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GENOSSENSCHAFTEN sind wichtiger Teil eines Modernen KOOPERATIONS-Wesens. Sie bilden die Struktur für einfaches, schnelles und effektives Zusammenwirken für MENSCHEN in unterschiedlichsten Situationen. Eine passende Struktur zu haben, ist eine gute Ausgangsposition. Wer in "GRUPPEN-VORTEILEN" denkt, hat ein wesentliches Prinzip von Kooperation (Coop) verstanden. Hinweis: Unsere CoopGo-Dialoge (per Mail, Telefon- o. Video) sind kostenfrei, sofern uns die Möglichkeit eingeräumt wird, diese Informationen zur Förderung des Kooperativen Wandels einzusetzen („Hilfen zur Selbsthilfe“). Ausschließlich, um eine bessere Lesbarkeit zu gewährleisten, können die Fragen (stilistisch) geringfügig an-gepasst werden. Danke für euere Hilfe zur Gestaltung einer Kooperations-Gesellschaft. Koordination / Redaktion: Gerd K. Schaumann

19.01.2012

Der SmartEnergy-Coop-Fonds – Geno-Selbsthilfe in modernster Form

Verbände-Fonds soll EnergieGenossenschaften neueste Technik bringen.

(Wer nicht gerade Insider ist, hat längst den Überblick verloren, zu beurteilen, welche Energie-Erzeugungs-Technik (EET) die für sein Vorhaben geeignetste ist. Gänzlich überfordert es – sogar die echten oder selbsternannten Experten – zu beurteilen, welche Technik sich in den nächsten Jahren - wie und wohin - entwickeln wird. Wer sich heute lediglich nur auf das konzentriert, was am Markt vorfindbar ist, könnte möglicherweise bald mit neuen Entwicklungen konfrontiert werden: Techniken, die vielleicht derzeit „beste Wirkungsgrade“ ausweisen, könnten plötzlich als völlig überholt gelten …)


Das MMW VerbändeNetzwerk der Deutschen Kooperations- und Genossenschaftswirtschaft e.V. wollte bewusst anlässlich der Fach-Konferenz „Zukunftsfähige Energie-Technologien“ einen Schritt über den Ist-Zustand hinausgehen, um rechtzeitig sich abzeichnende Entwicklungs-Trends zu erkennen und diese vor allem den verbandlichen, mittelständischen EnergieGenossenschaften zugänglich zu machen.

Für den Vorstand des Netzwerks erläuterte Gerd K. Schaumann (Vorstand) das nicht alltägliche gestalterische, kooperativ ausgerichtete Verbands-Engaement wie folgt:

„Unsere MitgliedsGenossenschaften erwarten heute z.B. zu Recht von ihrem Verband Anstöße, wie sie den – gesetzlich definierten – Förderzweck ihres Unternehmens stetig verbessern können. Für EnergieGenossenschaften heißt das, z.B. ein besonderes Augenmerk auf den Wirkungsgrad der eingesetzten Technologien zu legen. Gerade hier – so belegt eine in Auftrag gegebene Effizienz-Vergleichs-Studie – gibt es gravierende Unterschiede, die direkt auf das Betriebsergebnis und damit den Förderzweck einwirken“

Was die Vorstände und Aufsichtsräte von Energie-Erzeuger-Genossenschaften besonders erwarten, kam in der Konferenz deutlich zum Ausdruck: Aussagen darüber, wie sich der technische Wandel in Bezug auf die heutigen Investitionen entwickeln werden. Ein Anliegen, das nur allzu verständlich ist, wenn man bedenkt, dass Investitionen zur Energie-Produktion relativ langfristig zu treffen sind, viel Kapital binden und zugleich anzunehmen ist, dass der technische Wandel gerade erst am Anfang steht.

Sehr schnell wurde klar, dass es wenig Sinn macht, vom Management einer EnergieGenossenschaft zu erwarten, umfassend Einblick und Überblick in das zu bekommen, was die Hersteller als „Zukunfts-Entwicklung“ bezeichnen würden.

Ein Aufsichtsratsvorsitzender einer größeren EnergieGenossenschaft formulierte das zutreffend zugespitzt: „Die Hersteller verkaufen möglicherweise einen Technikstandard, von dem sie selbst wissen, dass er längst überholt ist, tun aber so – verständlich aus ihrer Sicht – als wäre das das Beste.

Hinzu kommt – so die Darstellung einiger Unternehmens-Manager – dass unsere Neumitglieder uns verstärkt auf die sog. Technik-Folgen-Beurteilung ansprechen, z.B. wissen wollen, was mit den alten Fotovoltaik- oder Windkraft-Anlagen für Entsorgungskosten verbunden sind.

Schon im Vorlauf der Konferenz hatten MitgliedsGenossenschaften gefordert, dass das VerbändeNetzwerk in Bezug auf den Aspekt „Technikberatung“ eigene Initiativen ergreifen sollte.

Das Angebot dazu war der Auf- und Ausbau eines verbandlichen Coop-Fonds, dessen Aufgabe es vor allem sein soll, geeignete Antworten in Richtung „Beste Förderzweck-Technik“ geben zu können.

Der Vorstand des VerbändeNetzwerkes bezeichnete die Namenswahl zum Fonds zugleich auch als eine Art „Arbeits-Programm“.

Der „SmartEnergy-Coop-Fonds“ (SEC-Fonds )soll vor allem dazu dienen, auf die Entwicklung zukunftsfähiger Energie-Erzeugungs-Technologien (EET) einzuwirken, d.h. neue Potenziale zu erschließen und bestehende Potenziale zu optimieren.

Dazu einige Beispiele aus dem Handlungsprogramm des SEC-Fonds:

  • Sichten, beurteilen, fördern von innovativen EET-Konzeptionen auf nationaler und internationaler Ebene.
  • Erstellung von „Zukunftsfähigkeits-Expertisen“.
  • Vernetzung zur Bildung unternehmerischer Umsetzungs-Kooperationen auf nationaler und internationaler Ebene.
  • Beratung von EnergieGenossenschaften und Energie-Cooperationen zur Optimierung des Förderzwecks und Schaffung nachhaltig stabiler Unternehmensentwicklungen.
  • Beschaffung und Einsatz von Beteiligungskapital, unter besonderer Berücksichtigung der Unternehmens-Autonomie und Stärkung  der Eigenkapitalbasis.
  • Vernetzung von innovativen Förderern, Multiplikatoren und Beratern (z.B. Wissenschaftler, Erfinder, Manager, Investoren, Sponsoren, Politiker, Medien).
  • Erstellung eines Jahresberichts „Beste zukunftsfähige Energie-Potenziale“.
  • Durchführung von Konferenzen, Fachtagungen, Hearings, etc..

Für den Auf- und Ausbau des Fonds wurde insbesondere ein spezielles, regionales „SENIOR-VIP-COOP-GROUP“ Förder-Konzept entwickelt, das es ermöglicht, Förderern und Sponsoren quasi direkten Einfluss auf die Mittelverwendung des Fonds nehmen zu können.

Die Einbindung des SEC-Fonds in die Verbändestrukturen des MMW-Netzwerkes wiederum soll gewährleisten, dass die Nutznießer des Fonds weitgehend frei von Dritt-Einflüssen, ihre unternehmerische Unabhängigkeit entfalten können.

 Das erste Resümee des MM-Vorstandes gibt Anlass, dass das bisher wohl in dieser Form einmalige Projekt seine ehrgeizigen Ziele erreichen kann: „Es ist uns gelungen, innerhalb von nur 5 Monaten in 8 Regionen SENIOR-VIP-COOP-GROUPS (SeViCo`s) einzurichten, von denen bereits Förder-Optionen in recht beträchtlichem Umfange gezeichnet wurden“

Die Einschätzung der Fonds-Initiatoren scheint sich zu bewahrheiten, dass Menschen durchaus bereit sind, sich auch finanziell zu engagieren, sofern sie konkret sehen, mitentscheiden und erleben können, dass die Mittel transparent, nachvollziehbar und für eine gute Sache eingesetzt werden. Das Thema „Zukunftsfähige Neue Energie“ trifft offenbar den „Handlungs-Nerv“, zumal immer mehr Menschen deutlich wird, dass wir weniger ein „Energie-Problem“ zu haben scheinen, als vielmehr fehlende Bereitschaft, über das hinauszugehen, was Energie-Konzerne zugestehen möchten.

