZT den unabdingbaren und notwendigen WANDEL in das (neue) KOOPERATIONS-Zeitalter aktiv mitzugestalten.

Deshalb ist einer unserer wichtigen Vorschläge, die Bildung eines „GENOSSENSCHAFTSRATES“, sozusagen eine „Allianz der Experten“ für Politikberatung in Sachen KOOPERATION und WIRKRAFT.


     

07.06.2017

Faszination für Genossenschaften



Würde Faszination für und in Genossenschaften bestehen, hätten alle ihre „Hausaufgaben“ gelöst …
Dass wir noch ein großes Stück Weg zurücklegen müssen, um dahin zu kommen, zeigt bereits eine einzige Zahl: In Deutschland gibt es lediglich ca. 8500 Genossenschaften, eine wirklich beschämend niedrige Zahl für ein Land, in dem einst Menschen wie Friedrich Wilhelm Raiffeisen und Hermann Schulze-Delitzsch vor rund 200 Jahren wichtige und gute Startvoraussetzungen für Genossenschaften geschaffen haben, mit weltweit großer Resonanz und Bewunderung. …
Und man mag es nicht glauben, wir sind in Deutschland in der Anzahl von Genossenschaften sogar von einstmals über 40.000 (!) Genossenschaften „heruntergeschrumpft“ auf eben diese unglaublich niedrige Zahl von ca. 8.500.
Dabei sind die Menschen in Deutschland keineswegs „genossenschaftsfremd“ eingestellt. Über 21 Millionen(!), also etwa jeder 4. Mensch in Deutschland, ist Mitglied einer Genossenschaft.
Ein Widerspruch? Nein, denn ca. 18 Millionen Menschen sind in genossenschaftlichen Banken Mitglied und ca. 2 Millionen Menschen wohnen bei Genossenschaften. Beides sind allerdings Bereiche, die im eigentlichen Sinne nicht zu dem gehören, was man als „typische“ Unternehmen bezeichnen würde, es sind sozusagen „Spezialbereiche“.

Worum es bei unserer Betrachtung geht ist insbesondere:

a.    Es geht um Neugründungen, neue und besonders innovative Unternehmenskonzepte, die kooperativ gegründet werden.
b.    Es geht um solche Bereiche, die das gesamte Wirtschafts,- Sozial- und Kulturleben betreffen.
c.    Es geht um mehr als „nur“ Bereiche, die lediglich deshalb wirken können, weil sie staatlich gefördert oder gar dauerhaft subventioniert werden.
d.   Es geht auch darum, „kooperative Geschäftsmodelle“ dazu zu nutzen, einen gesellschaftlichen Wandel anzubahnen und Wege bzw. Konzepte/Projekte dafür erfolgreich vorzuführen.
e.    Und es geht darum, den Nachweis zu erbringen, dass Kooperationen und Genossenschaften wahre „WirKraft“ zu erzeugen vermögen. Das bezieht sich sowohl auf den unternehmerischen Erfolg, wie auch auf das (menschenkonforme) „Betriebsklima“ und auch auf die Verantwortung, die solche Unternehmen im Hinblick auf Kunden, Umwelt, sozusagen das „Ganze“ bereit sind zu übernehmen. WirKraft wäre ohne gesamtgesellschaftliche Verantwortung wohl zu kurz gedacht.

Genossenschaften können einerseits – ganz formal ausgedrückt – „nur“ eine Rechtsform „unter anderen Rechtsformen“ sein.   
Genossenschaften können aber auch ein „Sinnbild“ für wirtschaftliches und erfolgreiches Miteinander sein, sozusagen der Beleg, dass Kooperation eher dem Menschenbild entspricht, wie Konkurrenz dies tut. Prof. Bauer spricht vom „Kooperativen Gen“ der Menschen. Genossenschaften bauen als einzige Rechtsform per se darauf auf …