Die Fonds-Initiatoren präferieren deshalb auch die Stärkung einer mittelstandsorientierten Energiekonzeption, weil allgemein nachprüfbar ist, dass wesentliche wirtschaftliche Impulse stets in der Vergangenheit, ihren Ausgangspunkt bei mittelständischen Unternehmen fanden. Warum sollte das ausgerechnet im Energiebereich anders sein?    


03.01.2012

Kooperative Problemlösungen sind sinnvoll und machbar - Das Beispiel Clerical Medical?

 VerbändeNetzwerk MMW unterstützt Konzept zur Selbstorganisation der BETROFFENEN (Interessengemeinschaft „Menschen Machen Zukunft“ -  MMZ).

Um die sog. bankenfinanzierten Renten Anfang der 2000er Jahre hat es bisher viel Schlagzeilen, Schuldzuweisungen und rechtliche Auseinandersetzungen gegeben.
Verkürzt gesagt, basierten die diversen Konzepte auf dem Gedanken, die Zinsdifferenzen zwischen einem Bankkredit und den Erträgen einer Versicherungsgesellschaft zu nutzen, um eine private Zusatzvorsorge aufzubauen. Im Mittelpunkt der Transaktionen standen Vertriebsgruppen, größere Banken, der englische Versicherungskonzern CLERICAL MECICAL und tausende von Kunden in Deutschland.

Die einen haben gut verdient, die anderen, nämlich die Kunden scheinen zu den Verlierern zu gehören, denn statt wachsender Renten wachsen nur deren Schulden. Der Grund: Die gedachten Renditen von Clerical Medical sanken von erwarteten 8% (und mehr) auf tendenziell 1%, während die Kreditraten bei den Banken gut 4% ausmachen. Das Ergebnis: Unaufhaltsam mehren sich die Schulden der tausenden von Kunden.
Die Hoffnung, durch rechtliche Klärung die Angelegenheit „drehen“ zu können, scheint zunächst aussichtsreich, denn mehrere Obergerichte haben Clerical Medical zum Schadenersatz verurteilt. Ab dem 08.02. 2012 wird sich der BGH mit der Angelegenheit befassen. Aber: Nicht nur fraglich, wie und wann der BGH  urteilt, auch bleibt unklar, wie Clerical Medical darauf reagiert. Ob man den EUGH danach anruft oder zu anderen Ausweichkonzepten kommt, das alles hilft nicht den Kunden, nicht jetzt und vielleicht auch nicht, wenn die Kredite von den Banken fällig gestellt werden.

Um zusätzlich Bewegung in die Angelegenheit zu bringen, hat sich die Interessengemeinschaft Menschen Machen Zukunft (MMZ) gebildet, die vom VerbändeNetzwerk der Deutschen Kooperations- und Genossenschaftswirtschaft (MMW e.V.) unterstützt wird. Ziel ist es, zwischen allen Beteiligten – neben einer rechtlichen Lösung – zuvörderst auch nach einer wirtschaftlichen Lösung im Interesse der Betroffenen zu suchen.
Für das VerbändeNetzwerk fasst deren Vorstandsmitglied Gerd K. Schaumann dies wie folgt zusammen: Wir fanden den Weg und das Konzept der Vertreter der Interessengemeinschaft MMZ aus mehreren Gründen plausibel und nachvollziehbar, was uns dazu bewogen hat, diese Bemühungen nachhaltig zu unterstützen:

·         Ein Weg von der Konfrontation zu einer KOOPERATION  ist im Wirtschaftsleben immer sinnvoll.

·         Es gibt gute Gründe, dass Clerical Medical aktiver als bisher sich um eine Schadensbegrenzung bemühen sollte, wozu es jedoch entsprechender Gesprächs- und Ansprechpartner bedarf.

·         Der deutschen Versicherungs- und Bankenwirtschaft kann es nicht einerlei sein, sich weiter abzeichnender Negativschlagzeilen ausgesetzt zu sehen. Das Image dieser Branchen kann Positivmeldungen sehr gut vertragen.

·         Ob die rechtlichen Lösungen wirklich zugunsten der Betroffenen rechtzeitig und dann auch wirksam genug sein werden, ist relativ offen.

·         In der Zwischenzeit treffen auf die Kunden zahlreiche – teilweise nicht nachvollziehbare – Lösungskonzepte, die zu einer erheblichen Verunsicherung beigetragen haben.

Die Interessengemeinschaft Menschen Machen Zukunft (MMZ) soll vor allem dazu dienen, den Betroffenen als kompetenter Ratgeber zur Verfügung zu stehen. Angestrebt wird, dass MMZ zu einer eigenständigen Organisation sich entwickelt und somit den Menschen die faire Möglichkeit eingeräumt wird, eigenverantwortlich und kooperativ Lösungen aus der Sicht der Betroffenen zu finden. Das Handeln von MMZ soll auch nicht auf auf das Thema Clecical Medical begrenzt bleiben, sondern auch andere „fehlgeschlagene“ Vorsorgekonzeptionen beinhalten.

Der Vorstand von MMW legt Wert darauf zu betonen, dass MMZ keine Organisationsform „gegen“ die wertvollen Bemühungen von Anwälten, Anwaltsgruppen oder ähnlichen ist, sondern als zusätzlicher Weg im Sinn der Selbstorganisation  der Betroffenen verstanden wird.

Bis zur Registereintragung von MMZ fungiert zunächst das VerbändeNetzwerk MMW als Ansprechpartner der Betroffenen. Weitere Interessenten wenden sich desahalb bitte zunächst noch per e-mail an das VerbändeNetzwerk MMW unter: info@menschen-machen-wirtschaft.de    (Stichwort: Clerical Medical oder Vorsorge-Stress, sowie einer Kurzbeschreibung des Sachverhalts und der möglichen Schadenshöhe).

18.12.2011

EnergieGenossenschaften im Fokus von Versicherungen und Finanzdienstleistung

Makler berichten: Genossenschaftliche Prinzipien werden beim Vermögensaufbau für Kunden immer gewichtiger!

Dieser Entwicklung entsprechend hat der seit einiger Zeit regelmäßig stattfindende Direktkontakt im VerbändeNetzwerk der Deutschen Kooperations- und Genossenschaftswirtschaft (MMW),  zwischen Genossenschaften, Genossenschaftsverbänden einerseits und Versicherungen sowie anderen Finanzdienstleistungs-Gruppen andererseits, bereits gute Ergebnisse gezeigt, wie die MMW-Fachkonferenz „Kooperative Finanzierungsinstrumente“ in Leipzig deutlich zeigte.

Was vor zwei Jahren noch unvorstellbar war, ist heute zu einer Selbstverständlichkeit geworden, die sich für alle Seiten vorteilhaft zu entwickeln scheint, so resümierte Gerd K. Schaumann vom Vorstand des MMW-Netzwerkes in seiner Begrüßungsrede. Gemeint war, dass es heute keine Berührungsängste zwischen Maklern, Versicherungen, Fondsakteuren und anderen Finanzgruppen mit Genossenschaften mehr gibt - besonders gilt das natürlich für den Energiesektor.

Im VerbändeNetzwerk gibt es inzwischen die fest installierte gemischte Fachgruppe „Kooperativer Vermögensaufbau“, in dem Vorstände und Aufsichtsräte von größeren Genossenschaften gemeinsam mit Verbandsvertretern und Vertretern der Finanz-, Versicherungs- und Kreditwirtschaft, neue Modelle zum Vermögensaufbau entwickeln. Dabei ist der selbst gewählte „Verhaltens-Kodex“ recht beachtlich, denn es geht nicht nur um irgendeinen Vermögensaufbau, sondern dieser Vermögensaufbau basiert auf ethischen, nachhaltigen, transparenten und ganzheitlichen Bezügen, er verbindet z.B. Teilhabe und Ertrag mit den Werten Klimaschutz und Atomausstieg.

Ein Vertreter eines Maklerverbandes brachte es auf den Punkt: Die Interessen unserer Kunden haben sich zum Teil dramatisch gewandelt. Während es früher ausreichte, auf eine relativ hohe Rendite zu verweisen, möchte der Kunde von heute, genau  wissen, welchem (guten) Zweck sein Engagement dient.

In einer Umfrage, die MMW jüngst in Kooperation mit über 15 größeren Maklerbüros durchführte, wurde deren Klientel nach der den vorrangigen Motiven bei ihrem privaten Vermögensaufbau befragt. Das Ergebnis war mehr als überraschend:  Wurde ein positiv besetzter Zweck, wie z.B. „Förderung des zügigen Umbaus der Energieversorgung in Richtung ……“  Erneuerbare Energien,   CO2-Reduzierung, rasche Reduzierung des Atomstroms, etc. angeführt, waren die Interessenten durchaus bereit, auch eine geringere Rendite in Kauf zu nehmen.

Auch wenn die Umfrage nur bei gut 350 Kunden erfolgte, die Teilnehmer der Fachkonferenz konnten die Tendenz der Ergebnisse in Bezug auf  ihre eigenen Branchen- bzw. Erfahrungsbereichen bestätigen.
Im VerbändeNetzwerk werden solche Umfragen zwar gern zur Kenntnis genommen, dennoch entsprechen sie nicht unbedingt den Zielen von MMW. Der Vorstand begründete das sinngemäß damit, dass es weniger Sinn mache, Rendite gegen Werte „aufzurechnen“, weil das wirtschaftlich unnötig sei, da z.B. Energiegenossenschaften inzwischen längst unter Beweis stellen, dass sie als Wirtschaftssubjekte schlechthin konzeptionell und ertragsbezogen attraktiv genug sind, um von den Menschen akzeptiert zu werden. Wenn zusätzlich auch gesellschaftlich Wertbezüge die Beteiligungsmotive zusätzlich steigern, sei allerdings dagegen nichts einzuwenden; nur sollte der Eindruck nicht erweckt werden, dass die Mitgliedschaft / Beteiligung an dieser oder jener Unternehmensform zuförderst an Wertbezügen festzumachen sei.

Eine solche Differenzierung würde aus Sicht von MMW den derzeit rasanten Zustrom in kooperatives Kapital möglicherweise unnötig blockieren. Ein Vergleich, ob Fonds-Engagement, Versicherungen oder Mitgliedschaften in Genossenschaften nun „besser“ sei,  eine solche Diskussion möchte man bei MMW nicht führen. Es geht nicht um gegeneinander, so das Fazit des MM-Vorstandes, sondern um einen offenen Wettbewerb, wo zukünftig das Vertrauen der Menschen bei ihrer Geldanlage hin tendiert. "Wir wollen die Menschen überzeugen, nicht überreden", so verlautete es bei MMW selbstbewusst zum Abschluss der Konferenz und man wertete es als wichtiges Signal für die Zukunft, dass immer mehr Makler, Versicherungs- und Finanzvermittler, sich darum bemühen, das „Geheimnis Genossenschaft“ zu erschließen.

Die Zeit scheint reif, für Neues Denken, so Gerd K. Schaumann, und wir bei MMW sind offen für neue Projekte, wie diese sich in dem begonnen Dialog mit einigen Versicherungen bereits abzuzeichnen beginnen.     

Anhand von ausgewählten Beispielen von Energiegenossenschaften wurde erläutert, dass eine Rendite von 8 und mehr Prozent auch dann gut zu erwirtschaften sein, wenn man sich marktüblicher Energie-Erzeugungs-Technik bediene.

Seit einiger Zeit bemüht man sich deshalb im VerbändeNetzwerk allerdings auch verstärkt um die Effizienz der Erzeuger-Technik.  Unter dem Slogan „Das Beste ist das Richtige für den Förderzweck“ (von Genossenschaften) wird inzwischen systematisch – in Verbindung mit Fachhochschulen und Ingenieurbüros – nach technischen Innovationen quasi „gefahndet“.

Der dem Netzwerk angeschlossene pvdp Prüfungsverband hat dazu eine „Wirkungsgrad-Analyse“ durchgeführt und die verschiedenen (marktüblichen) Erzeuger-Techniken untereinander und mit denen von Innovationen verglichen, die sozusagen kurz vor der Marktreife stehen.  Das Ergebnis war überzeugend: Wenn allein die „Stellschrauben“ Jahres-Stunden-Leistung und Wirkungsgrad (Input-Output-Relation) nur relativ geringfügig nach oben zu verschieben sind, lassen sich relativ problemlos Renditen auch von über 10% stabil erzielen, wobei auch gute Rücklagen zu bilden sind, den Unternehmenserfolg nachhaltig stabil zu machen. Dabei müssen auch keineswegs Kompromisse an guten CO2-Werten gemacht werden!

Da der Zusammenhang von Technik-Effizienz und Rendite für alle Teilnehmer der Konferenz signifikant und offenkundig war, wurde beschlossen, in die künftige Zusammenarbeit auch (innovative) Technik-Hersteller einzubeziehen, um Möglichkeiten zu prüfen, aussichtsreiche Entwicklungen systematisch zu forcieren, was z.B. auch die Gründung gemeinsamer Entwicklungsgesellschaften beinhalten kann.

Die nächste gemeinsame Fachkonferenz wird sich schwerpunktmäßig mit dem Thema „Finanzdienstleister-Richtlinie und Genossenschaften“ befassen.         




11.11.2011

Die Energie mit Zukunft und die Zukunft der EnergieGenossenschaften

Ein Bericht über eine Fachtagung für EnergieGenossenschaften mit ungewöhnlichen Themen und Teilnehmern ...

„Es muss die Aufgabe eines verantwortlichen VerbandsManagements sein, auch rechtzeitig Potenziale und Chancen für seine Mitglieder zu eröffnen“, so der Tenor einer Fachkonferenz, zu der kürzlich das VerbändeNetzwerk MMW ( Menschen Machen Wirtschaft e.V.) nach Leipzig eingeladen hatte.

Wir wollen bewusst auch Visionäres aufgreifen und schauen, was damit und daraus machbar ist, denn gerade im Energiesektor sollte jeder gute Lösungsansatz höchst willkommen sein, so begrüßte Gerd K. Schaumann (Vorstand) die doch (noch) recht ungewohnte Personengruppe der zahlreich erschienen Erfinder inmitten von Wissenschaftlern, Beratern, Juristen, Ingenieuren und Managern aus zahlreichen Genossenschaften, vor allem aus dem Spektrum der Produzenten und „Händlern“ des Energiebereichs.

Aber nicht nur die Gruppe der Erfinder war neu, auch die zahlreich erschienen Makler, Fondsmanager und Vertreter der Versicherungswirtschaft ergänzten erstmals das Bild des Netzwerks in bewusster Ausrichtung  und Öffnung hin zu neue Wirtschaftsbereichen.

Sie alle einte gleichwohl eine ähnliche Ausgangslage: Die Suche nach neuen und zugleich erfolgreichen Wegen. Diesmal jedoch – nicht wie sonst eher üblich und gewohnt – in den traditionellen Gleisen von Konkurrenz und Wettbewerb, sondern gezielt auf kooperatives Denkens und Handeln ausgerichtet, wobei der genossenschaftswirtschaftliche Bezug im Vordergrund stand.

Sie alle einte auch die Einsicht, welche große Verantwortung und Bedeutung gerade dem Energiesektor zukommt, wenn Themen der Nachhaltigkeit und des Umweltschutzes mit wirtschaftlicher Ergiebigkeit und Verlässlichkeit konfrontiert werden.