So etwas wie „Faszination“ kann weder eine „Rechtsform“ oder eine „formale Struktur“ auslösen, noch können Gesetze oder „Gesetzes-Kommentare“ dafür einen entscheidenden Beitrag leisten. Das sind alles der „Rahmen des Bildes“, niemals das „Bild“ selbst. …
Wenn Menschen, vor allem junge Menschen, Lust und Herausforderung darin finden, unternehmerisch etwas zu „bewegen“, interessiert sie zunächst eigentlich nicht die „Form“, sondern die „Idee“. Wenn sie das unternehmerische Projekt gemeinsam – als Team oder Partner – realisieren wollen, wird die z.B. Frage auftauchen, ob wir alle im Team gleichermaßen für die Idee „brennen“ oder ob die „Flamme“ bei jedem Teilnehmer anders aussieht, unterschiedlich groß ist. Hier entscheidet sich, ob man wirklich „WirKraft“ erzeugen kann, weil alle „Räder“ in die gleiche Richtung drehen, oder ob wahrscheinlich immer mehr „Sand“ ins „Getriebe“ kommt.
Wir könnten diese typische Startup-Situation durchaus vertiefen, ist aber nicht nötig, weil bereits an diesen wenigen Informationen deutlich wird, dass die „Form“ (an dieser Stelle) eine sehr untergeordnete Rolle spielt. Es sind kommunikative Situationen, die wichtig sind, ergänzt vielleicht durch „Wer macht was“, „Wer kann was“, etc.. Noch spielen selbst die so hoch gelobten „Businesspläne“ keine wirkliche Rolle, auch wenn Unternehmensberater das bestreiten werden. Im Vordergrund steht eindeutig die Idee und dessen „Design“, wie es Prof. Faltin (Entrepreneurship-Wissenschaftler) so treffend formuliert. Seine „Teekampagne“ ist vorbildlich, für das Gemeinte. Und er hatte ERFOLG, etwas worum es letztlich geht, auch in Genossenschaften! …
Dagegen scheinen die Vorstellungen der Verbände im Genossenschaftssektor geradezu „weltfremd“ zu sein. Sie scheinen das „Pferd“ leidenschaftlich gern vom „Schwanz“ her aufzäumen. Wissen sie es nicht besser oder wollen sie nicht anders? Statt „Experten für Teamgründer“ zu sein, einen Mehrwert in jeden „Team-Gründungs-Prozess“ einzubringen, legen sie den größten Wert auf das, was Gründer eher als „gestalterisches Beiwerk“ bezeichnen würden.
Man könnte „hämisch“ sagen, dass solchermaßen handelnde Verbände zu Recht dafür „abgewatscht“ werden, ohne das jedoch wirklich zu begreifen, warum und weshalb das geschieht. …
Das ist falsch, wir sind anders, werden die Verbände „brüllen“. Das ist die Realität, würden wir lakonisch  entgegnen wollen: Die Zahlen sprechen eher für uns oder besser, für sich!
Wer Gründern nicht mehr anzubieten hat, wie einen (über)teuren Beratervertrag „verkaufen“ zu wollen, tut dem Genossenschaftssektor keinen Gefallen. Wer nicht mehr als Satzungen und Vordrucke anzubieten hat – und dies auch noch „vervielfältigt“ präsentiert, kann nicht erwarten, dass Gründer anderen Gründern empfehlen, die gleichen (unergiebigen) Wege zu gehen. …

Was wäre zu ändern?

Zunächst die Einstellung zu den eigenen Kompetenzen. Dort gibt es sogar inzwischen „Kompetenz-Zentren“, aber wofür und mit welchem Ergebnis? Gebraucht werden Menschen (Experten), die sich wirklich hineinversetzen können und wollen, was Gründer brauchen. Verbände, die zwar „Prüfer“ haben, aber über keine „Spezialisten für Team-Gründer“ – was soll das? Was soll das, dass man Gründern auch noch zeigen kann, welche Fördermittel es wo gibt, wie man Bankgespräche führt oder seine Buchhaltung selbst macht. Alles schön und gut, aber im aktuellen „Gründer-Szenario“ längst überholt.
Wer auf Fördermittel setzt, sein Konzept auf Bankenabhängigkeit aufbaut, seine Buchhaltung nicht „outsourt“, um sich mit dem  unternehmerischen KERN und den Erfolg intensiv beschäftigen zu können, ist heute selten auf einer „Startup-Erfolgs-Schiene“.
Aber genau dahin wollen die Verbände doch eigentlich, die Genossenschaften „marketingmäßig“ aber recht erfolglos als „Top-Start-Konzept“ anpreisen.
Heraklit, der griechische Philosoph bringt es auf den Punkt: „Nicht das Befüllen von Fässern, sondern das Entzünden von Flammen ist wichtig“.

Verbände scheinen sich eher mit dem Befüllen der Fässer zu beschäftigen. Aber auch das Ergebnis ist mager. Nur 8500 „Fässer“ (Genossenschaften), eine wrklich magere Leistung, wenn man die vielen, vielen Jahre berücksichtigt, in denen das so schon getan wurde. Und „Flammen entzündet“? Wo sind z.B. die innovativen Geno-Startups? Imitativ durchaus einige, aber innovativ auch? Zumindest zu wenig!

Schon eine einzig richtig gestellte Frage und ein Schuss Verständnis für Kooperation zwischen Verbänden könnte zu einer Umkehr führen.

Diese beiden Fragen könnte vielleicht nützlich sein:

A.   Wie könnten wir es in gemeinsamer Anstrengung schaffen, zeitnah 10.000 oder gar 20.000 Genossenschaften in Deutschland zu haben.
B.   Wie könnten wir es gemeinsam außerdem schaffen, uns als sachkundige Experten für Team-Gründungen auszuweisen und als solche wahrgenommen zu werden?

Wir sind überzeugt, wenn man dazu die geeigneten Antworten fände, würde es wirklich beginnen, Faszination in und für Genossenschaften auszulösen.

Wir sind aber auch genauso sicher, anzunehmen, dass ohne solche Fragen der Genossenschaftssektor weiterhin „dahinvegetiert“ – eigentlich schade – oder?

Da helfen keine noch so guten oder teuren PR-Aktionen, „Weltkulturerbe-Verleihungen“  „Jubeljahre für Raiffeisen“ oder Slogans „Genossenschaften – Ein Gewinn für Alle“.

Was wirklich helfen kann ist auch die Frage nach dem Service zu stellen:

·         Was können wir für euch tun, liebe Gründer, damit ihr gern im Miteinander – in Genossenschaft – Unternehmen gründen wollt?
       
   
05-06-17  G-K-S