Ein Vertreter der Versicherungswirtschaft brachte es auf den Punkt. Man verfolgt bei uns seit langem die positive Entwicklung genossenschaftlicher EnergieKonzeptionen und wäre durchaus nicht abgeneigt, sich auch in solchen Strukturen zu engagieren oder selbst solche Strukturen zu initiieren. Die Begründung war nachvollziehbar und verblüffend einfach: Wenn selbst Energiekonzerne dies – mehr oder weniger offen - tun, warum sollten das Versicherungen nicht auch machen. Auch dem möglichen Einwand, dass Genossenschaften nicht nach Kapitalanteilen, sondern nach „Köpfen“ regiert werden und abstimmen, schien nicht weiter irritierend zu sein, sofern die Rendite gut, berechenbar und langfristig stabil ist und bleibt.

Die Gruppe der Makler hörte solche Töne gern, denn schon länger – so ein Vertreter der Maklerverbände – findet dort eine Neuorientierung in Richtung „transparenter Ausrichtung“ der Produkte mit möglichst regionalen Bezügen statt. Oder, wie dies ein Makler treffend ausdrückte: Die Kunden möchten genauer wissen, wofür die Gelder verwandt werden, dass sie relativ gesichert sind und möglichst „ethisch“ ausgerichtet. Die „Traditionsmarke Lebensversicherung“ scheint einer neue „Verkleidung“ zu bedürfen. Beifall war dem Teilnehmer sicher, der das als „Erlebens-Versicherung“ bezeichnete.

Von besonderem Interesse für alle Teilnehmer war die Arbeitsgruppe „Regenerative Energie – denkbar und machbar auch  o h n e  staatliche Förderung (EEG / KWG)?“

Dazu war kaum ein Teilnehmer zunächst zu mehr als einem „Kopfschütteln“ bereit, wohl wissend, dass das, was bisher an Energieerzeugungs-Technologie eingesetzt wird, noch nicht ausgereizt ist. Wohl wissend, dass mit Windkraft, Biogas, Geothermie, Wasserkraft, Photovoltaik, BHKW oder wie die Technologien auch heißen mögen, ohne zum Teil intensive Subventionen  Energie nur mit hohen Verlusten erzeugt werden könnte, schienen die Zweifler Recht zu behalten. Dennoch hielt man beim MMW-Netzwerk eine solche Arbeitsgruppe für notwendig, zumal aufgrund der aktuellen staatlichen Bedrängnisse durch das sich ausweitende EU-Engagement keineswegs sicherzustellen sei, dass der Fördermittelfluss im bisherigen Umfange „unantastbar“ bleibt.

Weiter die nachvollziehbare Begründung des MMW-VerbändeNetzwerkes: „Wir können und dürfen nicht zuschauen, dass das Aufblühen von EnergieGenossenschaften artfremden Einflüssen anheimgestellt würde, wenn sich die Fördermittel-Politik ändert. Deshalb ist es für die Verbände des Netzwerkes selbstverständlich, auch frühzeitig nach Ergänzungs- bzw. Ersatzlösungen zu suchen“, so die Begründung von Gerd K. Schaumann.

Je mehr die „Pioniere“ (Erfinder) danach Einblicke in potenziell neue bis neuartige EnergieErzeugungs-Technologien eröffneten, umso mehr schlug die Anfangs-Skepsis der Teilnehmer in tendenzielle Ver- und Bewunderung um.

Was man hörte und auch vorgeführt bekam, war schon für die anwesenden Physiker recht gewöhnungsbedürftig, denn Hauptsätze der Thermodynamik, wie sie zwischen 1830 und 1860 formuliert wurden, schienen ins Wanken zu geraten.

Nachvollziehbar, wenn die Hersteller heute am Markt gängiger BHKW (zu Recht) stolz sind, einen Wirkgrad von 90% zu erreichen, und z.B. spezielle Leistungsverstärker 160 % elektrische Energie erzeugen, die sogar durch entsprechende Kaskadenschaltung mehrfach zu erhöhen ist.

Nicht weniger beeindruckend auch die Vorführung, den Kraftstoffverbrauch bei PKWs oder anderen Antriebssystemen auf tendenziell bis zu 40 % Verbrauch zu reduzieren.

Auch andere Erfinder leisteten beeindruckende Beiträge, die übereinstimmend bei vielen Teilnehmern der Konferenz so etwas wie „Umdenken“ angeregt haben.

Ein Vorstand einer EnergieGenossenschaft erhielt für seine Anmerkung viele Beifall, indem er an die Verantwortung der Gremien von EnergieGenossenschaften appellierte: „Wir haben im Interesse unserer Mitglieder geradezu die Pflicht, uns frühzeitig um die möglichst beste Technik zu kümmern. Auch das, was heute noch nicht „marktreif“ sein mag, sollte von uns genau und wohlwollend begleitet werden. Was wäre verwerflich daran, wenn EnergieGenossenschaften sich auch im Bereich Forschung und Entwicklung engagieren würden?“ Und weiter: „EnergieGenossenschaften sind auch dem Förderzweck „Nachhaltigkeit“ verpflichtet, was man bei Konzernen nicht immer so eindeutig erkennen kann“.

Erfreulich, dass hernach einstimmig der Vorschlag angenommen wurde, im VerbändeNetzwerk MMW,  zukünftig einen Arbeitskreis „Energie-Innovationen“ einzurichten.

Der Skepsis einiger Erfinder, die prognostizierten, dass Staat und EnergieKonzerne kein wirkliches Interesse an neuen Wegen in der Energie-Technik haben, weil das nicht unbedingt in deren Interesse läge, hielt der Vorstand des Netzwerkes als Antwort entgegen: „Genossenschafts- und Kooperationswirtschaft ist vorrangig eine Frage des Mittelstandes. Und wenn eine Entwicklung im EnergieSektor dem Mittelstand – und sogar den Bürgern - insgesamt Nutzen verspricht, dann mögen die Konzerne es eben anders sehen. Unser Auftrag ist eindeutig definiert: Wir haben den gesetzlichen Förderzweck der Mitglieder in Genossenschaften zu allererst im Auge zu haben. Und wenn sich dort z.B. so etwas wie Magnettechnik als sinnvoll erweisen sollte, was sollte uns dann abhalten auch dafür aktiv zu werben und dessen Einsatz zu unterstützen?“

21.09.2011

Investierende Mitgliedschaft in einer GENOSSENSCHAFT macht Sinn!

Frage:

Ich habe ein Angebot auf „investierende Mitgliedschaft“ in einer Genossenschaft. Wäre ich dann so etwas wie ein „Mitglied 2.Klasse“?

Antwort:

Eindeutig NEIN – denn Sie haben in wesentlichen Punkten alle Möglichkeiten der Einflussnahme, wie dies auch Mitglieder haben. Lassen Sie uns dazu einige nennen. (Wir verwenden nachfolgend für „investierendes Mitglied“ die Abkürzung „InMit“):


InMit:



  • Haben das volle Recht auf Gewinnausschüttung.
  • Sie sind zu allen Versammlungen der GENO einzuladen, besonders auch zu den Generalversammlungen.
  • Sofern die GENO eine Vertreterversammlung statt einer Generalversammlung hat, stellen sie auch Vertreter.
  • Nehmen an der Willensbildung der GENO teil, können Anträge stellen, Auskünfte verlangen, mitbeschließen.
  • Nehmen an den Wahlen der Gremien, wie Vorstand, Aufsichtsrat, und bei Wahl möglicher Ausschüsse teil.
  • Nehmen im vollen Umfang an der Gewinnausschüttung teil.


Frage:



Warum gibt es den Unterschied zwischen Mitgliedern und Investierenden Mitgliedern?



Antwort:

Dies ist – grob gesagt – dem geschuldet, dass ein Unterschied der Interessen bei den Teilhabern (Mitgliedern) an einer Genossenschaft vermutet wird.

Mitglieder orientieren sich direkt an der Nutzung des definierten Förderzwecks, der sich vereinfach gesagt, im Unternehmensgegenstand der GENO widerspiegelt.
Nehmen wir als Beispiel eine Handwerks-Genossenschaft.

·       Die Mitglieder sind quasi MitUnternehmer, d.h. sie nutzen den gemeinschaftlichen Geschäftsbetrieb, um das Unternehmen so zu gestalten, dass es wettbewerbsfähig bleibt. Davon hängt entscheidend ihr Arbeitsplatz ab.
·         Von den Mitgliedern wird also erwartet, dass sie unternehmerisch denken und handeln.
·         Dazu gehört auch die Einsicht, dass Gewinne nur in dem Masse ausgeschüttet werden, wie dies eine Stabilität des Unternehmens nicht gefährdet.
·         Es gibt so etwas wie einen „ungeschriebenen Grundsatz“ bei einer GENO, der da heißt, dass der Förderzweck im Vordergrund steht, in diesem Falle z.B. die Wettbewerbssicherheit des Unternehmens, angemessene Löhne/Gehälter, usw.
·         Das kann so weit gehen, dass von der gesetzlichen Möglichkeit Gebrauch gemacht wird, dass die Mitglieder eine Gewinnausschüttung satzungsmäßig ausschließen.
 Deutlich wird die der Unterschied der Interessen von Mitgliedern und InMitliedern z.B. dann, wenn eine Entscheidung getroffen wurde, die Unternehmensentwicklung (hier: die Anschaffung einer größeren Maschine) nicht über Fremdkapital (wie z.B. Bankkredite), sondern über Eigenkapitalaufbau zu gestalten.
Um z.B. eine Investition diese neue Maschinen im Wert von 500 TEU über Eigenkapital zu finanzieren, gibt es die Möglichkeit, dass die Mitglieder in einem entsprechenden Umfang ihre Geschäftsanteile erhöhen. Das könnten sie aber meist bei einer GENO nur dann, wenn sie ihrerseits Kredite aufnehmen würden.
GmbH-Gesellschafter würden entweder mit einer Bürgschaft ihren Kredit absichern oder – sofern vorhanden – z.B. eine Grundschuld zugunsten der Bank auf ihr eigenes Grundstück eintragen. Das ginge bei einer GmbH – z.B. mit 4 Gesellschaftern recht gut, denn den 4 Gesellschaftern gehört die GmbH anteilsmäßig auch.

Anders bei einer Genossenschaft!“

Eine Genossenschaft gehört eigentlich keinem, denn sie gehört allen Mitgliedern. Deshalb wird auch nicht nach Anteilen, sondern nach „Köpfen“ abgestimmt.
Eigentlich für jeden nachvollziehbar, dass jemand für das, was ihm nicht gehört, auch keine Bürgschaft gibt oder sein Privatvermögen als Sicherheit zur Verfügung stellen möchte ….
Um einer Genossenschaft hier keine Nachteile entstehen zu lassen, wurde die Idee „geboren“, deren Eigen-Kapitalbeschaffung mittels einer besonderen Form von Mitgliedern zu realisieren, den sog. Investierenden Mitgliedern.
Nehmen wir dazu ebenfalls zwei Beispiel:
  • Die Genossenschaft hat Verbindung zu einem größeren Lieferanten, mit dem seit Jahren eine gute Geschäftsbeziehung besteht. Den kann man überzeugen, einen wesentlichen Teil der notwendigen Investition mitzufinanzieren. Der Lieferant beurteilt das aus seiner Sicht als eine gute Möglichkeit, sein Liefervolumen zu steigern und willigt ein. Er zeichnet also in Höhe von 450 TEU Geschäftsanteile bei dieser Genossenschaft.
·         Bei einer GmbH hätte ein solcher Lieferant jetzt möglicherweise die Mehrheit der Anteile, und damit das Sagen.
·         Genau dies soll bei einer GENO nicht eintreten können, ja es darf nicht eintreten, weil das Gesetz verlangt, dass nach „Köpfen“ und nicht nach Anteilen entschieden wird.
·         Wir sehen also, dass die unternehmerische Handlungsfähigkeit so wenig wie möglich durch Dritteinflüsse berührt werden soll.

·         Wir sehen deutlich an diesem Beispiel, was das Motiv des Gesetzgebers war, dies 2006 neu zu regeln, denn erst seit dieser Zeit gibt es die Möglichkeit, InMit in die Genossenschaft einzubeziehen.
·         Kann man den Lieferanten davon überzeugen, mitzumachen, hat er auch kein Privileg bei der Ausschüttung, aber sehr wohl die gleichen Rechte
·         Der Lieferant hat aber wahrscheinlich das Interesse, dass seine Überlegungen aufgehen, z.B. dass seine „Investition“ auch zu einer Mehr-Lieferung durch ihn führt.
·         Was er dazu benötigt, ist vor allem Transparenz. Er möchte z.B. wissen, ob das Unternehmen tatsächlich – wie verabredet – die zusätzlichen Lieferungen auch bei ihm tätigt.
·         Dies kann er als Mitglied in vielfältiger Form kontrollieren, z.B. könnte er auch im Aufsichtsrat vertreten sein.

·         Was aber gesetzlich als Schutz für den eigentlichen Unternehmensgegenstand geschaffen wurde ist, dass das Investierende Mitglied nicht das Unternehmen dominieren kann, also das ursprüngliche unternehmerische Ziel nicht einseitig zu verändern .
·         Dazu wurden wichtige Regeln eingeführt, z.B. die InMit auf 25% der Aufsichtsrats-Mitglieder zu begrenzen und die Mitglieder nicht überstimmen zu können.


Hier wird sehr schön der Unterschied zwischen den Mitglieder-Gruppen deutlich:

  • Die unternehmerische Verantwortung bleibt bei den Mitgliedern.
  • Die InMitglieder bekommen genau das, was sie eigentlich wollen, nämlich die notwendigen Informationen, um den Inhalt ihrer Interessen wirksam kontrollieren zu können.
  • Dazu müssen sie auch Anträge stellen können, müssen Rederecht haben und müssen Antworten auf ihre Fragen bekommen.

Nehmen wir das zweite Beispiel:


  • Statt eines InMitgliedes, das einen Betrag von 450 TEU aufbringt, könnten sich auch 100 InMitglieder finden, die sich je mit 4,5 TEU beteiligen.
  • Deren Interesse wird dann wahrscheinlich eher darauf ausgerichtet sein, dass diese Investition zu der erwarteten Gewinnausschüttung führt.
  • Das Prinzip, dass zwischen unternehmerischen und anderen Interessen differenziert wird – und warum – bleibt jedoch gleich.

Frage: 

Was kann ich als Investierendes Mitglied tun, wenn meinen Interessen nicht mehr in der Genossenschaft entsprochen würde?


Antwort:

Diese Frage lässt sich recht einfach beantworten: Sie kündigen Ihre Mitgliedschaft und „investieren“ ihr Geld woanders. …
Wir kennen jedoch bisher keinen solchen Fall, denn um InMitglieder wirksam ansprechen zu können, bei der Genossenschaft mitzumachen, muss die Genossenschaft den Interessen der InMitglieder im vollen Umfang entsprechen!


Frage:

Gilt das für alle Formen von Genossenschaften?

Antwort:

Wir haben das zwar am Beispiel einer  Handwerks-GENO erläutert, aber das Prinzip lässt sich sinngemäß auf alle anderen GENO-Bereiche übertragen.
Es kommt immer auf die wirklichen Interessen bei den Mitgliedern an:


  • Wollen diese sich eher unternehmerisch betätigen, dann wären es eher Mitglieder.
 oder
  • Haben sie eher Interesse an den Ergebnissen, die das Unternehmen erwirtschaftet, tritt also das unternehmerische Interesse in den Hintergrund, dann wären es eher Investierende Mitglieder.
Hinweis:


  • Es gibt inzwischen einige Genossenschaften, die schließen für Mitglieder die Gewinnausschüttung aus
  • Dort sind nur die Investierenden Mitglieder berechtigt, an der Gewinnausschüttung teilzunehmen.

Warum?


  • Sie bekommen für ihre unternehmerische Tätigkeit ein Entgelt.
  • Da ist es nachvollziehbar, die Gewinne gänzlich den Investierenden Mitgliedern zu überlassen.
  • Das machen faktisch auch viele GmbH`s – nur dass es dort keine Investierenden Mitglieder gibt, dort zahlt man dann z.B. halt Zinsen an Banken ….








05.08.2011

Beteiligungen an ENERGIE-GENOSSENSCHAFTEN

Frage:

Ich höre viel über Energie-Genossenschaften und trage mich mit dem Gedanken, mich mit einem oder mehreren Anteilen an einer solchen zu beteiligen. Vor allem möchte ich damit auch einen Beitrag zum Energie-Umbau und Umweltschutz leisten und noch ein bißchen meine Rente aufbauen. Was spricht dagegen - Was spricht dafür?

Antwort:

Grundsätzlich würden wir sagen: "Wir vermögen eigentlich nur Vorteile zu erkennen".

Lass uns das kurz begründen:
  • Solche Energie-Genossenschaften sind nicht nur regional, sondern auch überregional tätig, manche haben einen landesbezogenen Schwerpunkt, andere bevorzugen eine bestimmte Technologie. Du kannst also inzwischen aus zahlreichen Angeboten, das für dein Interesse passende Angebot gut auswählen.
  • Es gibt Energie-Genossenschaften, die organisieren dir günstigen Energieeinkauf, andere sind eher als Energie-Erzeuger tätig, wieder andere unterstützen z.B. Gemeinden bei dem Bemühen, ihre Ausgaben für Energieerzeugung nicht unerheblich zu senken, Einsparungen von bis zu 40 % werden signalisiert. Du siehst, auch hier entwickelt sich eine Vielfalt von Ausrichtungen.
  • Im Gegensatz zu einem FONDS, der vielleicht in der Rechtsform einer AG&Co KG betrieben wird, in dem man Teilhaber als Kommanditist werden kann und der meist größere Einlagen erwartet (i.d.R. ab 50.000 EUR aufwärts), ist eine Mitgliedschaft in einer Genossenschaft schon bei wesentlich geringeren Summen möglich, was wahrscheinlich eher dem Interesse und den Möglichkeiten der Mehrheit der Bevölkerung entspricht. Und weil du - entsprechend deinen Möglichkeiten oder Erfordernissen - jederzeit deine Anteile erhöhen (auch recht zeitnah reduzieren) kannst, bist du sehr flexibel. Natürlich könntest du auch solche Höhen von Geldern einlegen, wie sie einem Fonds entsprechen - du hast die Wahl!
  • Bei einer Genossenschaft hast du die Möglichkeit mitzuwirken, wo und wie genau die Mittel eingesetzt werden; das kannst du direkt über deine Teilnahme an der jährlich stattfindenden Generalversammlung aller Mitglieder oder über einen durch die Generalversammlung gewählten Aufsichtsrat.
  • Die Genossenschaft als Rechtsform, gehört in Deutschaland zu den bei weitem sichersten Unternehmensformen. Mit einer gerade unwahrscheinlich klingenden Insolvenzquote von nur 0,1 % (!) ist sie fast als "insolvenzsicher" zu bezeichnen, was die Frage:  "Wie sicher ist mein Geld"? - bereits beantworten könnte
  • Recht unterschiedlich sind die "Renditen", die in einer Genossenschaft auf vielfältige Weise zustandekommen können, und nicht nur auf die Gewinnausschüttung begrenzt sind, denn Genossenschaften können auch Rückvergütungen an ihre Mitglieder auszahlen . Hier stellen wir erhebliche Unterschiede fest, was auch mit der Größe der Genossenschaft oder den konkreten Unternehmenszielen zusammenhängen kann. Das musst dir im Einzelfall näher erklären lassen, oft geben die Homepages auch dazu Auskünfte.
  • Die Marktprognose für Energie-Genossenschaft ist äußerst günstig, denn der Bedarf an Erneuerbaren Energien steigt ständig. Der Bedarf ist jedoch nicht nur der einzige Grund, denn das positive Image der Genossenschaften an sich, hat geradezu "boomartig" zugenommen. Einen Vergleich mit Anlagen in Banken, Fonds, Versicherungen, etc, müssen Genossenschaft längst nicht mehr scheuen, eher schein sich so etwas wie ein Gegenteil anzubahnen...
  • Eine vorteilhafte Besonderheit einer Genossenschaft wollen wir nicht unerwähnt lassen, das der Transparenz. Denn jede Genossenschaft in Deutschland muss - gesetzlich bestimmt - einem Prüfungsverband angehören, der jährlich unabhängig die Geschäftsentwicklung verfolgt, auswertet und darüber - natürlich besonders den Mitgliedern - berichtet. Dieser Prüfungsverband hat auch das Recht, z.B. an allen Generalversammlungen der Genossenschaft teilzunehmen und erstellt einen Prüfungsbericht; die Mitglieder werden also kompetent, offfen und unabhängig informiert.
Wir haben uns auf einige wenige  Punkte begrenzt, die dir aber bereits gut zeigen, warum wir dich vorbehaltlos zu einem Engagement in einer Energiegenossenschaft ermuntern können.

Hast du noch Fragen, dann wende dich einfach mit einer mail direkt an uns: inf@genossenschaftswelt.de  oder info@menschen-machen-energie.de

19.07.2011

Genossenschaften - "geborene" Partner für Verbände, Vereine und ähnliche Organisationen

Erfreulich die Tendenz, dass immer mehr Verbände, Vereine und ähnliche soziale, kulturelle oder anders "aufgestellte" Organisationen, Genossenschaften als echte Ergänzung für ihre Arbeit entdecken, sogar Wirtschaftsverbände und Sportvereine schließen sich dem an.

Dass Vereine und Genossenschaften der gleichen "Rechts-Familie" entspringen, kann diese gute Ergänzung nur befördern.

Im MMW-VerbändeNetzwerk hat man sich bereits auf diese neue Entwicklung gut eingestellt. Auch die angeschlossenen genossenschaftlichen Prüfungsverbände haben signalisiert, den Gründungsprozess aktiv zu befördern.

Eine kostenlose Grundberatung kann recht nützlich bei der Vorbereitung solcher Aktivitäten sein. Sie erreichen diese unter 0340 / 220 24 24 oder per mail unter info@menschen-machen-wirtschaft.de 

Für Interessenten kann auch Facbook nützliche sein. Melden Sie sich einfach in der Gruppe "GenossenschaftsWelt" an und informieren Sie sich oder machen Sie aktiv mit. Sie sind herzlich willkommen!!!

13.07.2011

Sparkassen und Volksbanken – Die natürlichen Kooperations-Partner für kommunale Energieprojekte mit Bürgerbeteiligung.

Fachkonferenz „Regionale Energieprojekte“ ermutigt zur Allianz von Bürgern, Kommunen und regionalen Finanzinstituten.



Das VerbändeNetzwerk Menschen machen Wirtschaft hatte seine Fachkonferenz „Regionale Energieprojekte“ in Halle schwerpunktmäßig auf das Thema  „Finanzierungsstrategien und Finanzierungsmodelle“ ausgerichtet und dazu vor allem – neben Wissenschaftlern, Beratern und Verbandsvertretern - Vertreter laufender oder geplanter Energieprojekte auf kommunaler Ebene eingeladen, an denen (direkt oder indirekt) Bürger der Kommune beteiligt sind.

Für die Veranstalter fasste das Mitglied des Vorstandes, Gerd K. Schaumann zu Beginn der Konferenz dessen Zielsetzung zusammen: Wir benötigen für einen zügigen und professionellen Umbau unserer Energieversorgung vor allem das Engagement und die Akzeptanz der Bürger vor Ort. Dabei geht es schon längst nicht mehr nur darum, sich verbal zu engagieren, sondern es geht auch um die Bereitschaft, sich quasi unternehmerisch zu verhalten, sich also auch direkt finanziell einzubringen. Um dies bestmöglich zu erreichen, sollten die „geborenen“ Finanzpartner der Bürger in den Gemeinden, wie Sparkassen und Volksbanken, beratend und ermutigend ihr Beratungs- und Finanzierungs-Potenzial nachhaltig einbringen. Natürlich sind auch andere Banken gern gesehen, sofern sie mindestens Filialen auf der Ebene der jeweiligen Gemeinde haben, damit der unmittelbare persönliche Kontakt zur Wirkung kommen kann. …

Als einfachste und beliebteste Form, in der sich Bürger an Energieprojekten vor Ort beteiligen, scheint zweifellos die Genossenschaft zu sein. Frank-Peter Evertz, der über die Varitas GenoServices eG, Berlin bereits zahlreiche solcher Projekte initiiert und betreut hat, begründete dies wie folgt:

Genossenschaften werden von den Bürgern als die zuverlässigste und insolvenzsicherste Unternehmensform wahrgenommen. Es bedarf im Gegensatz zu anderen Rechtformen kaum großer Formalitäten, um Mitglied zu werden. Besonders vorteilhaft wird auch eingeschätzt, dass Bürger sich zunächst mit kleineren Beträgen beteiligen und dann sukzessive ihr Engagement ausweiten können, gerade so, wie sie Vertrauen fassen, die positive Entwicklung direkt erleben und ihre Finanzen dies zulassen.

Dazu lieferte das Ergebnis der Arbeitsgruppe „Finanzierungsmodelle für kommunale/regionale Energieprojekte“ die passende Ergänzung in puncto Anlauffinanzierung und finanzielle Optimierung. Der Sprecher der Gruppe (Armin W. Belker) resümierte, dass Konsens darin bestand, dass sowohl die Sparkassen, wie auch die Volksbanken hier aus mehreren Gründen in der Pflicht stehen. Bei den Volksbanken sei das z.B. aus deren gesetzlich verankertem Förderauftrag für ihre Mitglieder ableitbar. Soweit sich  „Bürgerschaft und Mitgliedschaft“ decken, könnte sich eine interessante Herausforderung für die jeweilige Volksbank ergeben, was auch in zahlreichen Projekten bereits erfolgreich umgesetzt wurde. Bei den Sparkassen scheint die Willensbildung noch nicht so klar zu sein, denn sie tun sich sicherlich schwerer einen Bezug Bürgerprojekt und Sparkasse zu sehen, besonders wohl dann, wenn sich das Bürger-Energie-Projekt als Genossenschaft ausformt. Bei Sparkassen dürfte sich jedoch ebenfalls ein – zumindest indirekter - Handlungsimpuls für ein solches Förder-Engagement ableiten lassen. In den sog. Rostocker Leitsätzen des ostdeutschen Sparkassen- und Giroverbandes wird das zumindest recht vielversprechend dargelegt („Gewährträger und Sparkasse stehen für die Weiterentwicklung ihrer Region als attraktivem Lebensraum und Wirtschaftsstandort ein“ – Leitsatz 2).

Aber nicht nur Banken werden als potenzielle Finanzpartner für kommunale Energieprojekte gesehen. Denkbar wären auch spezielle Genossenschaften, Fonds oder Investoren, die die Startinvestitionen absichern, weil in zahlreichen Kommunen deren aktuell angespannte Finanzlage dafür wohl nur wenige Spielräume lässt.

Das Ergebnis der Arbeitsgruppe „Vorteile kommunaler Energie-Projekte“ fasste Jürgen Bell (WORLD Competence NET) zusammen und erläuterte die vielfältigen Möglichkeiten, nicht nur die Energiekosten für die Bürger zu stabilisieren, sondern über die Energieerzeugung für Bürger und Gemeinde zusätzliche Einnahmen „vor Ort“ zu schaffen. Er verwies dabei u.a. auf die in 2010 erschiene Studie des Instituts für Ökologische Wirtschaftsforschung. Eine der Kernaussagen der Studie lautet: Es findet in den Kommunen eine Reihe von Wertschöpfungsschritten statt, „die dort zu positiven regionalwirtschaftlichen Wirkungen führen“.        

Lothar Kühne (Liga Oeconomica e.V.) informierte über Ergebnisse einer kürzlich vom Fachausschuss „Innovative Finanzierungs-Strategien für kommunale Energie-Projekte“ des Verbändenetzwerks durchgeführten Umfrage bei über 270 Bürgern der Länder Sachsen-Anhalt und Sachsen. Auf die Frage: „Könnten Sie sich vorstellen, sich finanziell in einer Energiegenossenschaft in Ihrer Gemeinde zu beteiligen“, antworteten knapp über 80% der befragten Bürger mit einem eindeutigen „JA“. Selbst auf die Frage zur Höhe des Betrages waren „3.000 und mehr EURO“ noch für über 30% „durchaus denkbar“. Fast 40 % waren bereit, sogar für ein solches Beteiligungs-Engagement ein Darlehn aufzunehmen.

Für das VerbändeNetzwerk ergibt sich aus den Ergebnissen der Konferenz ein eindeutiger Auftrag zum Handeln, gleich in mehrere Richtungen, wie Gerd K. Schaumann die Konferenzergebnisse zusammenfasste:    

  • Wir werden mit den Landesregierungen, den Kommunalen Verbänden und direkt mit den Gemeinden über verstärkte Initiativen zur Selbstorganisation in Richtung neuer Energie-Projekte vor Ort in Gespräche eintreten.
  • Die vielfältige Informationspolitik, wie diese beispielhaft positiv durch die „Agentur für Erneuerbare Energien“ (www.kommunal-erneuerbar.de) dargestellt wird zeigt nachhaltige Wirkung, auf die sich gut Bezug für neue Initiativen nehmen lässt.
  • Die Genossenschaft scheint als das geeignestes Handlungsinstrument „angenommen“ zu sein, deshalb werden wir unsere Gründungsberatung und Projektbetreuung für Genossenschaften nochmals intensivieren. Unter www.menschen-machen-energie.de stehen erfahrene Berater als kompetente Ansprechpartner zur Verfügung.
  • Es sind eine weitere Anzahl von Regionalkonferenzen geplant, die sich schwerpunktmäßig mit dem Thema  „Energiegenossenschaften vor Ort“ befassen, zu denen vor allem auch Kommunal-Politiker und Vertreter von örtlichen Vereinen, Verbänden, der Wirtschaft und den Kirchen, eingeladen werden sollen.
  • Die Kontakte zu den Banken, vor allem den Sparkassen und Volksbanken sollen intensiviert werden.
  • Im Rahmen von  „Kompetenz-Pools“ sollen die Kräfte weiter gebündelt werden mit dem Ziel, „Dienstleistung aus einer Hand“ rund um das Thema „Kommunale-Energie-Projekte“ für Kommunal-Politikern und Bürgern anbieten zu können. Dazu gehört z.B. Ingenieurwissen zur Technik ebenso, wie eine qualifizierte Finanzierungsberatung, Gründungsbetreuung oder andere notwendige und nützliche Leistungen, um einen zügigen Umsetzungsprozess zu befördern.    
www.GenossenschaftsWelt.de

06.07.2011

Was eine GENOSSENSCHAFT wirksam überlegen macht ...

Die Frage:

Was wäre zu beachten, damit eine Genossenschaft anderen Unternehmensformen überlegen ist?

Eine Genossenschaft ist auf KOOPERATION  der MENSCHEN angelegt. Um erfolgreich und effektiv zu kooperieren bedarf es eines höchstmöglichen Konsens des Interesse der Mitwirkenden.

Dies wird von den Initiatoren meist nur recht oberflächlich darin vermutet, dass bereits ausreichend sei, wenn man sich über das gemeinsame Unternehmensziel verständige.

Natürlich haben wir dann eine Rechtsform erfolgreich gegründet, aber keineswegs bereits das entwickelt, was wir als den entscheidenden VORTEIL einer Genossenschaft bezeichnen:
  • Das kooperative Gen
gestaltet, schon gar nicht dieses entwickelt oder zur Entfaltung gebracht.

Das ist nun nicht zu rügen oder zu kritisieren, denn das entspricht etwa dem Gründungs-Alltag. Das könnte jedoch Grund dafür sein, dass es Genossenschaften (noch) nicht gelingt, die potenziell mögliche Überlegenheit zur real messbaren Entfaltung zu bringen.

Sie wären überrascht, wenn Sie genauer nachspüren würden, wie "deckungsgleich" der Grundkonsens der Mitglieder (aber auch der Organe) wirklich ist, bzw. wie hoch die (verschenkten) Reserven sind ....

Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass ein Deckungsgrad von (relativ stabil) 50% bereits eine herausgehobene Größe ist.

Ganz sicher liegt diese in anderen Unternehmensformen noch weit unter 50%, besonders im Verhältnis von Eigentümern und Mitarbeitern.

Aber genau in diesem "kooperations-synchronen Deckungsgrad" leiegt die Chance jeder Genossenschaft, z.B. die erwünschten Marktvorteile zu verwirklichen....

Was wäre zu tun?
  • Gründer und Initiatoren von Genossenschaften sollten mehr Zeit dafür aufwenden, einen hohen Konsensgrad in den wichtigsten Zielen anzustreben. Es reicht eben nicht aus, eine Gründungsveranstaltung auf Fragen der Organwahlen, Satzung, Geschäftsordnungen und Protokolle zu reduzieren. (Die Situation: Rechtfragen dominieren den Gründungsprozess - als ob diese es wären, die den Geschäftserfolg ausmachen würden ...)
  • Bestehende Genossenschaften werden nicht umhinkommen, die Kommunikation zur und mit der Mitgliedschaft in Richtung Konsensbildung zu intensivieren. ( Die Situation: Generalversammlungen werden von Formalabläufen dominiert, die alle sicherlich notwendig sind, aber nur wenig erfolgsorientiert wirken. Viele Genossenschaften reduzieren sich quasi auf diesen Formalablauf und wundern sich dann über mangelnde Teilnahme und fehlende Potenzialentfaltung ihrer Genossenschaft).
Genossenschaften sind lebendige Systeme, die wesentlich auf einer dauerhaft hohen Funktionsfähigkeit des kooperativen Gen aller teilnehmenden Menschen beruhen. Hieraus schöpfen sie die Kraft ihrer Überlegenheit oder gar Faszination. Und nur, wenn diese WIR-KRAFT (ständig neu) zur Entfaltung gebracht werden kann, entsteht die (erwünschte) WIRK-KRAFT, die zu messbarer wirtschaftlicher Überlegenheit führt ....

23.06.2011

GenossenschaftsWelt wird interaktiv - Sie können uns jetzt auch Ihre Fragen stellen!

Gern gehen wir auf den Wunsch zahlreicher unserer Leser ein, die uns gebeten haben, auf ihre Fragen einzugehen.

Um das "System" des Blogs nicht zu "sprengen", möchten wir kurz auf einige notwendige "Spielregeln" eingehen:
  • Die Fragen möglichst so formulieren, dass sie für eine Vielzahl von Lesern von Interesse sind, weil wir über unsere Antworten versuchen möchten, ebenfalls viele Leser bei ähnlichen Interessen behilflich zu sein oder sie für bestimmte Wege zu sensibilisieren.
  • Die Fragen möglichst kurz zu formulieren, besser ist es entweder nachzufragen oder die Frage aufzugliedern in mehrere Fragen, falls dies notwendig ist, weil uns das hilft, die Antworten relativ kurz zu fassen.
  • Die Fragen möglichst im kontext zum Thema Genossenschaft zu halten, sicherlich spricht nichts dagegen, z.B. auch das Thema KOOPERATION einzubeziehen, weil Genossenschaften ein Teil davon sind.
  • Ansonsten gibt es eigentlich keine "Vorgaben", sofern uns die Leser nicht weitere antragen. Aber das wollen wir dem weiteren Verlauf überlassen ...
Sie können Ihre Fragen auch direkt an uns senden über: info@genossenschaftswelt.de oder info@menschen-machen-wirtschaft.de

08.06.2011

Nicht jeder Anwalt oder Berater kann für eine GENO nützlich sein ....

Na, da hören wir förmlich empörte Stimmen laut werden, die vehement darauf bestehen, z.B. eine Satzung für eine Genossenschaft mal eben "aufzubauen" sei doch ein Kinderspiel, besonders für Anwälte.

Wir wollen nicht verhehlen, dass es genügend "Module" und Datenbanken gibt, aus denen sich Beratergruppen gern und richtigerweise bedienen; aber das sind nicht die Best-Ergebnisse, die wir hier meinen.

Wir im Netzwerk hatten da eher an eine "maßgeschneiderte" Form einer Satzung (und darauf aufbauender Dokumente) gedacht, die exklusiv den Interessen der Innitiatoren und Neu-Unternehmern entspricht.  Hören wir jetzt etwa die "GmbH-Fankultur" jubeln, wir haben das doch gleich gesagt, mit der Geno, macht es keinen Sinn - oder so ähnlich ... 

Zu früh könnten einige Besitzer von "GmbH-von-der-Stange-Satzungen" sich gefreut haben, denn dort grassiert die "Tugend" noch mehr, als dies bei Genossenschaften bisher der Fall war: Ein Unternehmer möchte sozusagen das "Herz-Dokument" für sein Unternehmen schaffen - und er oder sie Inniator tut was?

Klar, man gibt einem Anwalt oder sonstigen Berater einen Auftrag ...  Für diese Berater-Menschen ein recht leicht zu erledigender Vorgang ....

Woher oder wie er bzw. sie Berater auch immer zu dem kommt, was dem Unternehmer bald als "Herz-Stück" vorgelegt wird, können wir nur ahnen, wenn wir uns z.B. im Internet oder in entsprechenden Datenbanken umsehen.
  • Zugeschnitten auf das spezielle Unternehmen? Mhm - vielleicht, meist aber eher doch nicht!
Wir haben in unserem Netzwerk solche Satzungen / Gesellschaftsverträge einmal genauer angeschaut, besonders auf eine meist ausgeblendete, aber wichtige Frage:
  • Wird der Unternehmenszweck damit speziell gefördert?
Komische Frage? Nein, ganz und gar nicht, denn wenn das "Herz-Dokument" des Unternehmens nicht das fördert (mindestens absichert), was unternehmerisch beabsichtigt ist, ist es wohl kaum sein "Geld wert" ...

Muster-Satzungen, Muster-Gesellschaftsverträge, Muster-dies - und Muster das .... ein solches Vorgehen entspricht kaum einem selbstbewussten unternehmerischen Selbstverständnis.

Das wollen wir keiner Gründung oder Konsolidierung einer Genossenschaft zumuten, deshalb gilt für unsere Mitgliedsverbände im Netzwerk (vor allem den genossenschaftlichen Prüfungsverbänden) der Grundsatz:
  • Die Unternehmer / Innitiatoren sagen, was (wirtschaftlich) beabsichtigt ist und es ist die Aufgabe der Verbände (und deren Berater), Satzung und andere "Spielregeln" so vorzuschlagen bzw. zu gestalten, dass der Unternehmenserfolg damit bestmöglich befördert wird!  
Nehmen wir ein recht einfaches Beispiel:
  • Fragen Sie Ihren Berater, was zu tun wäre, um z.B. eine optimale Eigenkapital-Finanzierung für Ihre Geno zu gestalten?
Warten sie dann auf sein Ergebnis und prüfen Sie selbst ....

Wir sind überzeugt, dass es sich auch dann noch für Sie lohnt - wegen dieser und vieler anderer Fragen - mit uns in Kontakt zu treten!